SPIELER DES WOCHENENDES Timme hilft im Abstiegskampf aus – und überzeugt

Twistringens Vorarbeiter

Twistringer Stürmergenerationen: Nachwuchshoffnung Lennart Bors legte Routinier Nico Timme (vorne rechts) den Treffer zum 2:0 in Okel auf. Foto: Krüger

Twistringen - Von Daniel Wiechert. Das Fernglas findet vorerst keine Verwendung beim Fußball-Bezirksligisten SC Twistringen. Hätten die „Blaumeisen“ am Sonntagnachmittag verloren, wäre der TSV Okel ihnen bereits auf elf Punkte davon geflogen. Das rettende Ufer wäre nur noch ein kleiner Fleck am fernen Horizont gewesen. Doch der SCT unter Neu-Coach Uwe Küpker gewann gegen Okel – und hat somit nur noch fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Ein zartes Pflänzchen der Hoffnung keimt auf.

Den Nährboden dafür hat auch Nico Timme bereitet – beziehungsweise beackert. Der Stürmer schmeißt sich in jeden Zweikampf, spult dabei Kilometer um Kilometer ab. Für den 33-Jährigen, der in Okel zum 2:0-Endstand traf, eine Selbstverständlichkeit. „In unserer Situation kann es erst mal nur über den Kampf funktionieren“, betont Timme: „Es geht darum, zunächst sicher zu stehen, kein Gegentor zu kassieren. Und das Verteidigen fängt nun mal vorne an.“ Timme lebt den Geist vor, mit dem der SCT das Schreckgespenst Abstieg vertreiben möchte.

Zum Job des „Ghostbuster“ fand Timme kurzfristig. Eigentlich stürmt der Einzelhandelskaufmann für Twistringens Zweite in der 1. Kreisklasse. Als in der Ersten immer mehr Offensivspieler verletzt ausfielen, die Lage tabellarisch immer prekärer wurde, wurde Timme gefragt, ob er einspringt. „Wenn ich gebraucht werde, bin ich da – das ist doch klar. Schließlich sind wir hier ein Club.“ Da müsse an das große Ganze gedacht werden, betont der Routinier: „Ob erste oder zweite Mannschaft – ich werde immer versuchen, dem Verein zu helfen.“

Und das nicht zum ersten Mal. Es ist Timmes dritte Schaffensphase beim SCT. Zwischendurch ging er für den TV Neuenkirchen und seinen Heimat- und Jugendverein TSV Neubruchhausen auf Torejagd.

Das SCT-Logo hatte Timme erstmals 2009 auf der Brust getragen. Der Club war gerade in die Bezirksoberliga aufgestiegen, der damalige Coach Uwe Küpker holte den Offensivspieler aus Neubruchhausen. Richtig gelesen. Küpker. Die beiden kennen sich also seit mehr als einem Jahrzehnt. Und schätzen sich. „Nico verkörpert noch immer die Tugenden, die ihn damals schon ausgezeichnet haben“, sagt der 60-jährige Neu-Alt-Coach: „Er kämpft immer bis zum Umfallen, stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft und will immer noch dazulernen.“ Timme spielt den Komplimente-Doppelpass: „Uwe weiß einfach, wie er mit den Jungs umzugehen hat.“ Der Trainer finde eine gute Mischung aus Strenge und Nähe, vermittle taktische Prinzipien einleuchtend: „Ich bin mit Uwe schon immer super klar gekommen. Ich habe damals schon extrem viel aus der Arbeit mit ihm mitgenommen.“ Arbeit ist ein gutes Stichwort. Es müsse jetzt weiter malocht werden, fordert der Stürmer: „Es wird hart. Aber wir müssen jetzt einfach weitermachen.“

Heiligenfelde daheim, Steimbke auswärts, Mühlenfeld daheim – das sind die kommenden Twistringer Aufgaben. Spiele, in denen sich Timme wieder voll ins Getümmel stürzen wird. Was danach kommt, spiele derzeit noch keine Rolle, meint der Angreifer: „Der Plan ist, dass ich erst mal bis zur Winterpause dabei bleibe. Dann schauen wir weiter.“

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