Startnummer 37: SV Kirchweyhe Rhönrad-Mannschaft

SV Kirchweyhe Rhönrad

Ein starkes Team (von links): Philine Engler, Carolin Witt, Stella Engler, Lorena Hieke und Nicola Ehlers von der SV Kirchweyhe.

Weyhe - Kaum hat es Mona Hundrieser ausgesprochen, passiert es: Ein Mädchen fängt an zu schreien, bevor die ersten Tränen über die kleine Wange kullern. Doch Hundrieser ist sofort zur Stelle, schaut sich die betreffende Stelle am Finger an, findet die richtigen und beruhigenden Worte, sorgt dann schnell für Ablenkung. Sekunden später ist alles wieder gut. „Ja, Finger einklemmen gehört dazu“, sagt Hundrieser jetzt noch einmal: „Aber richtige Verletzungen gibt es zum Glück sehr wenige.“ Die 29-Jährige muss es wissen. Schließlich ist sie schon seit mehr als 20 Jahren beim Rhönradturnen dabei, seit einigen Jahren ist sie auch die Abteilungsleiterin bei der SV Kirchweyhe. Zudem trainiert sie gemeinsam mit Isabell Ewald die Turnakrobaten im Rad.

Und das mit durchschlagendem Erfolg. 2015 hatte Lorena Hieke den ersten deutschen Meistertitel nach Kirchweyhe geholt, 2016 legte Carolin Witt nach, wiederholte das Kunststück in der Altersklasse 13/14. „Das war ein Super-Erfolg für Caro“, sagt Hundrieser: „Bei der norddeutschen Meisterschaft war sie Zweite. Dort hatte sie allerdings einen kleinen Patzer drin. Deshalb wussten wir, dass sie noch etwas Luft nach oben hat.“ Der Sprung in den deutschen Rhönrad-Olymp gelang Witt dann tatsächlich in Essen.

Für Hieke stand der Höhepunkt des Jahres im hessischen Marburg an. Als erste Kirchweyherin überhaupt war sie bei einer WM-Qualifikation dabei, am Ende wurde die mit Abstand jüngste Teilnehmerin nach zwei Quali-Runden Neunte. Damit war der Traum vom ersten internationalen Wettkampf aufgeschoben; aber nicht aufgehoben. „Lorena hat Blut geleckt“, betont Hundrieser: „Und von ihrem Trainingszustand ist das nicht utopisch.“ Auch Witt träumt davon, irgendwann mal bei einer WM am Start sein zu können.

Diese ambitionierten Fernziele zeigen, welche Entwicklung der Rhönrad-Sport bei der SV Kirchweyhe genommen hat. Wer beim Training vorbeischaut, merkt direkt, dass ein besonderer Umgangston herrscht. Es wird viel gelacht, viel miteinander geredet. Einen Lautsprecher gibt es nicht. Von hierarchischen Strukturen, geschweige denn von einem Drill ist nichts zu spüren. Auffällig: Die ganz Gruppe trainiert zusammen, Sechsjährige mit 25-Jährigen. „Man soll ja von seinen Vorbildern lernen können“, erklärt die Abteilungsleiterin: „Außerdem sollen die Jüngsten auch ein Bild davon bekommen, was in unserer Sportart mit viel Training alles möglich ist.“

Die Trainerinnen versuchen, die Einheiten möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Auf längere Aufwärmphasen folgen beispielweise Übungen am Boden, am Reck oder auf dem Trampolin. Schließlich sei Rhönrad ein komplexes Sportgerät. „Ich war immer schon turnaffin“, denkt Sport- und Mathe-Lehrerin Hundrieser an ihre Anfänge zurück: „Rhönrad war noch einmal eine andere Herausforderung, weil das Gerät noch einmal eigene Dimensionen mitbringt, in denen man sich bewegt. Das erfordert eine perfekte Körperbeherrschung.“

Hundrieser und Ewald scheinen ein Händchen dafür zu haben, diese Vielfältigkeit vermitteln zu können. Neben Witt und Hieke sorgten weitere Kirchweyherinnen 2016 für Erfolge. So gewannen beispielsweise Kaya Straßberger (9) und die Valentina Unger (12) in ihren Altersklassen den Landesbestenwettbewerb in Göttingen. Unger überzeugte zudem als Vierte bei den deutschen Jugendmeisterschaften und als Landesmeisterin (beides in der Altersklasse B12). In der AK 9/10 ging der Landesmeister-Titel an Lucy Werner.

Ein weiterer Höhepunkt war die norddeutsche Meisterschaft, die im September von der SV Kirchweyhe ausgerichtet wurde. Carolin Witt, Nicola Ehlers, Lorena Hieke und Philine Engler kamen als Team auf den achten Rang. - wie

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