Trainer findet Art des Rauswurfs „grenzwertig“ / Clubchef Recker vermisst „Feuer“

Wetschen entlässt Küpker

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Ein Bild aus gemeinsamen Tagen: Wetschens bisheriger Chefcoach Uwe Küpker (rechts) mit seinem Co-Trainer Friedel Holle. Jetzt, nach Küpkers Entlassung, muss Holle mehr Verantwortung für den abstiegsbedrohten Landesligisten übernehmen.

Wetschen - Von Cord Krüger. Nach dem 1:4 beim OSV Hannover zogen die Verantwortlichen des TSV Wetschen die Reißleine. Es war die nächste Schlappe gegen ein Team aus dem Landesliga-Keller, in dem Wetschen auf dem vorletzten Platz kauert. Und es war die letzte Schlappe von Uwe Küpker als TSV-Trainer. „Wir hatten das Gefühl, etwas tun zu müssen“, verdeutlichte Vereinsvorsitzender Klaus Recker. Am Dienstagabend unterrichtete er mit Spartenleiter Bernd Gildehaus und Geschäftsführer Oliver Kaspar die Mannschaft davon, dass der Club den 56-Jährigen entlassen habe.

Dabei hatte Küpker nach wie vor Chancen gesehen, das Ruder herumzureißen: „Ich war mit meinem Latein noch nicht am Ende“, versicherte der B-Lizenz-Inhaber: „Die Maßnahmen wären aber nicht für alle populär gewesen.“ So hätten im nächsten Heimspiel am Samstag gegen den TuS Garbsen wohl einige auf der Bank gesessen, „die nicht das nötige Nervenkostüm für die aktuelle Situation haben. Dafür hätte ich aber gern die Rückendeckung vom Vorstand gehabt.“

Doch die bekam er nicht. „Wir waren nicht der Auffassung, dass dies noch etwas verändert hätte“, gestand Recker: „Dafür waren die Köpfe aller Spieler zu weit unten. Und weil man keine 20 Mann austauschen kann, mussten wir anderweitig handeln.“ Laut Küpker allerdings „ziemlich grenzwertig“: Schon während der Rückfahrt aus Hannover am Sonntag habe ein Vorstandsmitglied im Bus „Stimmen über mich“ eingeholt. Am Montag vollzog die Vereinsspitze die Trennung – per Telefon. „Ich habe nachmittags einen Anruf bekommen“, berichtete der Twistringer: „Natürlich sprechen die Ergebnisse mit fünf Punkten aus 13 Spielen für sich. Aber wir wussten von Anfang an, dass es in der Liga schwer für uns werden würde.“ Recker hätte jedoch nicht gedacht, „dass wir so schlecht abschneiden“, wirft Küpker handwerklich hingegen nichts vor: „Uwe hat gute Arbeit und ein gutes Training gemacht.“ Kapitän Benjamin Priesmeier konnte das nur bestätigen: „Er war mit den anderen Trainern gut vernetzt, hat uns super auf die Gegner eingestellt. Und er hat immer ein vernünftiges Training angeboten.“ Doch dieses Angebot nahmen nicht alle an, räumte „Benni“ ein: „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, wenn man an einem Abend nur Fünf gegen Fünf spielen kann. Klar, dass Uwe dann sauer wird.“ Qualität, meinte Küpker, „kommt eben auch von ,Quälen‘ – da sollte sich jeder Einzelne hinterfragen, ob er genug getan hat. Zwei Einheiten braucht man schon, um fit für ein Landesliga-Spiel zu sein.“ Wohl ein triftiger Grund, warum Recker zuletzt das vermisste, was ihm beim verheißungsvollen Liga-Start mit dem Remis gegen Sulingen und der unglücklichen Niederlage gegen Ramlingen noch gefallen hatte: „In den letzten Spielen fehlten das Feuer und die Leidenschaft – vor allem gegen die Konkurrenten im Abstiegskampf.“

Die Folgen: Schlappen gegen Almstedt, Krähenwinkel und den OSV. Gerade in dieser Gruppe der Mitaufsteiger hatte Priesmeier im Sommer noch den „kleinen Meistertitel“ gefordert, um bei vier Abstiegsplätzen die Klasse zu halten. Dieser Platz wäre immer noch drin, so dass Küpker bedauerte: „Etwas mehr Zeit hätte ich mir gewünscht.“ Im Winter wollte er nachrüsten – „durch die zurückkehrenden Langzeitverletzten, gute Leute aus der A-Jugend und auch auswärtige Kräfte.“ Dazu kommt er nun nicht mehr. Vorerst sind die Co-Trainer Friedel Holle und Sebastian Schmidt für die Mannschaft verantwortlich. Ginge es nach Recker, könnte es ruhig eine längerfristige Lösung werden, denn „beide haben ein hervorragendes Standing in der Mannschaft“.

Ihnen übergibt Küpker am Donnerstag alle Infos zu den Garbsenern, die er zuletzt beobachtet hat. Nach der anschließenden Verabschiedung vom Team will er den TSV im Auge behalten: „Es war ja nicht der erste Trainerwechsel hier. Jetzt hat es mich getroffen. Mal sehen, ob der Verein an der richtigen Schraube gedreht hat.“

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