Große Zustimmung bei den Aktiven / „Wer sagt denn, dass wir im Januar spielen dürfen?“

Tischtennis: Rückserie vor dem Aus

Die Kirchweyherin Martina Nöhren könnte gut damit leben, wenn nur die Hinrunde gespielt wird.
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Die Kirchweyherin Martina Nöhren könnte gut damit leben, wenn nur die Hinrunde gespielt wird.

Syke – Was im Bremer Verband schon beschlossen worden ist, wird nun wohl auch im Tischtennis Verband Niedersachsen Realität: Die im Oktober bis zum Jahresende unterbrochene Saison endet früher als erwartet. Nur noch die angefangene Hinrunde wird nach Informationen dieser Zeitung zu Ende gespielt – die Rückrunde dann nicht mehr ausgetragen.

„Bisher sind im Schnitt in den Ligen erst 30 bis 40 Prozent der Spiele ausgetragen worden. Die Auf- und Abstiegsregelungen blieben erhalten. Auch der Termin 30. November, zu dem man fürs neue Jahr wechseln kann, bleibt“, erklärte Meike Stieg, die Vorsitzende des Kreisverbandes Diepholz, die auch Spartenleiterin bei der SV Kirchweyhe ist.

Klaus Krabbe vom Bezirksligisten TV Stuhr hat in seiner Karriere schon viel erlebt – eine Saison mit nur einer Runde eher nicht. Und er hatte sogar noch Schlimmeres erwartet: „Ich habe vermutet, dass wir in dieser Saison gar nicht mehr spielen, was ja immer noch kommen kann.“

Die Stuhrer haben in der Hinrunde der Achter-Staffel erst zwei Partien absolviert, die sie beide gewonnen haben. „Unser Ziel ist mindestens Rang zwei, der zur Relegation berechtigt“, sagt der 55-Jährige. Um den Titel zu holen und direkt in die Bezirksoberliga aufzusteigen, muss vermutlich der ebenfalls noch verlustpunktfreie SC Marklohe III besiegt werden. Und da sieht Krabbe ein Problem: „Wir müssen in der Hinrunde nach Marklohe und kommen mit deren Bällen nicht gut klar. Wenn wir das Ding verlieren sollten, könnten wir das nicht mehr ausbügeln, weil es wohl keine Rückserie geben soll.“

Sehr entspannt geht Heiner Denker (50), langjähriger Mannschaftsführer des TuS Barenburg (1. Bezirksklasse), mit der Situation um: „Ich könnte mit der Regelung gut leben. Unser Ziel ist der Klassenerhalt.“ Barenburg ist derzeit Siebter und hat noch sechs Partien zu bestreiten. Denker gibt aber zu bedenken: „Die vermeintlich leichteren Gegner haben wir schon gehabt.“

Gelassen reagierte Heribert Altenwerth, Kapitän des TuS Wagenfeld IV in der 3. Kreisklasse Staffel 1, auf die Nachricht, dass wohl nur noch die Hinrunde gespielt wird. Das mag auch daran liegen, dass Altenwerth schon 74 Jahre alt ist: „Ich bin der älteste Spieler in unserer Truppe und hätte nichts gegen diese Regelung. Hört sich gut an. Ich würde schon gern in die 2. Kreisklasse aufsteigen, aber da müsste ich erst einmal meine Mitspieler fragen.“ Wagenfeld IV belegt momentan mit zwei Siegen Platz eins und hat in der Ministaffel (nur fünf Teams) nur noch zwei Partien auszutragen. Um den Abstieg muss sich der TuS keine Sorgen machen – darunter gibt es keine Klasse mehr.

Martina Nöhren (57), Mannschaftsführerin der SV Kirchweyhe in der Landesliga, könnte mit der Entscheidung gut leben: „Wer sagt uns denn, dass wir im Januar wieder spielen dürfen? Ich hätte es auch für schwierig gehalten, für alle Spiele im neuen Jahr noch einen Termin zu finden. Unser Ziel ist es, mindestens Platz sieben zu belegen, um nicht abzusteigen.“ Momentan ist Kirchweyhe Sechster und hat noch sieben Partien in der Hinrunde auszutragen.

Nur noch vier Spiele in der Hinrunde auf dem Zettel haben die Oberliga-Damen des TSV Heiligenrode. Das Team um Spitzenspielerin Nele Puls steht derzeit auf einem Aufstiegs-Relegationsplatz. „Das wäre so in Ordnung, wenn die Saison verkürzt würde. Mir käme das sogar sehr entgegen, wenn es nicht mehr so viele Spiele sind. In die Regionalliga aufsteigen muss ich aber nicht. Platz drei oder vier würde mir reichen“, erklärte die 24-Jährige. Die Oberliga dürfte im Dezember wieder spielen, aber damit rechnet Puls eher nicht.

Infokasten:

Training ist erlaubt – eigentlich . . .

Der Tischtennis Verband Niedersachsen weist in einem Schreiben an seine Mitgliedsvereine darauf hin, dass es die Vorgaben der Landesregierung erlauben, unter bestimmten Voraussetzungen zu trainieren (Punktspiele sind bis Ende des Jahres verboten). Aber die Sache hat einen Haken, denn letztendlich entscheiden die Städte und Kommunen, was geht und was nicht. Und hier sieht es flächendeckend im Kreis Diepholz so aus, dass die Hallen zumindest bis zum 30. November für den Vereinssport geschlossen sind. In der Kirchweyher Halle am Geestfeld, wo die SV Kirchweyhe ihre Heimat hat, geht das sogar so weit, dass die Eingangstür mit einer Eisenkette verrammelt ist.  töb

Von Gerd Töbelmann

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