Twistringen verliert im Halbfinale des Bezirkspokals mit 1:3 gegen Bavenstedt

Zwei falsche Entscheidungen schließen Sensation aus

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Oliver Schröder holt den Ball aus dem Netz, nachdem Jane Zlatkov (Nummer 16) zum 2:0 für Bavenstedt traf.

Twistringen - Von Daniel Wiechert. Als der Halbzeitpfiff ertönte, wischte sich Twistringens Thorben Deepe mit beiden Händen durchs Gesicht, schüttelte den Kopf. Er wusste in diesem Moment, dass die Chancen zur Sensation auf ein Minimum gesunken waren. Durch einen kapitalen Fehlpass hatte Deepe das 0:1 verschuldet. Ein Tor, das den Favoriten SV Bavenstedt in die Spur brachte. Am Ende gewann das Team aus einem Stadtteil Hildesheims mit 3:1(2:0) im Bezirkspokal-Halbfinale beim SC Twistringen.

„Ich habe die Situation falsch eingeschätzt“, sagte Deepe nach dem Schlusspfiff: „Ich wollte es spielerisch lösen. Doch der Pass kam zwei, drei Meter zu kurz – und ich habe im Augenwinkel nicht den 16er gesehen.“ Jener Mann mit der Rückennummer 16 beim Landesligisten Bavenstedt ist Jane Zlatkov. In der 27. Minute spekulierte er im Rücken Deepes, der zurück auf den „letzten Mann“ Oliver Schröder passte. Bavenstedts Stürmer erlief den verhungernden Ball, rauschte mit immensem Tempo an Schröder vorbei, umkurvte SCT-Keeper Jens Lange und traf zum 1:0 für die Gäste. „Das war ärgerlich, weil es ein Pass ohne Bedrängnis war“, sagte Twistringens Trainer Stefan Müller zur Szene: „Bis dahin hatten wir es richtig gut gemacht.“

Und bis dahin hätte der Bezirksligist aus Twistringen vor 410 Zuschauern gar in Führung liegen können/müssen. Sieben Minuten vor dem 0:1 kam Timo Hiller nach einem langen Pass aus dem Mittelfeld in den Bavenstedter Strafraum in Schussposition, doch von halblinks schaufelte er den Ball mit dem rechten Außenrist knapp am langen Pfosten vorbei. Es fehlten Zentimeter für das Tor, das die konterstarken Twistringer an der Sensation hätte schnuppern lassen. „Ich habe erst noch überlegt, den linken Fuß zu nehmen. Leider habe ich dann die falsche Wahl getroffen. In solchen wichtigen Spielen ist es leider oft so, dass man schnell die falsche Option wählt“, trauerte Hiller der vergebenen Chance hinterher.

Die Gäste waren effektiver: In der 33. Minute schippte Mike Wiedemann den Ball in den Sechzehner, Zlatkov nahm die Kugeln an und schob diese in einer fließenden Bewegung ins linke Eck – 2:0. „Hier sieht man, dass sie den Anspruch haben, in der Landesliga oben mitzuspielen“, meinte Hiller zur Kaltschnäuzigkeit des Landesliga-Siebten.

Auch nach der Halbzeit blieb Bavenstedt abgezockt. Sven Reimann stellte mit einem Traumpass durch die Nahtstelle die SCT-Defensive schachmatt, Marcel Hartmann vollstreckte aus zehn Metern ins linke Eck – 3:0 (57.). Die wundersame Twistringer Pokal-Reise mit Siegen gegen den TV Stuhr (4:1), den ASC Nienburg (5:0), den SV BE Steimbke (3:2), den TSV Bisperode (2:1) und den HSC Hannover (5:3 n.E.) war vorbei, fand aber noch einen Höhepunkt: Nach einem Hiller-Freistoß behielt Kapitän Oliver Schröder in seinem letzten Pokalspiel für die Blaumeisen die Übersicht, legte auf Andre Marischen ab, der aus kurzer Distanz zum Ehrentreffer einschob – 1:3 (85.). „Hütte voll, ein Tor gemacht, wir sind absolut zufrieden“, bilanzierte Müller.

Bereits morgen um 16 Uhr geht‘s für den SCT mit dem Heimspiel gegen den Liga-Zweiten SV BE Steimbke weiter. Dass das Müller-Team Steimbke schlagen kann, hat dieses Pokal-Jahr ja bereits gezeigt.

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