DAS ZOLLSTOCK-GESPRÄCH

Syker Karate-Trainer Björn Strote wünscht sich mehr Schnelltests

Er hält seine Schüler während des Lockdowns mit Onlinekursen fit: Björn Strote (links), Karatetrainer bei Skip Syke, im „Zollstock“-Gespräch mit Sportredakteur Julian Diekmann.
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Er hält seine Schüler während des Lockdowns mit Onlinekursen fit: Björn Strote (links), Karatetrainer bei Skip Syke, im „Zollstock“-Gespräch mit Sportredakteur Julian Diekmann.

Karate-Trainer Björn Strote vom SKIP Syke vermisst in der Corona-Pandemie vieles: Das persönliche Training mit seinen Schülern, Wettkämpfe, Besuche bei den Eltern in Leipzig. Sein Vorschlag auf dem Weg in die Normalität: Mehr Schnelltests.

  • Björn Strote sehnt sich nach Normalität
  • Gedanken ans Aufhören
  • Sein Lieblingsort ist der Hohe Berg in Ristedt

Syke – Der Lockdown hat die Sporttreibenden im gesamten Bundesgebiet hart getroffen. Davon sind auch die rund 140 Mitglieder des Karateclubs Skip Syke nicht verschont geblieben. Doch der Verein aus der größten Stadt des Landkreises Diepholz versucht, das Beste aus der Situation zu machen, bietet beispielsweise Onlinekurse an. Karatetrainer Björn Strote erklärt im „Zollstock“-Gespräch mit unserer Zeitung, wie er mit der sportfreien Zeit umgeht, welche Projekte er in der Coronazeit angeht und ob er sich impfen lassen würde oder nicht.

Welche sind Ihre sportlichen Vorsätze für das Jahr 2021?

Karate wieder so ausüben, wie ich es vor Corona getan habe. Denn in erster Linie möchte ich wieder aktiv trainieren können. Als Trainer habe ich natürlich das Anliegen, dass ich meinen Schülern und Athleten, die im Lockdown so fleißig mitziehen, helfen möchte, dass sie – sobald wieder Wettkämpfe und Turniere möglich sind – dort auch erfolgreich sind.

Thema Lockdown: Was würden Sie anders machen? Welche Einschränkungen halten Sie für übertrieben?

Wenn ich meine Eltern in Leipzig besuchen möchte, würde ich mich viel wohler fühlen, wenn ich mich vorher nicht extra abschotten müsste, sondern vor dem Besuch einen verbindlichen Schnelltest machen könnte, sodass ich weiß, ob ich negativ oder positiv bin. Und wenn ich dann positiv sein sollte, dann ist es doch gut. Dann kann ich mich in dem Fall abschotten. Das würde ich mir als Veränderung wünschen. Zudem finde ich die Regel des 15-Kilometer-Radius in Hotspots übertrieben. Ein Mensch, der es nicht einsieht, wird sein Auto nach 15 Kilometern nicht einfach stehen lassen oder umdrehen. Wir sind aber mittlerweile auf einem Niveau angekommen, das sich anfühlt, als wenn auf der Mikrowellenbeschreibung stehen würde: „Bitte keine lebenden Wesen hineinpacken. Achtung, das ist gefährlich.“ Ähnliches wünsche ich mir auch beim Sport. Riesige Sportveranstaltungen stattfinden zu lassen, finde ich quatsch, ist nicht notwendig. Aber beim Individualtraining, welches Eins-zu-eins stattfindet, würde ich mir ebenfalls Schnelltests wünschen. Wenn ich montags mit dem einen Schüler trainiere, dienstags aber mit einem anderen, dann würde ich mich wohler fühlen, wenn sich meine Schüler und ich einmal wöchentlich testen lassen könnten, damit etwas mehr Sicherheit und Normalität einkehren.

Was ist Ihr nächstes/neues Projekt?

Ich möchte ein Haus bauen. Das Projekt hat ein Jahr vor Corona begonnen. Jetzt ist die Frage, ob die Bauarbeiten in den kommenden Wochen beginnen können. Das ist das eine Projekt, das andere ist das Onlinetraining, das wir im Verein für unsere Mitglieder anbieten. Ich wehre mich zwar immer noch ein wenig gegen Onlinekurse, weil ich finde, dass das Haptische ganz wichtig ist. Aber es funktioniert. Das freut mich. Jetzt geht es darum, das Onlineangebot weiter zu optimieren.

Welcher ist Ihr Lieblingsort, um Kraft zu tanken beziehungsweise um zur Ruhe zu kommen?

Ich gehe ganz gerne zum Hohen Berg in Ristedt. Auf der Aussichtsplattform schaue ich mir dann den Sonnenuntergang an, der dort wirklich sehr schön ist. Es ist der Ort, an dem ich super-gerne bin, um runterzufahren.

Kein Training, keine Wettkämpfe, vielleicht andere Hobbys: Wie sehr beschäftigen Sie sich in der Coronazeit damit, weniger leistungsorientierten Sport zu treiben oder gar ganz damit aufzuhören? Oder ist die Lust aktuell größer denn je?

Inzwischen bin ich durch damit, mit dem leistungsorientierten Sport aufhören zu wollen. Diese Überlegung gab es ganz kurz, aber heftig. Zwei, drei, vier Wochen hatte ich schon solche Gedanken. Ich muss aber zugeben, dass es im ersten Lockdown schlimmer war. Jetzt gibt es jedoch das Onlinetraining. Seitdem bin ich emotional „safe“, weil die Vereinsmitglieder total motiviert sind.

Buch, Serie oder Film – was haben Sie zuletzt gelesen oder geschaut?

Ich habe die Serien aus meiner Kindheit wieder für mich entdeckt. Aktuell ist gerade Alf an der Reihe. Am Anfang war es Stromberg, dann kam das A-Team. Und wenn Alf durchgeballert ist, mal schauen . . . Zudem habe ich das Buch „Das Café am Rande der Welt: eine Erzählung über den Sinn des Lebens“ von John Strelecky gelesen. Durch Corona habe ich mir die Frage nach dem Sinn des Lebens beziehungsweise nach den Prioritäten des Lebens gestellt.

Arbeiten im Homeoffice – angenehme Abwechslung oder Belastung?

Ich bin bei der Deutschen Bahn AG beschäftigt, arbeite dort für die Regio AG als Werkstattleiter. Ich muss zwar Präsenz zeigen, um meine Mitarbeiter zu führen, aber ich muss nicht fünf Tage die Woche 80 Stunden vor Ort stehen. Ich finde eine Mischung aus Präsenz und Homeoffice eine super Sache. Wenn Homeoffice kein Zwang ist, finde ich es total angenehm. Wenn ich es so steuern kann, wie es mir guttut, dann kann ich daraus auf jeden Fall Energie ziehen.

Corona-Impfung: Ja oder Nein?

Ja, nein, vielleicht. Ich finde es sinnvoller, zuerst Personen mit systemrelevanten Berufen zu impfen. Wenn Menschen, die unmittelbar zum System gehören wie beispielsweise Polizisten oder Feuerwehrmänner, nicht die Chance bekommen, geimpft zu werden, nur damit bloß ein Karatetrainer und Werstattleiter geimpft werden kann, empfinde ich als ganz schlimm. Vielleicht sage ich, weil es aktuell so viel Gerede um den Impfstoff gibt, ob er nun sicher ist oder nicht. Es gibt für mich keine solide Basis, damit umzugehen. Sobald es aber möglich ist, habe ich schon Interesse an einer Impfung. Allein schon, um meine Eltern zu schützen. Aber auch, um mich wieder freier bewegen zu können.

Stadion, Konzert, Theater, Urlaub? Was machen Sie zuerst, sobald es wieder erlaubt ist?

Ich würde gerne mal wieder zu einer Karate-Veranstaltung gehen. Konzert und Theater – nö, das kann für mich warten. Aber mal wieder ohne Maske Zug fahren, das wäre auch wieder geil.

Welche sportliche Schlagzeile wollen Sie 2021 über sich lesen?

Ich würde mich besonders über eine sportliche Schlagzeile sehr freuen, und zwar, wenn sich ein zweiter Sportler unseres Karatevereins für eine EM qualifizieren würde. Es wäre total cool, wenn das klappt.

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