Trainer muss den Bezirksligisten verlassen / Club-Chef Grunert: „Neuer Impuls“

Ein Schlussstrich ohne Not: Sulingen beendet Ära Meyer

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So ganz kann Dirk Meyer nicht ergründen, warum FC Sulingen die Zusammenarbeit mit ihm nicht fortsetzen wollte. „Ich war überrascht und enttäuscht“, gesteht der Noch-Trainer des Bezirksligisten, der im Winter von der Kommandobrücke geht.

Sulingen - Von Cord Krüger. Nein, es gab keine Meuterei beim FC Sulingen. „Aus der Mannschaft kam nie irgendein negatives Signal“, stellte Club-Chef Lars Grunert klar. Und nein, Dirk Meyer habe keine überzogenen Forderungen gestellt. „Zum Thema Geld kam es ja gar nicht mehr“, verdeutlichte der Noch-Trainer des Bezirksligisten. Auch sportlich konnte die Club-Führung ihm nichts vorwerfen. Wie auch – angesichts des aktuellen zweiten Bezirksliga-Platzes und noch immer guter Chancen im Bezirkspokal? Trotzdem trennt sich der FC vom 37-Jährigen und sorgt damit in der Fußball-Szene für die dickste Überraschung seit Monaten: Im Winter verlässt Meyer die Trainerbank der Nordsulinger – nach mehr als vier Jahren.

Eine lange Zeit im schnelllebigen Fußball-Geschäft. Vielleicht zu lange, fanden Vorsitzender Grunert und sein Stellvertreter Patrick Sarre: „Durch diese Veränderung wollten wir einen ganz neuen Impuls setzten“, erklärte Grunert gestern. So ein Satz fällt öfter mal – wenn ein Team im Tabellenkeller festsitzt oder den Saisonzielen hinterherhechelt. Beim FC ist gerade das Gegenteil der Fall, wie Grunert urteilt: „Wir sind auf dem Höhepunkt der vergangenen Jahre.“ Aber gerade das, so der Vorsitzende, sei „doch der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel: Die Mannschaft ist intakt, charakterlich gefestigt und erfolgreich. Das erleichtert einem neuen Trainer den Start.“

Der heißt nach der Winterpause Stefan Rosenthal. Meyers bisheriger Co-Trainer übernimmt interimsweise bis zum Saisonende, ehe dann Pedro Pinheiro als Coach der Zweiten aufrückt. So lange wollte Grunert mit Meyer weiterarbeiten, doch als der vor zweieinhalb Wochen erfuhr, dass der Verein das bis 30. Juni laufende Engagement mit ihm nicht verlängert, machte er den Weg schon früher frei. Nach dem letzten Spiel vor der Winterpause – am 7. Dezember zu Hause gegen die SG Hoya – verabschiedet sich Meyer von seinen „Jungs“ und den Fans. „Länger kann und will ich so nicht weitermachen“, begründet der Coach: „Man hat das ja bereits bei anderen Vereinen gesehen, wenn frühzeitig ein Wechsel zum Saisonende feststand. Dann war bei der Mannschaft die Luft raus, die Erfolge blieben aus – und es ging abwärts. Das will ich meiner Truppe nicht zumuten, das hat sie nicht verdient.“

Am Dienstagabend erfuhr „seine Truppe“ von Grunert und Sarre, dass ihr Coach gehen muss – und reagierte konsterniert. Trainieren mochte danach niemand mehr. „Da wurde mir klar, dass wir vor unserer Entscheidung auch Meinungen des einen oder anderen Spielers hätten einholen können“, räumte Grunert ein: „Das war ein Fehler, und den haben wir den Jungs gegenüber auch eingestanden.“

Meyer hingegen vermisst immer noch eine fundierte Begründung, warum der Verein die Zusammenarbeit mit ihm nicht verlängern wollte. „Natürlich war ich überrascht und enttäuscht. Auch mir gegenüber wurde der Wunsch nach dem neuen Impuls geäußert. Es hört sich jetzt komisch an – aber mehr weiß ich nicht. Mir wurde versichert, dass alle total zufrieden sind und sich freuen, wie es sportlich läuft. Also tappe ich noch ein bisschen im Dunkeln, warum ich gehen muss.“

Nach vier Jahren als Spieler und weiteren vier als Trainer endet also beim FC die Ära Dirk Meyer. Im Oktober 2010 hatte er die Nachfolge des entlassenen Eckhardt Kotrade angetreten. Der Ex-Landesliga-Kicker hängte dafür seine Fußballschuhe an den Nagel, „weil ich mich voll auf meine Traineraufgaben konzentrieren wollte“. Das gelang ihm prima: Der zunächst als Übergangslösung Vorgesehene brachte es zu einer erfolgreichen Rückserie, drei eindrucksvollen kompletten Spielzeiten mit dem Beinahe-Landesliga-Aufstieg 2012 und dem aktuellen Platz zwei hinter dem ungeschlagenen TSV Wetschen. Den kann Meyer in seiner Zeit beim FC wohl nicht mehr abfangen, „aber ich hoffe, dass die Mannschaft noch möglichst viele Punkte holt“. Sowohl in den nächsten vier Spielen mit ihm auf der Trainerbank als auch danach „mit mir hinter der Bande. Denn FC-Fan bleibe ich. Diesem FC bin ich dankbar für die tollen Jahre – und meinen Start ins Trainergeschäft.“

ck

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