Werders Teamchef Greber: „Streiten uns um Platz drei“ / Tischtennis-Bundesligist startet am Sonntag gegen Saarbrücken

Titelverteidiger sieht sich nicht als Topfavorit

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Im Falle der Fälle muss Trainer Cristian Tamas auch als Spieler ran.

Bremen - Von Carsten DrösemeyerZugegeben, es klingt immer noch etwas gewöhnungsbedürftig – doch es stimmt: Wenn am Sonntag Tischtennis-Bundesligist SV Werder Bremen zum Saisonauftakt um 15 Uhr den 1. FC Saarbrücken empfängt, dann gehen die Hanseaten erstmalig in ihrer Vereinsgeschichte als Titelverteidiger an den Start. Auch für Bremens Teammanager Sascha Greber eine Situation, die er erst noch realisieren muss: „Umso länger das Finale gegen Ochsenhausen zurückliegt, desto irrealer wird es. Es ist unglaublich, was wir geschafft haben.“

Stimmt. Als Topfavorit galt das Düsseldorfer Starensemble um Weltklasseakteur Timo Boll, gefolgt vom ebenfalls hoch gehandelten TTF Liebherr Ochsenhausen. Den Hanseaten wurde zwar durchaus das Erreichen der Playoffs zugetraut, mehr aber auch nicht.

So kann man sich irren. Die Werderaner wuchsen über sich hinaus, eleminierten nach einem dritten Platz in der Bundesliga im Playoff-Halbfinale Rekordmeister Borussia Düsseldorf und fegten dann in einem begeisternden Finale Ochsenhausen mit 3:0 vom Tisch. Die erste Deutsche Meisterschaft der Grün-Weißen war perfekt – eine Sensation.

Für Greber indes kein Grund, vermessen zu werden: „Wir haben uns sicherlich als Spitzenteam etabliert, aber am Thron von Düsseldorf können wir noch nicht rütteln. Christian Süß ist bei denen bald wieder fit, und als Backup haben sie mit unserem ehemaligen Spieler Kamal Achanta eine starke Nummer drei verpflichtet. Dazu noch Timo Boll und Patrick Baum. Düsseldorf muss eigentlich Meister werden.“

Gut, der Titelgewinn kommt für Greber also nicht in Frage. Doch wie sieht es mit der Rolle des Düsseldorfer Kronprinzen aus? Wieder verneint Greber: „Da sehe ich eher Saarbrücken. Die haben mit Tiago Apolonia einen Weltklassespieler dazubekommen. Und auch Bastian Steger und Bojan Tokic sind ja bärenstark. Gegen Saarbrücken wird es schon Sonntag sehr schwer. Im Normalfall streiten wir uns mit Ochsenhausen um Rang drei.“

Ob Bremens Teammanager da nicht etwas tiefstapelt? Schließlich kann Erfolgscoach Cristian Tamas auf ein Quartett bauen, das den Meistertitel nicht zufällig an die Weser geholt hat. Im Weltranglisten-Siebten Chih-Yuan Chuang schlägt der erfolgreichste Spieler der letzten Saison an Position eins auf, und auch die beiden Rumänen Adrian Crisan sowie Constantin Cioti verstehen ihr Handwerk. Crisan kehrte in den Playoffs sogar wieder zur einstigen Weltklasseform zurück und bezwang im Halbfinale Timo Boll.

Zudem war auf „Joker“ Paul Drinkhall immer Verlass, wenn es drauf ankam. Bitter nur, dass der Engländer nach einer Hüft-OP wohl bis zum Ende der Hinrunde ausfallen wird. Genau hier liegt für Greber das Problem: „Es darf nichts passieren. Sollte jemand nicht zur Verfügung stehen, dann müsste Cristian einspringen. Das will er ja selber nicht.“

Es kann aber natürlich auch gut gehen – und dann sollten die Grün-Weißen in allen drei Wettbewerben (Bundesliga/Champions-League/Pokal) ein gewichtiges Wort mitreden können. Was auch der vorsichtige Greber nicht bezweifelt: „In der Bundesliga wollen wir in die Playoffs, in der Champions-League mindestens ins Viertelfinale und im Pokal um den Titel mitspielen.“

Aufstellung: Chih-Yuan Chuang, Adrian Crisan, Constantin Cioti, Paul Drinkhall, Cristian Tamas.

Saisontipp:Platz zwei.

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