Thorolf Meyer ballerte mit 28 Treffern den TuS Sulingen zur Bezirksliga-Meisterschaft und Pokalsieg

Start-Nr. 21: Toreschießen im Akkord

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Ein Abziehbild der Sulinger Meistersaison 2012/13 in der Bezirksliga: Während die TuS-Spieler gemeinsam ein Tor von Thorolf Meyer (rechts) bejubeln, wirken die gegnerischen Akteure geknickt aufgrund der Sulinger Dominanz. ·

Sulingen - Als Thorolf Meyer von der Nominierung zum Sportler des Jahres hörte, reagierte er zunächst eher irritiert als geehrt: „Das Team hätte es viel mehr als ich verdient gehabt, nominiert zu werden.“

Die Reaktion des Stürmers vom TuS Sulingen zeigt: Die Beteuerungen von mannschaftlicher Geschlossenheit im Fußball sind bei Offensivmann „Toto“ Meyer keine Phrasendrescherei.

Doch der 37-Jährige ist nicht nur ein tugendhafter Sportsmann, er ist auch ein äußerst erfolgreicher Knipser. Gleich 28 Treffer steuerte er in der Aufstiegssaison des TuS Sulingen bei. Damit gebührte Meyer der Löwenanteil an der nahezu unfassbaren Bilanz des TuS Sulingen in der Saison 2012/13 – 29 Siege, kein Unentschieden und nur eine einzige Niederlage. Als Extra-Schmankerl konnten die Sulinger zudem noch den Bezirkspokal einfahren.

„Fußball ist nun mal ein Mannschaftssport. Diese 29 Siege sind mir wichtiger als meine Torjägerkanone. Als junger Spieler ist man darauf vielleicht noch versessener, aber ich bin ja schließlich auch schon 37 Jahre alt.“ Zudem sei ihm das Toreschießen in der Aufstiegssaison auch einfach gemacht worden, betont Meyer: „Ich habe ganz klar von den Granaten Manuel Meyer und Mehmet Koc profitiert, die haben mir die Bälle auf dem Tablett serviert.“ Wenn „Toto“ auf den Durchmarsch in die Landesliga zurückblickt, denkt er aber auch an die exquisite Defensive der Sulinger. Nur 16 Gegentore in 30 Saisonspielen sprächen schließlich für sich. „In der Aufstiegssaison haben wir uns teilweise an uns selbst berauscht“, erklärt Meyer die damals erdrückende Sulinger Dominanz.

Diese Vormachtstellung des TuS war – wenig verwunderlich – in der Landesliga futsch. Trotzdem waren vier Siege, ein Remis und drei Niederlagen nach acht Partien eine achtbare Bilanz für den Aufsteiger. „Tja, und dann kam dieser nicht ganz so gute Tag, mein schwarze Sonntag“, erinnert sich Meyer. Es war der 6. Oktober, als Meyer im Strafraum mit dem herausstürzenden Keeper Alexander Homann vom TSV Burgdorf zusammen rasselte. Beide blieben liegen, per Rettungswagen ging es für den Sulinger Stürmer direkt ins Krankenhaus. Die niederschmetternde Diagnose: Kniescheibe gebrochen, Patellasehne gerissen.

Doch die anfängliche Niedergeschlagenheit wich schnell dem Meyerschen Optimismus: „Man darf sich da keinen Kopf machen, sondern versuchen, möglichst schnell die Sache abhaken“, erklärt der Stürmer, der auch längst seinen Humor wiedergefunden hat: „Trotzdem hätte ich aufgrund der Szene eher gedacht, dass ich zum Pechvogel des Jahres statt zum Sportler des Jahres nominiert werde.“ Weit gefehlt. Neben seiner Einzelnominierung steht natürlich auch das Team vom TuS Sulingen auf den Stimmzetteln zur Sportlerwahl.

Ob es für „Toto“ Meyer nochmal zu einem Comeback auf höchster Ebene reicht, mag der 37-Jährige noch nicht beurteilen. „Ich werde schon wieder anfangen zu kicken – zumindest bei den Altherren oder so.“ Zumindest wird er dem TuS Sulingen erhalten bleiben: „Ich war so lange unterwegs. Dass ich das jetzt noch mit meinem Heimatverein erleben durfte, ist einfach das Größte für mich.“

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