DFB behält Mai-Honorar ein / A-Lizenz-Inhaber Brinkmann zeigt Verständnis: „Eine wunderbare Aufgabe“

Stützpunkttrainer nehmen Kürzungen sportlich

Legt trotz Corona-Pause nicht die Hände in den Schoß: Walter Brinkmann, Trainer des Sulinger DFB-Stützpunkts. Foto: mbo

Sulingen – Sie trainieren den hoffnungsvollsten Nachwuchs bei Wind und Wetter, opfern viel Zeit für Vor- und Nachbereitungen der Einheiten, für Telefonate mit den Familien der Fußball-Talente und Turniere. Dafür bekommen die Stützpunkttrainer des Deutschen Fußball-Bundes ein Taschengeld von 307 Euro. Ein Betrag, den der DFB für diesen Monat noch einmal deutlch eingedampft hat – wegen der Coronakrise und der damit verbundenen Zwangspause in abgelaufenen fast zwei Monaten. Wertschätzung für teils jahrelange treue Dienste sieht für den neutralen Betrachter anders aus, doch Walter Brinkmann, Trainer des Sulinger DFB-Stützpunkts für den Kreis Diepholz, nimmt es locker.

„Für uns ist es alles mehr oder weniger Hobby – aber eine wunderbare und heiß begehrte Aufgabe“, schildert der 58-Jährige. Und er weiß, dass inzwischen auch der große DFB als weltweit mitgliederstärkster Verband die Coronakrise zu spüren bekommt: „Da geht es auch um fehlende Sponsorengelder und viele weitere Mindereinnahmen.“

Gleichwohl räumt Brinkmann ein, dass es bei der Suche nach Einsparpotenzialen elegantere Lösungen gegeben hätte: „Vielleicht wäre es geschickter gewesen, wenn der DFB den Kontakt gesucht und vorgeschlagen hätte, ob man sich nicht irgendwo in der Mitte treffen könnte.“

Immerhin: Für März und April gab es noch das volle Honorar – auch für seine drei Stützpunkt-Kollegen Tobias Dickmann, Hermann Schlake und Taiki Hirooka. „Aber wir waren ja auch nicht untätig“, erklärt der A-Lizenz-Inhaber und nennt Telefonate mit den Spielern, Trainingsvorbereitungen für den Neustart und Videokonferenzen mit den Trainerkollegen als Beispiele. Wie viel Zeit ansonsten „im Normalbetrieb“ für das Auf- und Abbauen des Trainingsgeländes, den Austausch mit den Eltern drauf geht, kann der Brümser nicht genau beziffern, „aber es dürfen etwa 15 Stunden pro Woche sein“. In der Winter- und Sommerpause oder eben jetzt „ist es natürlich weniger, daher ist die Bezahlung über die vollen zwölf Monate okay“.

Viel wichtiger als das Geld „sind mir die vielen Menschen, die man kennenlernt: Eltern, Trainer und natürlich die Spieler selbst, deren Entwicklung man über die Jahre verfolgen kann.“

In der großen Gruppe der lizenzierten Übungsleiter für den Bereich „Nordost“ im Niedersächsischen Fußballverband (NFV) gab es während der jüngsten Videositzung „keinen, der wegen der Einsparungen jetzt ans Aufhören denkt“, berichtet Brinkmann.

Ansonsten stünden überall im Land genügend Aspiranten bereit: „Bewerber gibt es genug“, schildert der erfahrene Coach, der mit seinem Team die verheißungsvollsten Kicker der Jahrgänge 2005 bis 2008 schult – im Normalfall einmal pro Woche. Den Neustart haben sie für den 8. Juni – in Kleingruppen – vorgesehen. „Bis dahin muss man einige Jungs, die immer wieder anrufen und fragen, wann es wieder mit den Punktspielen losgeht, am Telefon irgendwie bei Laune halten.“ Der 58-Jährige lässt damit durchblicken, dass er durchaus auch mal als Psychologe gefragt ist.

Doch er macht es gern: „Es war immer ein respektvoller Umgang. Probleme mit Eltern oder Spielern hat es in all den Jahren nie gegeben.“ Genauer: in jenen 17 Jahren, seitdem es die DFB-Stützpunkte gibt. Erhöht wurden die Trainerhonorare übrigens nie. Und eingedampft bisher auch nie. Doch nach dem Zahlungsstopp für den Mai sollen, so ist vom DFB zu hören, im Juni auch wieder Trainerhonorare fließen.  ck

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