Sulingens Youngster von den Kollegen fast erdrückt 

Brüggemann und die schwere Last eines Siegtorschützen

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Fast erdrückt: Sulingens Torschütze Chris Brüggemann (unten) bekam reichlich Gewicht auf den Körper. 

Sulingen - Von Arne Flügge. Chris Brüggemann hatte nur kurz Zeit, nach seinem Tor die Faust zu ballen – da fielen ihn schon seine Teamkollegen Pascal Löhmann und Manuel Meyer hinterrücks an und rissen den Youngster von Fußball-Landesligist TuS Sulingen zur Jubeltraube zu Boden. Es war die Szene des Spiels, das die Sulinger gestern dank des Treffers von Brüggemann in der 36. Minute mit 1:0 (1:0) gegen Aufsteiger SpVgg. Bad Pyrmont gewannen.

Brüggemann stöhnte schon ob der Last, die da plötzlich auf ihm lag. „Das Tor zu machen war nicht so schwer“, grinste er später: „Ich musste den Ball ja nur noch über die Linie drücken. Aber immerhin: Da muss man auch erstmal stehen.“

Der Stürmer war für den privat verhinderten Jonas Wangler in die Startelf gekommen und spielte auf der für ihn ungewohnten Position auf der rechten Offensivseite. Und so fiel das Tor des Tages: Nach einem Eckball von Sören Sandmann verländerte Meyer den Ball auf Löhmann. Der schloss sofort ab, aber Bad Pyrmonts Keeper Alexander Deppe parierte. Er hatte allerdings die Rechnung ohne Brüggemann gemacht, der aus kurzer Distanz abstaubte.

„Chris gibt seit dem ersten Tag, den er hier ist, Vollgas. Er will sehr viel lernen. Und die für ihn ungewohnte Position hat er heute richtig gut interpretiert“, lobte TuS-Trainer Maarten Schops den 18-Jährigen, der zu Saisonbeginn vom JFV RWD Rehden gekommen war und eigentlich noch ein Jahr A-Jugend spielen kann. „Und dass Chris einen Riecher vor dem Tor hat, ist bekannt. Heute hat er es wieder bewiesen“, ergänzte der Belgier.

Klar war Brüggemann nach dem Abpfiff richtig happy. Zwar hatte er schon einmal im Bezirkspokal beim 3:1 gegen Stuhr für Sulingen getroffen – doch sein erstes Landesligator „ist für mich natürlich noch mal etwas ganz Besonderes. Das ist ein überragendes Gefühl. Ich bin einfach nur glücklich.“ Als Matchwinner wollte er sich aber nicht fühlen: „Die ganze Mannschaft wollte diesen Sieg heute. Das hat man gemerkt. Das war eine geschlossene Leistung des gesamten Teams.“ Das in der ersten Halbzeit ein klares spielerisches Übergewicht hatte. Der TuS Sulingen war tonangebend, machte Druck. Doch es war schwer, gegen die defensiv sehr kompakt stehenden Gäste ein Schlupfloch zu finden. Zudem waren die Sulinger im letzten Drittel zu verspielt, anstatt auch mal den Torabschluss zu suchen. „Bis zum Strafraum haben wir das sehr gut gemacht“, sagte Trainer Schops, „doch dann haben der letzte Pass und die richtige Idee gefehlt.“

Auch nach dem Wechsel taten sich die Sulinger schwer. Bad Pyrmont wurde angesichts des Rückstandes zwar mutiger, entblößte dabei aber die Deckung nicht. Einzig ein Fernschuss von Löhmann (61.) sorgte für Gefahr. „Wir hätten gern das 2:0 gemacht, doch dafür, das muss man so ehrlich sagen, hatten wir nicht die großen Chancen“, meinte Schops. Und so wurden die Gastgeber langsam etwas ungeduldig und drohten, ihre Ordnung zu verlieren. „Man kann sich etwas zurückfallen lassen. Aber da, wo man dann steht, muss man den Gegner kompakt stellen und eng dran sein“, monierte der TuS-Coach.

Bad Pyrmont hatte aber zu viel Platz – und in der 71. Minute die Riesenchance zum 1:1, aber Keeper Tim Becker hielt überragend aus kurzer Distanz gegen Andrzej Matwijow. „Da müssen wir uns heute bei Tim bedanken, dass er das Ding so super hält“, lobte Schops seinen Torwart, der den Sulingern den so wichtigen ersten Saisonsieg rettete.

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