Startnummer 12: Christian Riedemann

Christian Riedemann

Sein in diesem Jahr wohl schönstes Foto: Christian Riedemann (rechts am Auto stehend) bejubelt den Sieg bei seiner Sulinger Heim-Rallye.

Sulingen - Von Gerd Töbelmann. Den 7. Mai in diesem Jahr wird Christian Riedemann so schnell wohl nicht wieder vergessen. Zusammen mit seiner belgischen Co-Pilotin Lara Vanneste holte sich der jetzt 29-jährige Kirchdorfer, der Mitglied im MSG Sulinger Land ist, den Sieg bei seinem Heimrennen „Rund um die Sulinger Bärenklaue“. „Das war wirklich ein Highlight, weil so viele Freunde und Bekannte an der Strecke und bei der Siegerehrung waren“, erinnert sich Riedemann noch ganz genau.

Bereits früh in seiner Jugend kam der jetzt in Kirchdorf wohnende Riedemann mit dem Motorsport in Kontakt. Im Alter von sechs Jahren, also quasi mit der Einschulung, nahm ihn sein Vater Jürgen mit zum Kart-Slalom-Training. „Ich habe mich mal reingesetzt, bin einige Runden gefahren und habe kein Kleinholz mit den Streckenbegrenzungen gemacht“, sagt der Motorsport-Enthusiast. Schon bald stellten sich die ersten Erfolge ein, denn 1997 holte sich der Industrie-Mechaniker bei der Firma Exxon-Mobile in Söhlingen den Titel eines Gaumeisters. Ein Jahr später wurde er gar Norddeutscher Meister. Im Jahre 2002 wurde Riedemann mit Platz drei bei der deutschen Meisterschaft auch bundesweit bekannt. Sollte da etwa ein neuer Michael Schumacher heranreifen?

Nein, denn Riedemann ging einen anderen Weg. Nicht die Formel 1 faszinierte den Youngster, sondern der Rallyesport hatte es ihm angetan. Mit 19 Jahren saß er selbst am Steuer und wurde mit seinem Vater als Co-Piloten am Saisonende Fünfter der Gesamtwertung beim „Suzuki-Cup“. Ein Jahr später holte er sich gar Silber im ADAC-Junior-Cup. Ganz oben auf dem Treppchen stand Riedemann im Jahre 2008 im Wettbewerbder Division 4 innerhalb der Deutschen Meisterschaft.

Und die Erfolgsstory ging munter weiter. Im Rahmen-Wettbewerb der Weltmeisterschaft startete Riedemann bei der „Fiesta-Sport-Trophy“ und landete Siege bei der Deutschland-Rallye und auch beim Wettbewerb in Spanien.

Mittlerweile hatten auch die Werksteams ein Auge auf den Youngster geworfen. Vor allem VW ist da zu nennen, die ihn 2011 zwei WM-Rennen im Skoda-Werksteam bestreiten ließen. Es sprangen die Plätze drei (Deutschland-Rallye) und fünf (Spanien) heraus. Zu einem Vertrag langte es aber nicht. „Ich habe wohl nicht genug eigene Sponsorengelder mitgebracht“, erklärt Riedemann. Es folgte der Wechsel nach Frankreich zu Citröen. Für dieses Team fuhr der 29-Jährige ebenfalls in der Weltmeisterschaft. Starts in Portugal, auf Sardinien, in Finnland oder aber in Großbritannien werden für immer unvergessen bleiben. Doch zum Vollprofitum fehlten eben schon erwähnte Großsponsoren. „So ist das eben in diesem Geschäft. Also habe ich mich auf die deutsche Meisterschaft konzentriert, wo es auch mit etwas weniger Etat geht.“

Und wie. In diesem Jahr, mittlerweile mit einem Peugeot 208 R5 unterwegs, klappte es hervorragend. Während der gesamten Saison lieferte sich Riedemann mit Fabian Kreim (Skoda Fabia) ein packendes Duell um die deutsche Meisterschaft. Und dabei ging es immer fair zu. Kein „Krieg“ wie zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton in der Formel 1. „Wir kommen super miteinander aus und trinken am Abend auch schon mal ein Bierchen zusammen“, sagt Riedemann.

Aber ausgerechnet beim Showdown während der Drei-Städte-Rallye in Passau schlug der Fehlerteufel gnadenlos zu. „Ich bin ausgerechnet beim letzten Rennen mit einem Defekt ausgeschieden. Das Schaltseil ist gerissen – echt bitter.“ So musste der Kirchdorfer seinem Dauer-Konkurrenten am Ende zum Titel gratulieren und wurde selbst Zweiter.

Und wie geht es im kommenden Jahr weiter? Riedemann gibt sich kämpferisch: „Natürlich greife ich wieder an. Diesen Titel will ich unbedingt noch holen.“ Und die Voraussetzungen sind offenbar gegeben, denn Peugeot ist auch 2017 wieder an seiner Seite.

Ob Stamm-Beifahrerin Lara Vanneste beim Saisonstart Anfang März im Saarland erneut an seiner Seite sitzt, ist noch nicht hundertprozentig klar. „Aber ich bin optimistisch, dass das klappt. Schließlich möchte auch Lara mit mir jetzt endlich diesen Titel holen.“

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