SPIELER DES WOCHENENDES Vierfach-Knipser Chris Brüggemann vom TuS Sulingen

Taten und Tore statt vieler Worte

Und wieder ein Haken im Strafraum: Chris Brüggemann (M.) ist hier schneller als Stelingens Josip Geric (r.). Theo Klare (l.), Vorbereiter von „Brügges“ 1:0, stoppt lieber ab, um dem Stürmer weiteren Raum zu lassen.
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Und wieder ein Haken im Strafraum: Chris Brüggemann (M.) ist hier schneller als Stelingens Josip Geric (r.). Theo Klare (l.), Vorbereiter von „Brügges“ 1:0, stoppt lieber ab, um dem Stürmer weiteren Raum zu lassen.

Sulingen – So ganz angenehm war Chris Brüggemann die Sache nicht. Als sein Trainer Thorolf Meyer am Sonntag im Spielerkreis des TuS Sulingen ausgeredet hatte, erteilte er jenem Mann das Wort, der beim 4:2-Heimsieg des Fußball-Landesligisten über den TSV Stelingen alle vier Tore erzielt hatte. „Ich war überrascht, denn es ist gar nicht so meine Sache, weil ich eher der ruhige Vertreter bin“, gestand Brüggemann.

Erst 23 Jahre, aber schon viel Erfahrung

Doch der Stürmer tat „Toto“ und seinen Teamkollegen den Gefallen, lobte alle „für das richtig gute Spiel, das wir als Mannschaft gezeigt haben. Und dann habe ich gesagt: Jetzt lasst uns ein, zwei Bier trinken.“

Brüggemann hat Ex-Trainer Schops viel zu verdanken

Statt großer Worte lässt „Brügge“ eben lieber Taten folgen – wie mit dem ersten Viererpack seiner Herrenkarriere. Die dauert trotz seiner erst 23 Lenze schon ziemlich lange, denn bereits als 18-Jähriger stürmte er eine komplette Landesliga-Saison für die Sulinger. Dafür ist der Industriekaufmann seinem damaligen Trainer Maarten Schops bis heute dankbar: „Ich hätte ja noch ein Jahr in der A-Jugend spielen können“, erinnert er sich an seinen Wechsel vom JFV Rehden: „Aber Maarten hat mir sofort meine Einsatzzeiten gegeben, mich immer reingeworfen und mich permanent unterstützt. Maarten hat mich extrem weitergebracht – taktisch, spielerisch und in meiner Persönlichkeit.“

Zwei Jahre in der Oberliga - eins für Sulingen, eins für Oythe

Auch sportlich lief es: Unter Schops holte der in Barnstorf aufgewachsene Fußballer 2017 den Bezirkspokal, stieg im selben Sommer in die Oberliga auf – und zählte in der fünfthöchsten deutschen Klasse weiter zum Stammpersonal. „Leider sind wir nach einer Saison wieder abgestiegen, aber auch solche Erfahrungen bringen einen weiter“, sagt Brüggemann. Er selbst blieb noch ein Weilchen in der Oberliga, weil der VfL Oythe ihn geködert hatte. Nur eine Serie später kehrte der Offensivmann nach 21 Partien im Dress der Vechtaer allerdings zurück. „Es hat halt nicht gepasst – von beiden Seiten“, erklärt er den Abschied.

Beim TuS wiederum fühlt sich Brüggemann pudelwohl. „Hier läuft alles wunderbar“, meint der Knipser, der nun acht Treffer in acht Partien markiert und in dieser Saison noch keine Spielminute verpasst hat. Eine Prognose, wie lange er für die „Grünen“ noch stürmt, will er trotzdem nicht abgeben: „Es ist alles so schnelllebig geworden, dass ich mich da einfach nicht festlegen kann.“ Als großes Beispiel nennt er die Corona-Pandemie und die damit verbundene Zwangspause. „Die Zeit habe ich zwar gut genutzt, weil ich mit meiner Freundin in Sankt Hülfe zusammengezogen bin und einiges renoviert habe – ich weiß aber nicht, ob ich mich weiter für den Fußball entschieden hätte, wenn das alles noch länger gedauert hätte.“ Im Kleinen zeigte sich besagte Schnelllebigkeit gegen Stelingen: „Es gibt Tage, da ist jeder Schuss ein Treffer – und dann läuft es wieder richtig schlecht.“

„Wir sind besser eingespielt“

Anlass zum Optimismus gibt jedoch die Tatsache, dass beim TuS zunehmend ein Rad ins andere greift: „Wir sind besser eingespielt“, bestätigt der Matchwinner – auch mit Blick auf die Zuckerpässe, die er von Theo Klare (zum 1:0), Julian Fehse (2:1) und Tim Rieckhof (4:2) bekam. Dank dieser Präzision durfte Brüggemann eine seiner größten Stärken ausspielen: „Meine Geschwindigkeit ist sicher mein Vorteil.“ Zudem fiel auf, dass der Stürmer die Kugel mit rechts und links gleichermaßen gut behandeln kann. „Das erspart mir unnötige Körpereinsätze – da kann man den Ball leichter am Gegner vorbei legen“, sagt der schlanke 1,83-Meter-Mann, der ohne die „Verdrängung“ eines bulligen Stürmers auskommt.

Stelingens Torwart Sebastian Rettschlag kommentierte diese Slalomläufe als „dumme Abwehrfehler“ – imposant sah’s trotzdem aus, wie sich „Brügge“ durchsetzte.

Lohn nach dem Viererpack: Ein Abendessen mit Bruder Patrick

Dafür und für seine knappe Ansprache im Spielerkreis erntete er am Sonntag Applaus, ehe es zum Bierchen ging. Sulingens schneller Matchwinner blieb aber nicht lange, denn er hatte es mal wieder eilig. „Ich war mit meinem Bruder zum Essen verabredet.“ Der heißt Patrick Brüggemann und verlebte als Trainer des Bezirksligisten SG Diepholz ebenfalls einen schönen Sonntag – mit dem 6:1 über Inter Komata Nienburg. Zugleich freute er sich für den kleinen Bruder: „Chris hat jetzt endlich seine Handbremse gelöst.“ Dann steht weiterem Vollgas-Fußball von „Brügge“ ja nichts im Wege.

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