Auch Manager Sascha Greber hat mit dem Tischtennis-Bundesligisten noch viel vor

Tamas: „Ich möchte mit Werder Titel gewinnen“

Man sieht es ihnen an: Cristian Tamas (li.) und Sascha Greber sind mit der bisherigen Saison vollauf zufrieden.
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Man sieht es ihnen an: Cristian Tamas (li.) und Sascha Greber sind mit der bisherigen Saison vollauf zufrieden.

Bremen - Von Carsten DrösemeyerEin ereignisreiches Jahr liegt hinter Tischtennis-Bundesligist SV Werder Bremen. Noch im Sommer schrammten die Hanseaten haarscharf an den Play-Off-Plätzen vorbei, um dann dank des Verzichts von Fulda doch noch zum ersten Mal in die Champions League einzuziehen. Hier überraschte die neuformierte Mannschaft dann angenehm und zog ins Viertelfinale ein. Ein zweiter Platz in der Bundesliga sowie das Erreichen des Pokal-Viertelfinals komplettieren die positive Jahresbilanz. Grund genug, um mit den Bremer Verantwortlichen Trainer Cristian Tamas (32) und Manager Sascha Greber (43) ein Gespräch zu führen.

Herr Greber, wie fällt Ihr bisheriger Jahresrückblick aus?

Sascha Greber: Unsere Erwartungen sind weit übertroffen worden. Das Team hat Großes geleistet. Gerade nach den Olympia-Strapazen ist das keine Selbstverständlichkeit. Wenn wir jetzt noch am 29. Dezember mit einem Sieg gegen Frickenhausen ins Pokal-Halbfinale einziehen, war es ein nahezu perfektes Jahr.

Sieht das der Trainer ähnlich?

Cristian Tamas: Ja, absolut. Man kann derzeit von der besten Werder-Mannschaft aller Zeiten sprechen.

Ragt denn ein Spieler aus dem Ensemble heraus?

Greber: Sicherlich müsste ich Chih Yuan Chuang wohl mit seiner überragenden 11:2-Bilanz an Nummer eins nennen. Aber für mich haben alle Akteure ihren Teil zum Erfolg beigetragen – nicht nur Chuang, sondern auch Adrian Crisan, Constantin Cioti und Paul Drinkhall. Paul hat zum Beispiel den entscheidenden Punkt gegen Jekaterinenburg erspielt. Sonst stünden wir nicht im Viertelfinale.

Tamas: Auch für mich war es eine überragende Teamleistung. Am meisten freut mich jedoch, wie Costa (Constantin Cioti, Anm. d. Red.) in die Spur zurückgefunden hat. Ihn hatten doch alle schon abgeschrieben. Wir haben ihn aus Spanien zurückgeholt, und er dankt es uns mit Leistung.

Wie wichtig war, dass nach dem Transfer-Flop Kamal Achanta die Neuzugänge diesmal einschlagen?

Greber: Einspruch! Kamal war kein Flop. Wir waren nicht unzufrieden mit ihm. Aber wenn man den Weltranglisten-Achten bekommen kann, muss man zuschlagen. Chuang war natürlich der beste Transfer, den wir bisher getätigt haben. Paul Drinkhall hat auch gut eingeschlagen. Diesmal hatten wir ein richtig gutes Näschen.

Tamas: Zumal beide Spieler bereits voll integriert sind. Sie fühlen sich pudelwohl und könnten sich vorstellen, langfristig in Bremen zu bleiben.

Wirklich? Ein Weltklassespieler wie Chuang ist über Jahre hinweg zu halten – auch wenn größere Vereine mit Geldscheinen wedeln?

Greber: Als er bei uns unterschrieben hat, standen die Vereine bereits bei ihm Schlange. Er hat auf Geld verzichtet und uns die Zusage gegeben. Wie wohl er sich hier fühlt, zeigt, dass er dicht an der Werder-Halle wohnt und schon gut Deutsch versteht. Er ist kein Söldner. Sein Lebensmittelpunkt ist mittlerweile Bremen. Das gilt übrigens auch für Paul.

Tamas: Das war für uns auch entscheidend. Die Spieler müssen in Bremen wohnen und trainieren. Nur durch eine starke Trainingsgruppe können wir uns weiter verbessern.

Würde eine Verbesserung auch Titel beinhalten? Oder wäre so etwas angesichts der Dominanz von Borussia Düsseldorf zu vermessen?

Greber: Mal langsam. Wir sind gerade dabei, uns unter den Top vier der Bundesliga zu etablieren und regelmäßig international mitzumischen. Wir machen weiter Schritt für Schritt. Mit Düsseldorf in Bestbesetzung können wir noch nicht konkurrieren. Das ist bis auf Dimitrij Ovtcharov schließlich die Deutsche Nationalmannschaft.

Hand aufs Herz: Wird ein Trainer nicht aber auch an Titeln gemessen?

Tamas: Jeder Trainer träumt von Titeln. Aber es hängt auch manchmal am berühmten Quäntchen Glück. Ein Beispiel: Gewinnt Adrian Crisan letztes Jahr im Pokalhalbfinale gegen Bastian Steger, dann schlagen wir Saarbrücken und gewinnen ganz sicher auch das Finale. Adrian fehlten gegen Steger nur zwei Punkte, das ist dann einfach Pech. Aber klar: Auf Sicht möchte ich mit Werder schon Titel gewinnen.

Vielleicht schon am Jahresende den Pokal beim Top acht in Stuttgart?

Tamas: Das wird schwer. Wenn wir Frickenhausen packen, wartet im Halbfinale Düsseldorf in Bestbesetzung – also mit Timo Boll. Aber wer weiß, an einem guten Tag ist vieles möglich.

Danach ist dann aber für die Spieler Entspannung angesagt? Schließlich erwähnten Sie schon die Olympia-Strapazen im Sommer.

Tamas (schmunzelt): Da muss ein Profi durch. Wir dosieren das Training natürlich, wenn wir merken, der Spieler ist überbelastet. Adrian Crisan durfte so zum Beispiel in der Saison mal eine Woche aussetzen und hat seinen Akku in der Türkei wieder aufgeladen.

Greber: Trotzdem. Direkt nach Neujahr geht es weiter mit dem Training. Schließlich wartet bereits am 12. Januar in der Bundesliga Düsseldorf auf uns. Ausruhen ist nicht möglich, wenn wir unsere Ziele verwirklichen wollen.

Die da wären?

Greber: Es muss unser Anspruch sein, jedes Jahr unter den besten vier Teams zu landen. Mit dieser Mannschaft können wir uns keine anderen Ziele setzen. Bislang liegen wir ja als Zweiter gut im Rennen. Diese Position möchten wir bis zum Saisonende verteidigen.

Tamas: Außerdem wollen wir auch international eine Hausnummer werden. Aber das geht eben nicht über Nacht.

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