Weitere Zusatzschichten – doch Dikollari freut sich auf Aufstiegsspiele mit Brinkum

„Uns hat keiner auf dem Zettel“

Fertigmachen zum Jubeln: Saimir Dikollari nach seinem 2:1-Siegtor für Brinkum am Samstag. Die dadurch errungene Meisterschaft bedeutet ihm mehr als die knapp verpasste Torjägerkrone. - Foto: töb

Brinkum - Das komplette Party-Programm wollte sich Saimir Dikollari dann doch nicht geben. „Natürlich haben meine Familie und ich hinterher mit der Mannschaft gefeiert. Ich habe mich wahnsinnig für die Jungs über diesen Titel gefreut“, verriet der Matchwinner des Brinkumer SV, der seinen Kollegen am Samstag mit dem Kopfballtor zum 2:1 (1:1)-Endstand gegen den Bremer SV die Bremen-Liga-Meisterschaft beschert hatte. Doch nach 90 Minuten auf dem eigenen Kunstrasen und der Sause danach auf dem Hauptplatz nebenan setzte er sich aufs Sofa ab. „Die ganze Nacht in der Disco – das wäre nichts mehr für mich“, gestand der 34-Jährige und grinste: „Aber ich war immer informiert, weil die Jungs permanent Videos von der Tanzfläche geschickt haben.“

Dikollari weiß eben, wann er sich schonen und wann er mehr tun muss. Denn der Vollblutstürmer verfolgt seit Jahren zwei Ziele: „Der Erfolg mit der Mannschaft ist mir am wichtigsten, und persönlich nehme ich mir immer eine hundertprozentige Quote vor – also in jedem Spiel ein Tor.“ Das hat er in dieser Serie mit 26 Treffern in 24 Partien mal wieder getoppt.

Selbstverständlich ist das nicht, „denn dass ich nur alle 14 Tage mit der Mannschaft trainieren kann, macht nicht jeder Verein mit“, dankt der Industrielackierer „seinem“ Brinkumer SV. In den Nachtschicht-Wochen auf der Schiffswerft hält sich der drahtige Angreifer tagsüber selber fit – mit Sprints und Ausdauerläufen im Sandabbau-Gebiet nahe seines Zuhauses in Kastendiek bei Bassum – und der richtigen Ernährung. „Darauf achte ich schon sehr, denn ich will auf jeden Fall noch so lange wie möglich spielen.“

Deshalb steht er auch zu seinem Ja-Wort für die neue Saison in Brinkum – egal, welche Liga den BSV dann beherbergt. „Aber in der Aufstiegsrunde sind wir klarer Außenseiter“, stellt Dikollari vor allem mit Blick auf die Konkurrenten aus der Oberliga Niedersachsen klar. Dieses Urteil darf er sich nach seinen drei Jahren für den TB Uphusen zwischen 2013 und 2016 getrost erlauben.

Doch gerade die Underdog-Rolle könnte Brinkum in die Karten spielen, hofft der Knipser, der zu seinen Uphuser Zeiten dreimal die Oberliga-Torjägerkanone errang: „In der Bremen-Liga fallen die Teams da ein Stück ab. Aber vielleicht hat uns gerade deshalb keiner so richtig auf dem Zettel – und wir werden unterschätzt.“ Er und seine Kollegen wollen es jedenfalls locker angehen: „Wir haben uns vorgenommen, unverkrampft in die Aufstiegssspiele zu gehen. In jeweils 90 Minuten ist viel möglich. Von uns wird nicht so viel erwartet wie vom Bremer SV in den letzten Jahren.“

Von dieser Lockerheit ließ der neue Meister am Samstag gegen den BSV als einstigem Abo-Champion einiges vermissen: „Wir sind zwar gut in die Räume gekommen, aber bei den Pässen fehlte es an Präzision“, monierte Dikollari. Ein Umstand, den er schon auf die Nervosität zurückführte: „Es war zwar positiver Druck, aber eben Druck.“ Da half es auch nichts, dass er als Älterer in der Kabine den Jüngeren vor dem Anpfiff gut zuredete: „Ich habe ihnen gesagt, dass es nur ein Spiel ist und dass Fußball unser Hobby bleibt.“

Anderes im Leben, vor allem die Familie, ist dem 34-Jährigen wichtiger. Deshalb gönnte er sich in der Hinserie auch eine mehrwöchige Fußballpause während seiner Elternzeit. Mit Sohnemann Ajon (inzwischen zwei Jahre) reiste die Familie für einen Monat zur Verwandtschaft nach Albanien. „Diese gemeinsame Zeit habe ich genossen – und ich würde es jederzeit wieder so machen.“ Dass er eventuell dadurch die Torjägerkrone an den nun nur um drei Treffer besseren Jan-Niklas Kersten von der Leher TS verlor, juckt Saimir Dikollari überhaupt nicht: „Unser Titel mit der Mannschaft ist mir wichtiger als einer, den ich mir nur zu Hause an die Wand nageln könnte.“

Von Cord Krüger

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