Jörg Behrens nutzt die Fußball-Zwangspause

„Treffen mit der Familie fehlen mir am meisten“

Gemütlicher Plausch vor einem begehrten Mietobjekt: In einem der heimeligen Schlaffässer auf dem Campingplatz von Jörg Behrens (rechts) wäre der Corona-Mindestabstand zu Sportredakteur Cord Krüger (l.) nicht möglich gewesen. Also lief das Gespräch mit „Jockel“ unter freiem Himmel in der Ihlbrocker Idylle am Ufer der Hunte ab.
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Gemütlicher Plausch vor einem begehrten Mietobjekt: In einem der heimeligen Schlaffässer auf dem Campingplatz von Jörg Behrens (rechts) wäre der Corona-Mindestabstand zu Sportredakteur Cord Krüger (l.) nicht möglich gewesen. Also lief das Gespräch mit „Jockel“ unter freiem Himmel in der Ihlbrocker Idylle am Ufer der Hunte ab.

Früher begnadeter Mittelfeldspieler, heute engagierter Trainer ‒ aber auch als Physiotherapeut, Campingplatzbetreiber und Gastronom ist Jörg Behrens bekannt. Wir sprachen mit „Jockel“ über seine Corona-Zeit. Natürlich auf Abstand im Zollstock-Interview.

Ihlbrock – Ein trister November liegt hinter Gastronomen, Beschäftigten aus der Tourismusbranche – und Fußballtrainern. Jörg Behrens ist also dreifach gebeutelt – denn ihn treffen all diese Bereiche des Corona-bedingten Teil-Lockdowns. „Jockel“ trainiert nicht nur den Kreisliga-Süd-Spitzenreiter Barnstorfer SV, sondern leitet mit seiner Familie auch den Campingplatz „Huntesee“ im idyllischen Ihlbrock sowie das urige Lokal „Jockels Pinte“ in unmittelbarer Nähe der Anlage. Doch der 39-Jährige gibt sich gefasst und gelassen. Denn erstens darf er ohne die großen Einschränkungen wie beim ersten großen Kontaktverbot im Frühjahr seinem Hauptberuf als Physiotherapeut nachgehen, zweitens hat er auf dem Areal am Hunteufer zwischen gepflegten Wohnwagen-Stellplätzen und gemütlichen Schlaffässern auch ohne Gäste genug zu tun. Drittens muntert ihn und Ehefrau Anika Söhnchen Iggy (elf Monate jung) auf.

Wie beurteilst Du die aktuellen Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung, die erneute Zwangspause für den Amateursport – und was nervt mehr als beim ersten Lockdown?

Die Maßnahmen sind ärgerlich, aber auf jeden Fall sinnvoll, wenn man sieht, wie sich die Zahlen entwickeln. Das müssen wir alle möglichst schnell runterregeln. Der Lockdown in der Gastronomie betrifft mich zwar auch, aber anders geht es nicht: Ich habe es ja selbst gesehen: Wenn einer einen im Tee hat, spielt Abstand plötzlich keine Rolle mehr.

Unser kleiner Sohn Iggy hält alle auf Trab.

Jörg Behrens über seine zurzeit liebste Freizeitbeschäftigung

Welches ist Dein nächstes Corona-Projekt?

(Behrens lacht): Wir haben hier wirklich genug zu tun! Momentan renovieren wir weiter unsere Kneipe. Die Küche wurde bereits erneuert, jetzt sind die Toiletten dran. Beides hatten wir vorher schon geplant, aber jetzt ist mehr Zeit dafür. Und unser kleiner Sohn Iggy hält alle sowieso auf Trab.

Wie hältst Du Dich momentan fit – und welche ist Deine Lieblingsübung?

Ehrlich gesagt, haben Anika und ich Spaß daran gefunden, uns übers Fernsehen Youtube-Filmchen über Workout-Übungen anzusehen und nachzumachen. Da sind viele witzige, aber auch anstrengende Sachen dabei. Ansonsten gehe ich noch Joggen – also das Normale.

Kein Training, keine Wettkämpfe: Wie sehr beschäftigst Du Dich in der Corona-Zeit damit, weniger leistungsorientierten Sport zu treiben oder gar ganz damit aufzuhören?

Fußball gehört einfach zu mir, damit werde ich auch nicht aufhören. Dafür liebe ich diesen Sport viel zu sehr. Im Moment hätte ich auch gar nicht die Zeit, darüber einen Gedanken zu verschwenden, weil es hier auf dem Campingplatz genug zu tun gibt. Da passt mir die sportliche Pause vielleicht sogar ganz gut in den Kram.

Welche Absage für die kommenden Wochen oder Monate schmerzt am meisten?

Wie schon beim ersten Lockdown tut es mir besonders weh, die Familie nicht treffen zu können. Ich bin ja sehr familiär gestrickt, meine Schwestern haben ebenfalls kleine Kinder. Für das Zusammensein mit allen ist hier in Ihlbrock immer der Mittelpunkt. Schon während der ersten Welle haben wir das alles runtergefahren und machen es jetzt wieder. Aber es fehlt mir am meisten.

 Im Moment lese ich gerade „Ich bin Zlatan“, also die Biografie von Zlatan Ibrahimovic. Ganz so extrem wie er war ich früher als Spieler zwar nicht, aber ich war bestimmt nicht immer einfach für einige Trainer. . .

Behrens‘ aktueller Buch-Tipp

Buch, Serie oder Film – was hast Du zuletzt gelesen oder geschaut?

Von allem was! Im Moment lese ich gerade „Ich bin Zlatan“, also die Biografie von Zlatan Ibrahimovic. Ganz so extrem wie er war ich früher als Spieler zwar nicht, aber ich war bestimmt nicht immer einfach für einige Trainer. . .

Dann sehe ich im Moment die Netflix-Serie „Die Barbaren“, in der es um die Varusschlacht zwischen Germanen und Römern geht. Und Filme gucke ich immer mal zwischendurch.

Arbeiten im Homeoffice – angenehme Abwechslung oder Belastung?

Für mich kommt Homeoffice ja nicht infrage: Als Physiotherapeut darf ich weiter in der Praxis behandeln. Und darauf, dass ich die Patienten in der Corona-Zeit nach Hause einlade, habe ich, ehrlich gesagt, keine Lust. Aber Anika sitzt als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Osnabrück jetzt mehr im Homeoffice. Sie sagt, dass sie gern mal wieder ins Büro fahren würde, weil sie da einfach mehr schafft. Wer aber die Möglichkeit in seinem Beruf hat, sollte sicherheitshalber Homeffice nutzen. Und wer zum Beispiel gerade nicht um die Welt jetten kann, dürfte vor dem eigenen Rechner produktiver sein.

Wen in Deinem Sport vermisst Du am meisten?

Da gibt es keine bestimmte Person, sondern es ist die ganze Mannschaft vom Barnstorfer SV. Ein paar Jährchen sind wir jetzt ja schon zusammen und haben uns, wie ich finde, ganz gut entwickelt. Wir könnten sogar vom Bezirksliga-Aufstieg träumen. Allgemein vermisse ich dieses ganze Spiel mit allem, was dazu gehört: Am meisten Spaß macht es mir, an der Linie zu stehen und situationsbedingt neue Lösungen zu finden. Aber im Moment gibt es auf der Welt Wichtigeres als Fußball.

Kann Festtagsstimmung aufkommen? Wie werden Weihnachten und Silvester in diesem Jahr?

Mit dem kleinen Iggy werden wir wohl an beiden Festen zu Hause sein, alles ganz in Ruhe. Ich hoffe aber natürlich, dass der Lockdown dann vorbei ist und wir uns als Familie treffen können.

Stadion, Konzert, Theater? Was machst Du zuerst, wenn es wieder erlaubt ist?

Ich glaube, wir werden genüsslich Zeit mit denen verbringen, die wir lange nicht sehen durften. Wir haben eine super Clique und tolle Freunde. Ich glaube, wir werden ganz einfach gepflegt Party machen!

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