Startnummer 12

Triathlet Arne Reuter stellt Bestzeit auf

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Startnummer 12: Triathlet Arne Reuter

Weyhe - Rund 226 km lang hat Arne Reuter um jede Sekunde gekämpft, und dann die letzten 300 Meter im Triathlonstadion in Roth. Keine Eile, kein Stress, einfach nur genießen. Freudestrahlend nimmt Reuter beim Zieleinlauf des diesjährigen DATEV Challenge Roth die Glückwünsche entgegen, die Freundin Sandra sowie weitere Freunde und Bekannte ihm von der Tribüne aus zukommen lassen.

Umarmen, abklatschen, dann ist es vollbracht. In 9:46:37 Stunden stellte der Triathlet vom SC Weyhe eine neue Bestzeit auf und landet damit im Vorderfeld von 3400 Startern. Kein Ironman kreisweit war in 2015 schneller.

Arne Reuter hatte mit sich selbst ein Rechnung offen. In 2014 war er in Roth „eingebrochen“, befand sich dabei allerdings in zahlreicher Gesellschaft. Der Grund: Unerträgliche Schwüle hatte den Athleten bei ihrem Rennen (3,8 km Schwimmen/180 km Rad/42,195 km Lauf) derart zu schaffen gemacht, dass viele aufgeben mussten. Bei seiner inzwischen vierten Teilnahme in Roth wünschte sich Reuter ein besseres Ergebnis. Doch dann gab es erneut eine Hitzeschlacht mit Temperaturen um 30 Grad.

Nach vielen Jahren Triathlon verfügte Reuter allerdings über genügend Erfahrung, um damit umzugehen. Und an Kampfgeist mangelt es ihm ohnehin nicht. „Im Ausdauersport zählt vor allem mentale Stärke“, sagt Reuter. „Ich kenne meinen Körper. Auch wenn ich im Rennen schwer arbeite, im Kopf bin ich dabei total locker.“

Der sportliche Werdegang des 40-Jährigen ist ein außerordentlicher, denn bis zum Jahr 2002 bestand seine sportliche Betätigung aus „gar nichts“. Dann absolvierte er im Rahmen des Hamburg-Marathons den ersten 10-km-Lauf, als Spendenläufer für krebskranke Kinder. „Die Stimmung war grandios“, erinnert sich der Systemingenieur. Reuter war „infiziert“. 2003 folgten gleich zwei Marathons, beide über vier Stunden. 2008 verbesserte sich Reuter an der Seite des Nordbremers Frank Themsen auf 3:04 Stunden: „Ich hab in diesem Rennen unglaublich viel gelernt und war happy.“ 2008 folgte auch der erste Triathlon. Mit dem Trekkingrad bewältigte Reuter die Kurzdistanz beim Hamburg Cityman in 2:35 Stunden. Und hatte von nun an seinen Sport gefunden. Die Distanzen wurden länger, die Leistungen immer besser. 2009 die erste Mitteldistanz in Hannover in 4:51 Stunden. 2010 dann die Langdistanz-Premiere in Roth in 11:28 Stunden und danach in Bremen der Marathon in 2:54 Stunden.

Sechs Langdistanzen hat der 40-Jährige inzwischen absolviert, die Schnellste in diesem Jahr in Roth, die ihm im Rahmen der deutschen Meisterschaft unter 450 Konkurrenten den zehnten Platz in seiner Altersklasse einbrachte und den Zieleinlauf zu einem besonderen werden ließ: „Da gibt es Leute, die auch dann noch verbissen kämpfen. Nein, das muss man genießen, das ist ein unbeschreibliches Gefühl!“

Vier Wochen nach Roth setzte Reuter noch eins drauf und holte sich in Wilhelmshaven über die Mitteldistanz in der M40 ebenfalls in Bestzeit (4:28:49) seinen ersten ersten Landesmeistertitel.

Auch in diesem Jahr wird Reuter wieder in Roth dabei sein, diesmal allerdings in der Rolle des Betreuers für seine Teamgefährten Gerd Cordes und Sascha Bettker. Sich selbst hat Reuter ein Jahr Langdistanzpause verordnet, um dann 2017 zu zeigen: Es geht noch schneller. Keine Frage, dass er das schaffen kann.

el

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