13-jährige Reiterin aus Barver in Frankreich am Start

Ungeplant zur Jugend-EM: Kenya Schwierking ist dabei

Harmonierten auf Anhieb: Für Kenya Schwierking und den Hannoveraner Dinos Boy ging es in dieser Saison Schlag auf Schlag. Als krönender Höhepunkt starten die beiden jetzt bei der Jugend-Europameisterschaft im französischen Fontainebleau. - Foto: Rohlfing
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Harmonierten auf Anhieb: Für Kenya Schwierking und den Hannoveraner Dinos Boy ging es in dieser Saison Schlag auf Schlag. Als krönender Höhepunkt starten die beiden jetzt bei der Jugend-Europameisterschaft im französischen Fontainebleau.

Barver - Von Sonja Rohlfing. Sie wird die jüngste Reiterin im deutschen Dressurteam sein. Kenya Schwierking vom RV Wagenfeld startet in der nächsten Woche bei den Jugend-Europameisterschaften in Frankreich. Das ist gleich eine doppelte Premiere.

Die 13-Jährige aus Barver reitet erstmals für Deutschland bei einem internationalen Championat. Für den deutschen Spitzenreitsport ist es das erste Mal, dass ein Dressur-Team in der Altersklasse „Children“ (U 14) an einer Nachwuchs-EM teilnimmt.

„Wir sind da so reingeschlittert“, sagen Kenya Schwierking und ihre Mutter Silke. Und beide schmunzeln. „Geplant war das Ganze so nicht. Über die Sichtungen hatten wir uns gar nicht informiert.“ Die erste zur EM hatten sie daher auch verpasst. „Da waren wir auf einem anderen Turnier.“ Die zweite Auswahl in Verden ritt die Gymnasiastin auf dem Pferd Dinos Boy mit, und dann ging alles ganz schnell.

Nach einem Auswahllehrgang in Warendorf wurden die Sportlerin und der 17-jährige Hannoveraner für den weiteren Sichtungsweg zur EM nominiert. Auf das Schlossparkturnier in Wiesbaden folgte der Preis der Besten in Warendorf, den sie gewannen. Darauf ging’s zu den „Future Champions“ in Hagen am Teutoburger Wald.

„Wir haben uns über jede Etappe gefreut“

Bei dem internationalen Nachwuchsturnier, das als das Aachen der Jugend gilt, feierten sie einen Doppelsieg. „Wir haben uns über jede Etappe gefreut. Die EM war dabei für uns weit weg“, merken Mutter und Tochter an.

Erstmals auf dem Pferd saß Kenya Schwierking, bevor sie laufen konnte. Das wundert nicht, denn ihre Eltern sind selbst mit und auf den Vierbeinern groß geworden. Auf dem Familienbetrieb in Barver wird in dritter Generation erfolgreich Pferdezucht und -ausbildung betrieben.

Den ersten Führzügelwettbewerb bestritt der Youngster im Pampers-Alter. Nach den Ponys Black und Felix übernahm sie Othello von ihrer älteren Schwester Mali. Mit ihm gewann sie 2016 Gold bei der Pony-Kreismeisterschaft Dressur sowie im selben Jahr Silber im Springen mit Happy Hightrick. „Springen macht auch Spaß, ich reite aber lieber Dressur“, sagt die 13-Jährige, die ferner mit dem Pony-Team des Kreispferdesportverbandes Diepholz bei der Landesmeisterschaft Platz zwei im Standartenwettkampf holte sowie 2017 Kreis-Gold auf Rohldorfs Casper de Luxe in der Kategorie „Dressur Junioren/Junge Reiter“.

Seit Ende letzten Jahres reitet die Schülerin den Hannoveraner Dinos Boy von Züchterin Dagmar Winkelmann aus Donstorf. Davor war der bis in hohe Dressurprüfungen erfolgreiche Vierbeiner in Dänemark unter Katrine Kraglund im Einsatz. Die Besitzerin, Silke Waering aus Stemwede, wollte ihr Pferd gern wieder in ihrer Nähe haben. Daher hat die gute Freundin der Familie Schwierking angefragt, ob er nicht etwas für Kenya wäre.

Harmonie zwischen Reiterin und Pferd

Die Sportlerin und der großrahmige Wallach harmonierten auf Anhieb. Trainiert wird bei Johannes Westendarp aus Wallenhorst-Rulle sowie bei der Britin und Schwierking-Bereiterin Philly Roberts. „Und bei Mama“, ergänzt Kenya Schwierking und grinst. Die Schülerin mit den langen blonden Haaren und den blauen Augen, deren zweites Hobby ihre Kaninchen sind, ist vor allem für ihr fröhliches Wesen und ihre Nervenstärke bekannt.

Am Dienstag, 10. Juli, beginnen die Reitwettbewerbe in Fontainebleau – gut 55 Kilometer südlich von Paris. Dass sich die besten jungen Reiter Europas zeitgleich in allen drei olympischen Reitsportdisziplinen an einem Ort messen werden, ist bislang einmalig. Ihre Meister ermitteln nicht nur die Jungen Reiter (U 21) und Junioren (U 18) in Dressur, Springen und Vielseitigkeit, sondern in Dressur und Springen auch die „Children“ (U 14). Insgesamt werden über 600 Reiter und ebenso viele Pferde aus mehr als 30 Nationen bei den Wettkämpfen starten.

„Ich bin ein bisschen aufgeregt, freue mich aber sehr“, gibt Kenya Schwierking zu. Eines will sie unbedingt: ihr Bestes geben.

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