Vorbild, Führungspersönlichkeit und Institution – Alexander Mellohs Wort hat beim TuS Kirchdorf Gewicht

„Sunny“ ist kein Kind von Traurigkeit

Auf dem Fußballplatz ist Alexander Melloh eher der Mann fürs Grobe. In seinem Beruf als Landschaftsgärtner lebt er dagegen seine Kreativität aus. - Foto: R. Kaluza

Kirchdorf - Von Rafael Kaluza. Als Alexander Melloh einst in sehr jungem Alter zu seiner Oma kam, schien die Sonne. Was wahrlich wenig spektakulär klingt, hatte eine ungeahnte Folge, die bis heute anhält. Denn Mellohs Oma taufte ihren fröhlichen Enkel kurzerhand „Sunny“ – und dieser Name setzte sich durch – im Freundes- und Bekanntenkreis, und natürlich auch bei seinem Verein, dem TuS Kirchdorf. Ein Name, der passt, meint sein Trainer. „Er ist voller Lebensfreude und hat ein sonniges Gemüt“, beschreibt Christian Jeinsen, macht anschließend aber eine nicht ganz unwichtige Einschränkung: „Auf dem Platz legt er das ab.“

Dort ist Melloh nämlich eher der Typ Raubein, der das Attribut „unangenehmer Gegenspieler“ verkörpert wie kaum ein anderer. Kompromisslosigkeit und Leidenschaft zeichnen den eher kleinen Innenverteidiger aus. Für ihn scheint jeder Zweikampf nicht nur ein Ringen um den Ball, sondern immer auch ein kleines persönliches Duell zu sein. Trotzdem versucht er dabei stets, fair zu bleiben. Nur wenn es gerade notwendig ist, kann Melloh auch mal dazwischen hauen oder lauter werden. „Kein Kind von Traurigkeit“ nennt man solche Spielertypen im Fußballjargon – was wiederum zum Spitznamen „Sunny“ passt. Allerdings, betont Jeinsen, hat sein Verteidiger auch andere Qualitäten: „Er ist kein reiner Zerstörer, er ist auch ein sehr guter Fußballer.“

Melloh beschreibt seine Fähigkeiten so: „Ich bin nicht der große Techniker, aber ich habe ein gutes Auge und Spielverständnis – das muss man als Innenverteidiger für den Spielaufbau auch haben.“

Die Mischung dieser fußballerischen und kämpferischen Eigenschaften machen Melloh seit Jahren zum unangefochtenen Stammspieler und Leistungsträger beim TuS Kirchdorf. Darüber hinaus ist er beim Bezirksligisten einer dieser Spieler, die man mit Fug und Recht als Urgestein bezeichnen darf. Seit seinem sechsten Lebensjahr, als seine Familie von Lessen nach Kirchdorf zog, spielt der 27-Jährige für die Blau-Weißen. „Er ist eine Institution im Verein. Alleine mit seiner Präsenz auf dem Platz ist er ein Vorbild und eine absolute Führungspersönlichkeit“, lobt Jeinsen den Mann mit der Rückennummer vier, der mit seiner Rolle selbst ganz bescheiden umgeht: „Für mich ist das manchmal noch ungewohnt. Aber wenn die Jungen dazukommen, merkt man, dass man etwas zu sagen hat. Darauf kann ich schon stolz sein.“ Da Henrik Albers aus beruflichen Gründen nicht mehr regelmäßig dabei ist, geht Melloh jetzt auch als Abwehrchef in die kommende Saison.

„Die zweite Saison wird schwieriger“

In der will er mit seiner Mannschaft eine gute Rolle in der Bezirksliga spielen und am Ende natürlich wieder die Klasse halten: „Als wir in die Liga gekommen sind, habe ich gesagt, dass die zweite Saison schwieriger wird. Jetzt sehe ich unsere Qualität aber höher als letztes Jahr, daher sehe ich uns gerüstet“, betont Melloh, der inzwischen mit seiner Freundin wieder in Lessen wohnt: „In einem schönen Fachwerkhaus zur Miete. Diese ruhige Lage ist das, was ich wollte.“

Beruflich arbeitet Melloh als Landschaftsgärtner. Nach einer Ausbildung in Steyerberg wechselte er 2013 nach Stocksdorf zu Thomas Menzel, wo er mittlerweile als Meister tätig ist. Für ihn ein Traumjob: „Ich habe seit der vierten Klasse schon ins Poesiealbum geschrieben, dass ich Landschaftsgärtner werden will“, verrät Melloh, der in seinem Beruf auch seine Kreativität auslebt. Auf dem Fußballplatz für den TuS Kirchdorf bleibt „Sunny“ dagegen weiterhin eher der Mann fürs Grobe, der in der kommenden Saison auch wieder dorthin gehen wird, wo es wehtut.

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