TSV Wetschen unterliegt VfL Bückeburg 1:3

Ungers faires Verhalten gelobt

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Wetschens Steffen Winkler (l.) – hier im Laufduell mit Jan Steininger – setzte sich am Flügel nicht entscheidend durch. 

Wetschen - Von Matthias Borchardt. „Das ist eine ganz bittere Niederlage, wir sind nicht für unsere Leistung belohnt worden“, seufzte Frank Heyer, Trainer des Fußball-Landesligisten TSV Wetschen, am Sonnabend nach dem 1:3 (1:0) gegen Oberliga-Absteiger VfL Bückeburg.

Auch nach der Partie sorgte die Schlüsselszene des Spiels noch für reichlich Gesprächsstoff. Schiedsrichter Patrick Herbach (Hannover 96) hatte nach Rücksprache mit seinem Assistenten Mustafa Sahin beim Stand von 1:1 dem Bückeburger Nils Rinne nach einem Foul an Nils Unger die Rote Karte gezeigt (57.). Es gab große Aufregung und längere Diskussionen. Der Referee befragte den Wetscher Kapitän und machte danach seine Entscheidung wieder rückgängig. „Das war kein Nachtreten und keine Rote Karte“, sagte der 29-jährige Unger, der für dieses faire Verhalten viele Sympathiepunkte sammelte. Bückeburgs Pressesprecher Murat Akgün spendierte für diese Geste eine Kiste Bier.

„Das ist super und sehr fair, dass Nils Unger so reagiert hat. Das Spiel hätte auch in eine andere Richtung gehen können. Nach dem 1:1 waren wir dann allerdings die bessere Mannschaft. Daher geht das Ergebnis auch in Ordnung“, unterstrich Bückeburgs Coach Heiko Thürnau.

Die Gastgeber, die weiterhin auf Torjäger Oliver Ihnken und Innenverteidiger Tobias Grube (beide muskuläre Probleme – Zerrung) verzichten mussten, begannen nervös, leisteten sich mehrere Stockfehler im Spielaufbau. Die robusten Gäste machten über die linke Seite mit Benjamin Hartmann Druck. Er bediente nach fünf Minuten Lennard Heine, der an TSV-Torhüter Kai Winkler scheiterte. Die Wetscher hatten Probleme im Spiel nach vorn. Eine Standardsituation sorgte erstmals für Gefahr: Nach einer Freistoß-Hereingabe von Philipp Nüßmann stellte Lukas Heyer Bückeburgs Keeper Hüseyin Özel mit einem Flachschuss erstmals auf die Probe (15.). Sechs Minuten später tankte sich Marcel Heyer am linken Flügel durch, bediente Erdal Ölge, doch der 28-Jährige traf die „Pille“ nicht voll (ging daneben/21.). Anschließend waren die Bückeburger aktiver, erhöhten den Druck.

Kai Winkler strahlte aber bei Eckbällen und gefährlichen Flanken Sicherheit aus. In der Vierer-Abwehrkette hatten die Innenverteidiger Dino Maieli und Marwin Meyer Bückeburgs erfahrenen Stürmer Alexander Bremer zunächst unter Kontrolle. Kurz vor der Pause gingen die Wetscher in Front: Cristian Bauer-Nasui setzte sich an der linken Seite mit Körpereinsatz durch, spielte den Ball zu Unger. Der 29-Jährige legte das Leder zu Lukas Heyer ab, der mit Flachschuss das 1:0 (44.) markierte.

Nach dem Wechsel wuchtete Bremer den Ball nach präziser Hartmann-Hereingabe mit dem Kopf zum 1:1 (52.) ins Tor. Nur 180 Sekunden später tauchte Unger nach einem Pass von Steffen Winkler frei vor Özel auf, fand aber im 21-Jährigen seinen Meister (55.). Nur wenig später passierte eingangs geschilderte Aktion zwischen Unger und Rinne. Die Bückeburger waren nach der Unterbrechung präsenter. Wetschens Dominic Becker holte im Strafraum Marcel Buchholz von den Beinen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Bremer eiskalt zum 2:1 (68.). Das Schlusslicht bemühte sich danach um den Ausgleich, doch die VfL-Akteure gingen hinten konsequent zur Sache. Ein Nüßmann-Schlenzer sauste über die Latte (72.).

In der Endphase wehrte Kai Winkler noch einen von Pascal Herting geschossenen Ball ab (81.). Machtlos war der 23-Jährige jedoch, als Bennett Heine mit Flachschuss zum 3:1 (84.) den Sack zumachte.

„Das ist ganz bitter. Unsere individuellen Fehler haben uns einen Punkt gekostet“, sagte Unger. Und Trainer Frank Heyer urteilte: „Es fehlt die Abgeklärtheit.“

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