„Zollstock-Gespräch“ mit Twistringens Trainer

Küpker: „Die Lust am Fußball habe ich nicht verloren“

Impfen? Twistringens Trainer Uwe Küpker (links/hier im Zollstock-Gespräch mit Sportredakteur Julian Diekmann) ist sich noch nicht ganz sicher.
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Impfen? Twistringens Trainer Uwe Küpker (links/hier im Zollstock-Gespräch mit Sportredakteur Julian Diekmann) ist sich noch nicht ganz sicher.

So langsam dürfen sich die Amateurfußballer auf einen Re-Start ihrer Ligen freuen. Wir sprachen mit Twistringens Trainer Uwe Küpker über die Corona-Zeit und seine Pläne für die Zukunft.

  • - Küpker ist „vorsichtig optimistisch“, dass die Bezirksliga im April wieder Fahrt aufnehmen kann.
  • - Der eigene Garten ist für den erfahrenen Coach ein „Ruhepol“. Zudem schwört er auf Fahrradtouren durch den Wald.
  • - Er war bereits beim Wacken Open Air - und Küpker freut sich, wenn Festivals endlich wieder möglich sind.

Twistringen – Uwe Küpker ist heiß auf Fußball. Ein Beispiel gefällig? Am Montag schaute er mal auf der Sportanlage seines SC Twistringen vorbei, wo die D-Junioren wieder trainieren durften. Und der Coach ist auch schon vorbereitet auf die Rückkehr seines eigenen Bezirksliga-Teams. Er hat allen einen 14-Tages-Plan geschickt, den sie bis zum 22. März abarbeiten sollen. Und wenn es die Inzidenzzahlen zulassen, geht’s dann bei der „Ersten“ des SCT nach langer Corona-Zwangspause mit dem Teamtraining los. Vorausgesetzt, das Prozedere mit den vermutlich notwendigen, tagesaktuellen Tests ist umsetzbar. Küpker hat auch auf dem Schirm, dass weitere zwei Wochen später (am Osterwochenende) theoretisch die Punktspiele starten könnten. „Ich bin da vorsichtig optimistisch“, sagt der 61-Jährige und fügt an: „Die Vorbereitungszeit ist nicht allzu lang, muss dann aber eben mal reichen.“

Wie er die aktuelle Corona-Zeit erlebt, verrät der B-Lizenz-Inhaber im Zollstock-Gespräch.

Welche sind Ihre sportlichen Vorsätze für das Jahr 2021?

Ich möchte mit meiner Mannschaft in dieser Saison noch unbedingt in die Meisterrunde der Bezirksliga einziehen. Das würde mich besonders für meine Jungs freuen – und wäre für uns alle ein absolutes Highlight.

Thema Lockdown: Was würden Sie anders machen? Welche Einschränkungen halten Sie für übertrieben?

Man hätte auf alle Fälle sehen müssen, dass man die Gesundheitsämter besser versorgt, auch mit Personal. Und man hätte die Gesundheitsämter besser auf die Situation vorbereiten müssen, damit sie rechtzeitig hätten eingreifen können. Das ist aber total versäumt worden. Erst danach hat man versucht, mit Personalaufstockung – teilweise aus den Finanzämtern – irgendetwas zu regeln, das dann zu spät war. Hinzu kommt, dass ich die Einschränkungen – speziell für kleinere Läden auf dem Dorf – für übertrieben gehalten haben. Mir wäre es lieber gewesen, wenn die Dorfläden eher hätten aufmachen können. Nun freue ich mich, dass sie es, wenn auch eingeschränkt, wieder dürfen. Und bei den Themen Schule und Kindergarten hätte man viel schneller klären müssen, wie es mit der Ansteckungsgefahr bei Kindern und Jugendlichen aussieht. Ich habe drei Enkelkinder, die in den Kindergarten gehen. Es wäre sinnvoller gewesen, Erzieher und Lehrer eher zu impfen, damit die Kinder schneller wieder rauskommen. Meine Tochter Maren ist Förderschullehrerin in Vechta und hat am Samstag einen Impftermin bekommen.

Was ist Ihr nächstes Corona-Projekt? Und was haben Sie bisher schon umgesetzt?

Ich habe einen eigenen Garten, da kann man schon das eine oder andere machen. Und Sport treibe ich auch. Ich fahre unheimlich gerne Fahrrad. Da ich mir vor vier Jahren einen Kreuzbandriss zugezogen habe, der konservativ behandelt worden ist, ist Laufen bei mir eher schwierig. Dafür walke ich sehr gerne. Ich versuche, mich so viel wie möglich zu bewegen, gerade auch deswegen, weil ich im Außendienst tätig bin. Auch bei der Ernährung versuche ich mich zurückzuhalten und nicht jeden Abend aus Langeweile zu den Süßigkeiten zu greifen.

Welcher ist Ihr Lieblingsort, um Kraft zu tanken beziehungsweise um zur Ruhe zu kommen?

Ich tanke Kraft, wenn ich mit dem Fahrrad im Wald unterwegs bin. Aber auch mein eigener Garten ist ein Ruhepol für mich. Ich habe in meinem Garten kein Haus davor, sondern einen großen Spielplatz mit vielen Bäumen. Dort zu relaxen, tut wirklich sehr gut.

Noch kein Training, keine Wettkämpfe, vielleicht andere Hobbys: Wie sehr beschäftigen Sie sich in der Coronazeit damit, weniger leistungsorientierten Sport zu treiben oder gar ganz damit aufzuhören? Oder ist die Lust aktuell größer denn je?

Aufhören werde ich jetzt nicht. Ich habe zwar schon ein gewisses Alter erreicht, aber ich habe beim SC Twistringen etwas angeleiert, dass ich mit meinen Jungs fortführen möchte. Die Lust am Fußball habe ich definitiv nicht verloren. Ganz im Gegenteil. Das zeigt mir auch das Feedback, das ich von meinem Team bekomme.

Buch, Serie oder Film – was haben Sie zuletzt gelesen oder geschaut?

Ich bin ehrlich gesagt, kein großer Fernseh- oder Seriengucker. Es sind dann doch eher Sportsendungen, die ich mir gerne im TV anschaue. Aber was ich immer gerne abends zum Abschluss schaue, sind Nachrichtensendungen wie die Tagesthemen oder das heute-journal. Feste Bücher habe ich zurzeit nicht. Wenn ich mal etwas lese, dann interessiere ich mich besonders für Bücher, die mit der Psychologie des Menschen zu tun haben.

Arbeiten im Homeoffice – angenehme Abwechslung oder Belastung?

Ich arbeite im Außendienst, bin teilweise im Homeoffice, teilweise draußen unterwegs. Aber ich bin lieber draußen. Durch das Homeoffice besteht ja auch immer die Gefahr, dass soziale Kontakte flöten gehen können. Das ist bei mir jetzt nicht der Fall, da ich die Möglichkeit habe, rauszufahren. Von daher ist das Homeoffice für mich keine allzu große Belastung.

Corona-Impfung: Ja oder Nein?

Da bin ich mit mir im Zweifel. Ich bin über 60 Jahre alt, erst in der dritten Gruppe dran. Darüber bin ich schon etwas froh. Ich warte jetzt erst mal die kommenden Monate ab, wie sich alles entwickelt. Wenn ich dann dran sein sollte, werde ich mich entscheiden, ob ich mich impfen lasse oder nicht. Sollte ich mich impfen lassen, dann gerne mit dem erfolgversprechendem Präparat, was aktuell ja Biontech sein soll. Der russische oder chinesische Impfstoff kommt für mich nicht in Frage.

Stadion, Konzert, Theater, Urlaub? Was machen Sie zuerst, sobald es wieder erlaubt ist?

Durch meinen Schwiegersohn Andre Jürgens (Geschäftsführer des Sulinger Reload-Festivals, d. Red.) bin ich so ein bisschen in die Festival-Szene hineingerutscht. Ich war mit ihm sowohl beim Wacken- als auch beim Reload-Festival. Deswegen würde ich gerne mal wieder ein Festival oder Konzert besuchen wollen. Und natürlich hätte ich große Lust auf ein Fußballspiel. Vor nicht allzu langer Zeit war ich in England, habe mir dort das Spiel von Manchester United gegen Huddersfield Town angeschaut. So etwas würde ich gerne mal wieder planen.

Welche sportliche Schlagzeile wollen Sie 2021 über sich lesen?

Dass wir mit dem SC Twistringen in die Meisterrunde einziehen.

Steckbrief

Name: Uwe Küpker

Alter: 61 Jahre

Wohnort: Twistringen

Beruf: gelernter Industriekaufmann, inzwischen Verkaufsleiter bei einem technischen Handel in Twistringen

Größte sportliche Erfolge: Aufstieg mit den A-Junioren des SC Twistringen in die Bezirksoberliga 1977; Landesliga-Aufstieg mit dem VfL Oythe 2003; Bezirksligatitel mit dem SC Twistringen 2009; Bezirksoberliga-Klassenerhalt mit dem SC Twistringen 2010

Verein: SC Twistringen

Privates: Verheiratet mit Christa; die Töchter Maren und Svenja sind 39 und 38 Jahre alt

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