Nach 2:4 noch Punkt geholt / Jacobeit und Helms übernehmen Bezirksligisten

Sudweyher Wahnsinn beim 5:5

Nur fliegen ist schöner! Sudweyhes Marvin Brüggemann dreht nach seinem 4:4 jubelnd ab, Nienburgs Masum Ay (r.) und Keeper Linus Kramer (vor ihm) sind bedient. Damit war das Wahnsinns-Spiel aber noch nicht vorbei. Foto: Krüger

Sudweyhe - Von Cord Krüger. Fraglich, ob ein Trainer zwei solcher Spiele hintereinander überstehen würde – nervlich, stimmlich oder vom Kreislauf her. Umso beruhigender, dass Markus Pieprzyk nach dem irren 5:5 (2:1) „seines“ TuS Sudweyhe gegen den Bezirksliga-Fünften Inter Komata Nienburg bei bester Gesundheit strahlte, während die Begeisterung des Interimstrainers aus ihm heraus sprudelte: „Die Mannschaft lebt, hat nach dem 2:4-Rückstand Moral bewiesen und ist als Einheit aufgetreten“, freute sich der „Feuerwehrmann“, der den Tabellenvorletzten zu Wochenbeginn vom zurückgetretenen Christian Mach übernommen hatte. Pieprzyk lebte den Einsatz vor, sein Aktionsradius erstreckte sich jeweils 30 Meter links und rechts von seiner Coachingzone. Nun ist es aber auch genug, denn schon morgen übernimmt das frisch verpflichtete Trainergespann: Benjamin Jacobeit, langjähriger Jugendtrainer von den Sudweyher E- bis zu den C-Junioren, und Sven Helms steigen dann als gleichberechtigte Partner ein. „Sie bekommen ein Team, das topfit ist und spielerisch viele Ideen hat, wie man heute gesehen hat“, fand Pieprzyk.

Stimmt. Obwohl die Platzherren vor gut 100 Zuschauern früh den nächsten Nackenschlag einstecken mussten. Denn der erste Versuch der Gäste passte haargenau – durch Saad Haso vom Elfmeterpunkt, nachdem Jason Traemann Metin Boran im Strafraum von den Beinen geholt hatte. Hasos Strafstoß klatschte unten an den rechten und von dort an linken Innenpfosten, ehe er hinter dem chancenlosen TuS-Schlussmann Mirko Meyer einschlug (10.). Die verunsicherten Sudweyher brauchten gute fünf Minuten, um sich davon zu erholen. Tobias Hall hatte nach einem Klasse-Solo vorbei an drei Gegnern Pech, als sein Pass Robin Engelhardt im Abseits erreichte (17.). Einen Freistoß von Pascal Feldmann faustete Inter-Keeper Linus Kramer aus der Gefahrenzone (23.), auch gegen den nach einem Schnittstellen-Pass von Hanjo Harjes frei durchgelaufenen Gianluca Causo siegte Kramer (25.). Die Gastgeber kamen besser auf – und verdienten sich den Ausgleich: Hall brach über rechts durch und überlupfte Kramer aus spitzem Winkel (27.). „Weiter so, wir sind die bessere Mannschaft“, rief Sechser Jan-Ove Bäker seinen Kollegen in der Jubeltraube zu – und besorgte zum Beweis sechs Minuten später nach einer Causo-Ecke aus sieben Metern das 2:1 (33.).

Dabei blieb’s bis zur Pause – und kurz nach Wiederanpfiff folgte Saad Hasos zweiter Streich: Er setzte sich im Duell gegen Jendrick Meissner durch und überwand Meyer mit einem Schlenzer zum 2:2 (49.). Acht Minuten später war der durchgelaufene Haso nur durch ein Foul von TuS-Keeper Meyer im Strafraum zu stoppen. Abdulkader Albarrak vollstreckte den Elfer mittig zum 3:2 (58.). Wenig später war für Haso Schluss, als Folge des Fouls vor dem Elfmeter musste er verletzt runter. Doch Merdal Boran erhöhte auf 4:2 (66.) im Nachschuss, nachdem Meyer dessen ersten Versuch stark abgewehrt hatte. Pieprzyk reagierte, brachte in Stephen Bohl und Marvin Brüggemann zwei neue Offensivkräfte – „und viel besser kann man nicht wechseln“, witzelte der Interimscoach. Doch darin lag auch eine gute Portion Wahrheit: Bohl wurde kurz darauf von Marwan Houra elfmeterwürdig gefoult. Aufregung, Rudelbildung, ein kurzer Würgegriff von Hosan Houra gegen Bohl – alles ungeahndet (68.), ebenso wie der Ellbogencheck im Strafraum gegen Bohl (71). Doch mit seiner nächsten Szene schlug der derart Angegangene sportlich zurück: Einen Querpass Brüggemanns von rechts drückte Bohl zum 3:4 über die Linie (76.). Nun nahm der Wahnsinn komplett Fahrt auf: In Minute 78 tauschten Vorbereiter und Schütze die Rollen, Brüggemann nahm eine Linkshereingabe von Bohl auf und löffelte sie zum 4:4 in die Maschen (78.)! Nienburg wiederum hatte noch nicht genug, leitete durch den Steilpass von Marwan Houra auf Kevin Dalmann dessen Treffer zum 5:4 ein (83.). Als die ersten Sudweyher Fans schon geknickt die Anlage verließen, köpfte Meissner nach einem Freistoß von Causo das 5:5 (88.). „Schön, dass auch das funktioniert hat“, meinte Pieprzyk, der Meisssner für die Schlussphase nach vorn beordert hatte. Beinahe hätte der Innenverteidiger noch das 6:5 geköpft – ebenso wie Hall in der Nachspielzeit. „Aber trotzdem habe ich heute nur Positives gesehen“, urteilte Pieprzyk.

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