SC Twistringen besiegt HSC Hannover im Elfmeterschießen / „Absoluter Wahnsinn“

Ein Käfig voller Helden

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Elfmeter? Vom Keeper links! So hat es Twistringens Torhüter Mark Schultalbers vom Papa gelernt. Es hat geholfen.

Twistringen - Von Arne Flügge. Als Oliver Schröder den Matchball verwandelt hatte, brachen alle Dämme. Urschreie, wilde Tänze, Umarmungen, Jubelarien – und mittendrin ein Trainer, der von gleich fünf Bierduschen auf einmal völlig durchtränkt wurde. „Das ist der absolute Wahnsinn“, jubelte Stefan Müller, nachdem er sich pitschnass den müffelnden Schaum aus dem Gesicht gewischt hatte. Pech nur für den Coach, dass er entgegen seiner sonstigen Gepflogenheiten diesmal keine Ersatzkleidung im Auto hatte...

Doch Müller war’s in diesem Moment egal. Nach einer Energieleistung hatte Fußball-Bezirksligist SC Twistringen am Donnerstagabend gerade vor rund 300 Zuschauern im „Käfig B-Platz“ Landesligist HSC Hannover mit 5:3 nach Elfmeterschießen besiegt und war ins Halbfinale des Bezirkspokals eingezogen.

Es war ein Abend, der gleich mehrere Helden gebar. Da war zum einen Hauke Neubert. In der 80. Minute beim Stand von 0:1 eingewechselt, übernahm er kurz darauf Verantwortung, verwandelte einen von Hüsnü Sabab an Niklas Hiller verschuldeten Foulelfmeter sicher zum 1:1 (85.) und erzwang damit das Elfmeterschießen. Auch dort gab er sich keine Blöße

Da war Kapitän Schröder, der beim entscheidenden Elfmeter die Nerven behielt und sein Team ins Halbfinale schoss. „Ein bisschen aufgeregt war ich schon“, räumte der Abwehrchef ein, „doch ich hatte gesehen, dass sich der Torwart immer sehr früh bewegt. Da habe ich abgewartet und den Ball reingeschoben.“

Da war zudem Mark Schultalbers. Der SCT-Torhüter zeigte eine Klasseleistung, vereitelte mit Glanzparaden im Verlaufe der 90 Minuten gleich fünf Großchancen der Gäste. „Mark hat uns heute im Spiel gehalten. Das war überragend“, lobte Coach Müller seinen Keeper. Zudem parierte Schultalbers den ersten Elfmeter und brachte seine Mannschaft damit auf die Siegerstraße. Klar, dass der Torhüter total happy war. „Das ist ein überragend starkes Gefühl. Ich habe noch nie vor so vielen Zuschauern einen Elfmeter gehalten“, strahlte der 21-Jährige: „Das ist für mich ein absolutes Highlight.“

Das Geheimnis seines Erfolges gab der Tormann dann auch gleich preis. „Es sind die Gene“, lachte der Filius von Ex-SCT-Torwart Andreas Schultalbers: „Papa hat mir immer gesagt: Beim Elfer in die linke Ecke.“ Gesagt, getan.

Es waren an diesem Abend aber nicht nur diese drei Protagonisten, die für die Pokalüberraschung sorgte. Der vierte Held war die gesamte Mannschaft. Nach einer 30-minütigen Ehrfurcht vor dem Favoriten, der bereits in der neunten Minute durch Evren Serbes mit 1:0 in Führung gegangen war, hatte der SC Twistringen seine Scheu abgelegt und sich vor allem nach dem Wechsel mit Mut und Leidenschaft dem Gegner entgegengeworfen. „Kampf und Einstellung waren unglaublich“, sagte Schröder. Natürlich hatten die Gastgeber auch das Glück des Tüchtigen. „Hannover hätte den Sack zumachen können. Sie haben es aber nicht getan, und zum Schluss ist ihnen nicht mehr viel eingefallen“, frohlockte Trainer Müller – und floh vor der nächsten Bierdusche.

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