TVN-Spielertrainer gibt seiner Mannschaft den Mut in Twistringen zurück – 2:2

Michael Geisler drückt zum Abschied den Powerknopf

Michael Geisler sorgte nicht nur mit seinem Anschlusstreffer dafür, dass Neuenkirchens Brust von Minute zu Minute breiter wurde in Twistringen. Starker Auftritt des 37-Jährigen in seiner letzten Partie als TVN-Spielertrainer.
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Michael Geisler sorgte nicht nur mit seinem Anschlusstreffer dafür, dass Neuenkirchens Brust von Minute zu Minute breiter wurde in Twistringen. Starker Auftritt des 37-Jährigen in seiner letzten Partie als TVN-Spielertrainer.

Twistringen - Von Daniel Wiechert. Großer Auftritt beim letzten Auftritt als Spielertrainer: Angeführt von Michael Geisler feierte der TV Neuenkirchen ein starkes Comeback beim Bezirksliga-Auswärtsspiel in Twistringen, kam nach 0:2-Rückstand noch zu einem 2:2. „Wir waren anfangs nicht griffig genug, nicht heiß genug darauf, hier etwas zu holen. Erst mit dem Anschlusstreffer haben wir daran geglaubt“, sagte Geisler.

Und für diesen hatte Geisler, der nach der Partie von Dirk Meyer als TVN-Coach abgelöst wurde, höchstpersönlich gesorgt. Bei einem langen Ball, der Twistringens Verteidiger Oliver Schröder („mein Fehler“) durchrutschte, war Geisler zur Stelle, schubste die Kugel in Torjägermanier halb im Fallen aus 14 Metern zum 1:2 (32.) über die Linie. „Ich habe schon darauf spekuliert“, sagte der 37-Jährige mit einem spitzbübischen Grinsen: „Man konnte erahnen, dass er da nicht richtig hinkommt.“

Vorher hatten die Neuenkirchener allerdings überhaupt nichts zu lachen. Twistringen war in der Anfangsphase klar die bessere Mannschaft gewesen, ging extrem früh drauf, zwang die Gäste zu etlichen Fehlpässen. „Wir haben versucht, es spielerisch zu lösen, aber gerade auf diesem Rasen hätten wir einfach klare Dinger spielen müssen“, erklärte Geisler.

So auch vor der Twistringer Führung, als der starke Dennis Kuhangel den Ball eroberte und auf Niklas Hiller weiterleitete. Dieser legte im Sechzehner quer zu Julian Fuhrmann – 1:0 (9.). Die Blaumeisen blieben am Drücker, erspielten sich Chance um Chancen, doch sowohl Kuhangel (13.) als auch Fuhrmann (19./26.) scheiterten knapp. Dann nahm Kuhangel Maß, jagte einen 27-Meter-Freistoß links oben in den Knick – 2:0 (27.).

„Die ersten 30 Minuten haben wir richtig guten Fußball gespielt“, zeigte sich SCT-Trainer Stefan Müller angetan, seufzte aber einen Atemzug später: „Wir haben es leider versäumt, das dritte Tor nachzulegen.“

Nach dem Anschlusstreffer war es nämlich vorbei mit der Twistringer Glückseligkeit. Geisler hatte mit dem 1:2 den Powerknopf der Gäste gedrückt. Neuenkirchen gewann plötzlich Kopfballduelle im Mittelfeld, erkämpfte sich zudem die auf diesem tiefen Geläuf immens wichtigen zweiten Bälle. Es machte sich auch bezahlt, dass sich Geisler nach Wiederanpfiff tiefer fallen ließ, die Bälle hinten abholte und diese gemeinsam mit den immer besser werdenden Carsten Hildebrandt und Timo Lües klug verteilte. So kamen die Gäste zu einigen Chancen, doch sowohl Geisler (51.) als auch Torben Schoof (52.) scheiterten an SCT-Keeper Mark Schultalbers.

Die Twistringer hatten nur zwei Entlastungsangriffe. Erst konnte TVN-Defensivmann Schoof eine starke Einzelaktion von Andre Lausch (62.) erst auf der Linie klären, dann hatte Matthias Aust Pech mit einem Lattentreffer (66.).

Ansonsten blieb Neuenkirchen am Drücker. „Wir haben im Mittelfeld kaum noch Zweikämpfe gewonnen“, schüttelte Müller mit dem Kopf: „Ich glaube, es sind so ungefähr 80 Flanken in unseren Strafraum gesegelt – irgendwann kannst du es dann nicht mehr verteidigen.“ Dieses „Irgendwann“ geschah in der 86. Minute: Thomas Weiner schlug von halblinks einen Freistoß in die Box – im Getümmel behielt der eingewechselte Sebastian Klare die Übersicht, hievte mit dem Rücken zum Tor stehend die Kugel mit dem Hinterkopf ins Netz – 2:2. Zwei Minuten später hatte Lües sogar den TVN-Siegtreffer auf dem Schlappen, doch seine Volleyabnahme trudelte am Kasten vorbei.

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