Frank Mysliwietz und Ferat Gören schmeißen hin

Trainer-Chaos beim Kreisligisten SG Hoya

Nicht mehr im Amt: Frank Mysliwietz hat als Trainer beim Kreisligisten SG Hoya hingeworfen.
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Nicht mehr im Amt: Frank Mysliwietz hat als Trainer beim Kreisligisten SG Hoya hingeworfen.

Hoya – Wieder ein Trainer-Beben bei der SG Hoya: Rund zwei Jahre nach dem letzten Rücktritt – seinerzeit war es Ralf Görgens – muss sich der Fußball-Kreisligist erneut auf die Suche nach einem neuen Übungsleiter machen. Am vergangenen Sonntag traten in Frank Mysliwietz und Ferat Gören die beiden Trainer des Fußball-Kreisligisten sowie Betreuer Frank Finkbeiner zurück.

Die Art und Weise, wie ihre Demission zustande kam, ist durchaus außergewöhnlich. Beteiligt waren die Spieler, die Trainer und auch die Vorstandsmitglieder der SG Hoya.

Vor dem Spiel der Kreisliga Nienburg am Sonntag gegen den SV Sebbenhausen-Balge kam es zu einer Sitzung der Mannschaft mit den Trainern. Von dieser Sitzung wusste im Vorstand offiziell niemand etwas. Die Mehrzahl der Spieler, dem Vernehmen nach waren es 13 Fußballer, wollten die Trainer dazu bewegen, zwei (der Redaktion namentlich bekannte) Spieler aufzustellen, obwohl diese aus disziplinarischen Gründen von dem Trainergespann suspendiert worden waren. Dies verweigerten Frank Mysliwietz und Ferat Gören und traten anschließend sofort zurück.

Obwohl aus dem Kreis der Mannschaft durchsickerte, dass es bereits länger Differenzen zwischen beiden Seiten gegeben hatte, über die auch der Vorstand informiert gewesen sein soll, waren die Verantwortlichen bei der SG Hoya von diesem radikalen Schritt wenige Stunden vor dem Punktspiel gegen Sebbenhausen-Balge völlig überrascht.

Kurzfristig übernahmen die Steinbach-Zwillinge Sebastian und Florian die Betreuung der Mannschaft. Sogar mit Erfolg, denn immerhin reichte es gegen den leicht favorisierten Gegner zu einem 2:2-Unentschieden. Eingewechselt wurden im Laufe der Begegnung auch die beiden eigentlich suspendierten Akteure.

Am Tag nach der Partie wurden Stimmen laut, es habe in der Vergangenheit schon Kritik des Teams an den Übungsleitern wegen angeblich „ungenügenden und unmotivierenden Trainings“ gegeben. Weder Coach Frank Mysliwietz noch Co-Trainer Ferat Gören waren für eine Stellungnahme erreichbar.

Aus dem Vorstand äußerte sich nach dem Aufsehen erregenden Rücktritt nur Spartenleiter David Dervis Schlichting. Er zeigte sich total überrascht und verneinte auch die Frage, ob sich die unschönen Vorkommnisse schon länger angekündigt hatten.

Geschäftsführer Florian Steinbach hatte am Sonntagabend den Spielbericht an die Presse weitergegeben, den Trainerrücktritt dabei aber mit keinem Wort erwähnt. Dabei stand der zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Homepage der SG Hoya – veröffentlicht vom Pressewart des Vereins.

Nach dem unrühmlichen Ende von Ralf Görgens vor zwei Jahren nun also ein neues Kapitel in der turbulenten Trainer-Historie der SG Hoya.

Kommentar: Konsequenter Rücktritt

Vor zwei Jahren war Ralf Görgens als Trainer der SG Hoya kurz vor einem Spiel zurückgetreten. Damals fühlte sich der Verein nicht bemüßigt, diese Information an die Presse weiterzugeben, gelobte aber im Nachhinein Besserung. Zwei Jahre später ist davon offenbar nichts übrig geblieben.

Doch weit schlimmer ist das, was sich da im zwischenmenschlichen Bereich auf der Aktivenenebene abgespielt hat. Seit wann darf eine Mannschaft gegen den Willen der Trainer in Aufstellungen eingreifen oder versuchen, Disziplinarmaßnahmen aufzuheben? Für den sportlichen Bereich ist in jedem Fußballverein der Welt der Trainer verantwortlich, schließlich muss er bei Misserfolg auch den Kopf hinhalten. In der Zeit von Mannschaftsräten sind solche Dinge zwischen Mannschaftsrat und Trainer zu klären und – wenn das nicht fruchtet – mit dem Vorstand. Aber kurz vor einem Punktspiel eine „Entweder-Oder“-Sitzung einberufen und nicht mal den Vorstand informieren?

Eigentlich hätten die Coaches schon ihren Abschied erklären können, als sie von der Sitzung erfuhren. Dass sie dennoch abgewartet haben, ehrt sie, ihr Handeln im Anschluss war logisch und konsequent. Man darf gespannt sein, wer bereit ist, die schwierige Mannschaft zu übernehmen. Leicht dürfte die Trainersuche nicht werden. Jörg Beese

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