Handballshow des Bundesligisten MT Melsungen – 63:21 beim FTSV Jahn Brinkum

Überlegen, aber nicht überheblich

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Knapp daneben ist auch vorbei: Brinkums Christoph Schneider verfehlt in dieser Szene das Melsunger Tor. ·

Brinkum - Handball in Hochgeschwindigkeit gab es gestern Abend in der Halle der KGS Brinkum zu bestaunen. Bundesligist MT Melsungen war zu Gast und zeigte beim 63:21 (28:10)-Erfolg atemberaubende Passfolgen, Kempa-Tricks und Lupfer. Doch auch die Spieler des FTSV Jahn Brinkum setzten Akzente.

Rückraumspieler Matthias Schneider nahm zwei, drei Schritte Anlauf, hob ab und nagelte den Ball mit geballter Power zum 9:25 ins Winkeleck. So schnell bekam auch Colin Räbiger, Melsunger Torwart Neuzugang vom HC Bremen, seine Hände nicht mehr in die Höhe.

Das Brinkumer Eigengewächs Schneider zeigte dem Bundesligisten, dass auch in der Verbandsliga mit Geschwindigkeit und Präzision zu Werke gegangen wird. Doch meistens waren es die Spieler des hessischen Bundesligisten, die den heimischen Handballern Anschauungsunterricht boten. Die Passfolgen waren so rasant, dass es für die Brinkumer kaum zu verhindern war, dass ein Melsunger freistehend zum Torwurf kam. „Das funktioniert nur, wenn man auch ohne Ball ständig in Bewegung ist. Wie das geht, haben meine Spieler heute gesehen“, sagte Brinkums Coach Sven Engelmann zur Performance des Bundesligisten.

Doch nicht nur die bewegungsintensive Spielweise konnten die Brinkumer aus kürzester Distanz miterleben. Auffällig war auch die Kaltschnäuzigkeit der Bundesliga-Akteure. Fast jeder Tempogegenstoß mündete in einem Tor. Respekt erarbeiteten sich die Melsunger damit, dass sie trotz ihrer Überlegenheit nicht zur Überheblichkeit neigten. Sie führten die Brinkumer nicht mit irgendwelchen Sperenzchen vor. Die Zielstrebigkeit im Abschluss schien über allem zu stehen. Neben den Brinkumer Spielern wurde auch den etwa 300 Zuschauern ein ordentliches Maß an Aufmerksamkeit abverlangt. Schließlich zappelte der Ball durchschnittlich alle 42 Sekunden im Netz.

In der 46. Minute war es Neuzugang Olaf Sawicki, der sich in die Herzen der Brinkumer Fans hechtete. Innerhalb weniger Sekunden entschärfte er reflexartig die Würfe von Michael und Philipp Müller. Die Halle bedankte sich mit rhythmischem Klatschen. Vier Minuten später wurde daraus ein tosender Applaus. Der starke Matthias Schneider hatte für Nicolas Karnick durchgesteckt und dieser verwandelte eiskalt. Anschließend traf Christoph Schneider zweimal. Drei Tore in Folge – da ebbte die vom Torschützen initiierte Laola bis zum Schlusspfiff nicht mehr ab. · wie

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