Anna-Lena Freese scheidet bei WM im Vorlauf aus / „Keine Kraft in den Beinen“

Der Sturz aus dem Traum

Sie konnte es nicht fassen. Die 24,78 Sekunden über 200 Meter bedeuteten für Anna-Lena Freese das Aus. ·
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Sie konnte es nicht fassen. Die 24,78 Sekunden über 200 Meter bedeuteten für Anna-Lena Freese das Aus. ·

Kreis-Diepholz - Von Arne FlüggeBARCELONA · Als Anna-Lena Freese wieder auf ihrem Hotelzimmer war, allein mit sich und dem, was da rund eine Stunde zuvor passiert war, brachen die Tränen nur so aus ihr heraus. Der Traum vom Halbfinale über 200 Meter bei der U 20-Weltmeisterschaft in Barcelona war für die junge Athletin des FTSV Jahn Brinkum brutal geplatzt – und nach einem Sturz obendrein auch noch sehr schmerzhaft.

„Sie war nur am Weinen und konnte kaum etwas über den Lauf sagen“, erzählte Vater Ralf Freese, der seine Tochter sofort anrief, um sie zu trösten: „Wir haben versucht, sie gleich wieder aufzubauen. Ich habe ihr gesagt, sie soll das gleich abhaken und nach vorne schauen.“

Das war für Anna-Lena Freese zu diesem Zeitpunkt allerdings kaum machbar. Zu sehr hatte sie sich den Einzug ins WM-Halbfinale gewünscht. Und es war nicht der Sturz über die Ziellinie, der diesen Traum platzen ließ – Freese lief schlichtweg kein gutes Rennen. Sie kam schon nicht aus dem Block, hatte mit 0,199 Sekunden beim Start die schlechteste Reaktionszeit aller sieben Läuferinnen. Die 24,78 Sekunden am Ende bedeuteten nur Platz fünf im Vorlauf. Nur die ersten Drei qualifizierten sich für das Finale morgen. Zum Vergleich: Anna-Lenas Bestzeit liegt bei 23,83 Sekunden. Davon war sie gestern Welten entfernt. „Ich weiß nicht, vielleicht war der Druck zu hoch. Ich glaube, sie war zu verkrampft, denn sie wollte noch unbedingt diesen dritten Platz“, sagte Ralf Freese. Und Anna-Lenas Trainer Björn Sterzel, der die 18-Jährige nach Barcelona begleitet hat, fügte hinzu: „Vielleicht hat ihr nach ihrer zweiwöchigen Erkältung auch einfach die Kraft gefehlt. Dennoch bin ich sehr, sehr stolz auf Anna-Lena. Es ist kein Weltuntergang, dass sie ausgeschieden ist.“

Die warmen Worte ihres Coaches und auch der tröstende Anruf ihres Freundes Fabian Kaiser, 400-Meter-Läufer aus Berlin, haben dann vielleicht doch geholfen, dass sich Anna-Lena Freese gestern am späten Nachmittag wieder gefangen hatte. „Zuerst war es eine Schockwelle, die mich überrollt hat. Ich war völlig fertig“, meinte die Brinkumerin, die auf Bahn acht gelaufen war. Bis zur ersten Kurve sei sie noch gut dabei gewesen, „doch dann kam ein Mega-Gegenwind, und ich hatte einfach nicht mehr so viel Kraft in den Beinen. Am Ende habe ich die Beine gar nicht mehr hochbekommen und bin ins Ziel gefallen.“ Und als sie da lag, schoss ihr im ersten Moment nur eines durch den Kopf: „Scheiße!“

Und der Sturz könnte noch weitreichende Folgen haben. Freese zog sich einige Schürfwunden zu, „die natürlich richtig brennen“. Ob sie daher heute wie geplant als Schlussläuferin der deutschen 4x100-Meter-Staffel an den Start gehen wird, ist noch offen.

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