„Grandioser“ Freistoß und sicherer Elfmeter beim 5:0 in Bassum / „Haben gezeigt, wo es langgeht“

Türker, der Bengel-Bändiger

Taskin Türker zeigt es mit den Fingern an: Zwei Tore gelangen Wetschens Libero beim 5:0-Coup in Bassum. An der kulinarischen Vorbereitung kann‘s nicht gelegen haben – Brot mit Butter und Käse gibt es bei ihm schon ewig.

Kreis-Diepholz - WETSCHEN (ahe) · Vor der Bezirksliga-Partie beim TSV Bassum fehlte es den Fußballern des TSV Wetschen so ziemlich an allem. Zwei Niederlagen hatten ihnen ordentlich zugesetzt. Lockerheit und Selbstvertrauen waren drauf und dran, gänzlich von der Bildfläche zu verschwinden, nachdem der gute Saisonstart keine Fortsetzung gefunden hatte. Und obwohl auch Goalgetter Giovanni Esposito nicht mit zum Tabellenzweiten gereist war, passierte dies: Fünf Tore feierten die Gäste, kein einziges der Favorit aus der Lindenstadt. Entscheidend am Erfolg beteiligt: Libero Taskin Türker.

„Elfmeter und Freistöße aus 20 Metern gehören Türker. Ich bin immerhin seit fünf Jahren hier.“ Mit dieser Forderung war der 28-Jährige schon öfter an Trainer Franz-Josef Ripke herangetreten. Und der schenkt seinem „letzten Mann“ das Vertrauen – mit Erfolg. Den Freistoß-Schlenzer zum 1:0 fand Ripke „grandios. Das war seine Position.“ Türkers verwandelter Strafstoß zum 3:0 habe dem TSV Wetschen dann noch „den letzten Schuss Sicherheit“ gegeben. Obwohl der in Deutschland geborene, aber mit einem türkischen Pass ausgestattete Defensivarbeiter beim TuS Lemförde einst im Mittelfeld wirbelte, kann er sich an seinen letzten Doppelpack so „überhaupt nicht erinnern“.

Türker sagt zwar, dass er „gerne wieder offensiver“ spielen würde, doch eigentlich ist die Zauberei gar nicht mehr so sehr sein Ding – was auch an seiner Mentalität liegen könnte. Im Türkei-Urlaub mit seiner italienischen Freundin Sara sei er schon als Deutscher verschrien. Ein Beispiel gefällig? „Sara und ich essen Abendbrot mit Butter und Käse und so. In der Türkei haut man sich ein warmes Vier-Gänge-Menü rein. Da gibt‘s nochmal richtig Pfeffer“, so Türker, der es in seiner Karriere offenbar nicht mehr zum Standfußballer bringen möchte und durchaus auf die Linie achtet.

An Durchschlagskraft fehlt es dem in der Metallbranche tätigen Schichtarbeiter jedoch weiß Gott nicht, wie die Spieler des TSV Bassum vorgestern deutlich zu spüren bekamen. „Zusammen mit meinen Manndeckern Enno Kohl und Faruk Gören haben wir den jungen Bengels gezeigt, wo es langgeht. Die haben die Härte nicht gut vertragen“, meint Türker. Der Abwehrchef räumte ordentlich ab und kam ohne grobes Foulspiel aus. Das sah in dieser Saison auch schon ganz anders aus: Eine Rotsperre hat Türker fünf Wochen Bezirksliga-Fußball gekostet, beim 0:3 in Lessen flog er mit Gelb-Rot vom Platz. „Viel mehr lasse ich nicht zu“, kommentiert Coach Ripke die Verfehlungen. Er habe mit Türker darüber gesprochen, „jetzt ist alles wieder okay“.

Der Sünder selbst relativiert: „Das war erst meine zweite Rote Karte hier in Wetschen. Ich bin keiner, der andere Spieler umtreten will. Der Trainer und ich haben uns ausgekotzt, das war‘s.“ Besserung versprechen kann Türker allerdings nicht: „Auf dem Platz kenne ich keine Freunde. Da springen auch mal die Sicherungen raus.“ Oder es fallen zwei Bälle ins gegnerische Tor. Absender: Taskin Türker, das Rauhbein mit dem feinen Füßchen.

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