Okels Bezirksliga-Coach Lutz Schröder trifft auf seinen Herzensclub TuS Sudweyhe

Ein Trainer, zwei Vereine

Der Campingstuhl ist bei Übungsleiter Coach Lutz Schröder nicht wegzudenken. Foto: jdi

Sudweyhe - Von Carsten Drösemeyer. Wenn Lutz Schröder am Sonntag als Trainer des Fußball-Bezirksligisten TSV Okel beim TuS Sudweyhe antritt, dann schlagen eindeutig zwei Herzen in seiner Brust.

Denn: Der Verkaufsleiter eines metallverarbeitenden Unternehmens coacht nicht nur zusammen mit Spielertrainer Rico Volkmann den Aufsteiger aus Okel, sondern ist gleichzeitig noch Jugend-Koordinator und A-Juniorentrainer des TuS Sudweyhe. Eine reichlich ungewohnte Doppeltätigkeit. Deshalb ist die Partie am Sonntag für den 51-Jährigen natürlich kein Spiel wie jedes andere. „Es wird schon ungewohnt sein“, gibt Schröder zu: „Aber ich musste ja bereits letzte Saison mit Okel gegen Sudweyhes Reserve ran. Also bin ich etwas vorbereitet.“

Doch wie kommt die Verbundenheit zu gleich zwei Vereinen eigentlich zustande? Schröder klärt auf: „Sudweyhe ist schon lange mein Verein. Bis mich mit 28 Jahren eine Knieverletzung gestoppt hat, habe ich für die Erste gekickt, danach war ich noch Spielertrainer der Zweiten und auch später ist der Kontakt nie abgerissen. Beim TuS habe ich bereits viele Positionen ausgeübt.“

Okay, die Liebe zum TuS wäre damit geklärt. Aber wie fanden Schröder und der TSV Okel zusammen? Auch hierfür hat Sudweyhes einstiger Mittelfeldstratege eine einleuchtende Erklärung parat: „Ich wohne seit 20 Jahren in Okel und wurde schon länger bekniet, hier als Trainer anzufangen. Vor zwei Jahren passte dann alles und ich habe zugesagt.“ Eine Entscheidung, die er nicht bereuen sollte. An der Seite von Volkmann führte Schröder das kleine Okel sensationell in die Bezirksliga und war vom Erfolg selbst überrascht. „Eigentlich sage ich ja immer, dass Erfolg planbar ist. Aber mit dem Aufstieg konnte man nie und nimmer rechnen“, schüttelt der 51-Jährige immer noch ungläubig den Kopf: „Okel und Bezirksliga. Darauf hätte doch keiner gewettet.“

Doch es stimmt – und nun muss Schröder ausgerechnet bei seiner zweiten „Flamme“ antreten. Bahnt sich da etwa ein Interessenkonflikt an? Okels Coach verneint glaubhaft: „Es gibt logischerweise Gegner, gegen die ich lieber gewinnen würde. Aber Sonntag zählt für mich nur Okel. Ich möchte natürlich im Idealfall in Sudweyhe gewinnen. Auch wenn ich damit meinen ehemaligen Schützlingen wie Patrick Weniger, Yannik Meier oder Fabian Meyer den Saisonstart vermiesen würde.“

Man merkt: Komplett wohl ist Schröder nicht in seiner Haut. Schließlich müsste er im Falle eines TSV-Coups den Sudweyher Jugendlichen erklären, warum ihr Koordinator und A-Juniorencoach mit Okel „fremdgeht“. „Ach, das verstehen sie schon“, lächelt Schröder: „Deshalb lässt mein Engagement für Sudweyhe ja nicht nach.“ Doch Butter bei die Fische: Wie lange kann man für zwei Vereine gleichzeitig derart engagiert tätig sein? „Also einen Abend in der Woche versuche ich auch meine Frau mal zu sehen“, lacht Schröder: „Nein, im Ernst. Es ist nicht einfach, alles unter einen Hut zu bekommen. Ewig werde ich nicht für beide Vereine arbeiten können.“ Diese Saison hingegen noch auf alle Fälle. Was dann kommt, steht zwar noch in den Sternen – aber mit dem Klassenerhalt in Okel abzutreten, wäre natürlich der perfekte Zeitpunkt. Doch dafür müssen für die noch punktlosen Okeler so langsam Zähler her. Vielleicht ja schon am Sonntag in Sudweyhe. „Ich hätte nichts dagegen“, schmunzelt Schröder: „Zumindest kenne ich beim TuS jeden Grashalm und kann die Anlage sogar aufschließen. Schaden kann das sicher nicht.“  drö

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