„Blaue Flecken“ für Bissendorf?

Interimscoach Thiemann fordert mehr Kampfgeist von seiner HSG Barnstorf

Wieder am Ball für Barnstorf: Kreisläufer Tilman Dehmel hilft im Abstiegskampf.

Diepholz – Das tägliche Abendprogramm von Heiner Thiemann sah in etwa so aus: Viel lesen, mal Sport treiben, Zeit mit der Familie verbringen oder mit dem Hund Gassi gehen. Doch nun nimmt der Handball wieder einen riesigen Teil in der Freizeitgestaltung des 68-Jährigen ein. Nach dem Rückzug von Dag Rieken betreut er Oberligist HSG Barnstorf/Diepholz bis Saisonende als Chefcoach – und gibt am Freitagabend (20.00 Uhr) in der Diepholzer Mühlenkamphalle im Heimspiel gegen den TV Bissendorf-Holte sein Comeback.

„Der Handball fasziniert mich nach wie vor. Aber die Bindung, die ich nach den ersten Spielen haben werde, ist jetzt noch nicht da. Ich muss das Gefühl wiederfinden und mich umstellen“, meint Thiemann, der die HSG-Männer bis 2013 insgesamt elf Jahre trainiert hatte und zuletzt – neben seiner Tätigkeit als Sportlicher Leister – Assistenzcoach von Rieken war.

Die Heimspiele habe er gesehen, auch leitete er regelmäßig die Dienstagseinheit, wenn Rieken nicht da war. „Aber damit ist es ja nicht getan“, weiß der Barnstorfer. Nun gehe es darum, detaillierte Gegner-Analysen zu machen. „Ich muss mich auf Stand bringen“, nennt es Thiemann. Das tut er gerade. Hauptsächlich kümmert er sich aber natürlich um das eigene Team – und da gibt es auch schon genug Arbeit. Mit erst sieben Punkten schweben die Barnstorfer – wie im Vorjahr – in Gefahr. Weil die Keller-Konkurrenten Hatten und Achim in der Vorwoche gewannen, rutschte die HSG vom elften auf den 13. und damit vorletzten Rang ab – ein direkter Abstiegsplatz. Und: Zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison (nach zwölf Spielen) hatte Barnstorf immerhin zehn Punkte auf dem Konto – drei mehr als aktuell. Die Lage ist also bedrohlich. Und die Stimmung im Team „nicht so gut“, berichtet Thiemann: „Die Situation gibt ja auch keinen Anlass zum Jubeln.“

Der Schwerpunkt liegt momentan darauf, zu schauen, was gut lief und so bleiben kann – und was im HSG-Spiel verändert werden muss. „Diese Bestandsaufnahme machen wir gerade“, erzählt Thiemann, der weiter auf Denis Maksimovich als Co-Trainer zählen kann.

Fest stehen für den Coach, der den Klassenerhalt als oberstes Ziel nennt, bereits zwei Dinge. Erstens: Die Abwehr wird weiterhin in einer 3:2:1-Formation gestellt: „Davon lasse ich nicht ab, davon bin ich überzeugt.“

Zweitens: Alle sind aufgerufen, vor allem kämpferisch eine Schippe – oder besser gleich mehrere – draufzupacken. „Es gab Zeiten, da wussten die Gegner: In Diepholz gibt es blaue Flecken“, erinnert sich Thiemann: „Das gehört zu einer ordentlichen Abwehrarbeit eben auch dazu. Wir müssen die Ärmel hochkrempeln.“

Auch schon gegen den Tabellenvierten Bissendorf. „Eine junge, spielstarke Mannschaft, sehr schussstark aus dem Rückraum“, sagt der HSG-Trainer: „Das wird eine echte Herausforderung.“

"Wer an euch vorbei will, ist selbst schuld – das habe ich den Spielern früher immer gesagt. In diese Richtung muss es wieder gehen."

Barnstorfs Trainer Heiner Thiemann will aggressive Abwehrarbeit sehen.

Personell sieht es bei den Barnstorfern recht gut aus. Es gibt „keine Ideen“, für die wegweisenden kommenden Wochen und Monate jemanden aus der „Zweiten“ hochzuziehen – zumal auch der Verbandsligist hart um den Klassenerhalt kämpfen muss. Stattdessen kommt Verstärkung aus Stuttgart. Tilman Dehmel, der in der Schwabenmetropole eine Ausbildung macht, ist für einige Wochen zurück in der Heimat – und laut Thiemann neben Oliver Born (momentan leicht angeschlagen) eine Alternative als Kreisläufer und Abwehrspieler.

Insgesamt mag der Trainer-Rückkehrer nicht nur an all die Sorgen denken, sondern auch an positive, Mut machende Aspekte – einer davon: „Die Mannschaft hat den Ernst der momentanen Lage begriffen. Das ist sehr wichtig. Und ich bin fest davon überzeugt, dass sie die Klasse halten kann.“

Hintergrund: Schwierige Trainerfahndung

Bei der Suche nach einem Nachfolger für den zurückgetretenen Dag Rieken ist Barnstorfs Sportlicher Leiter und Interimscoach Heiner Thiemann noch nicht entscheidend vorangekommen: „Wir wollen möglichst eine langfristige Lösung; jemanden, der der Mannschaft seinen Stempel aufdrückt. Das ist nicht einfach, das kann dauern.“ Gespräche mit externen Kandidaten habe es laut Thiemann noch nicht gegeben.

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