Sulinger Stützpunkttrainer

Die neueste Erfindung sogar patentiert: Hermann Schlake entwickelt altersgerechte Trainingsformen

Hermann Schlake
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Mehr Chancen für die kleinen Keeper – das soll die einfach einzuhängende Torhöhenbegrenzung „Goalminator“ ermöglichen, die sich der Twistringer A-Lizenz-Inhaber Hermann Schlake patentieren ließ.

Hermann Schalke ist ein Mann der Taten. Mit innovativen Ideen möchte der Trainer am Sulinger DFB-Stützpunkt seinen Beitrag dazu leisten, dem Nachwuchsmangel entgegenzuwirken.

Sulingen – Das frühe EM-Achtelfinal-Aus der Nationalmannschaft, die Leiden des U21-Rumpfteams im Olympischen Turnier mit dem jähen Ende in der Vorrunde – dass da wieder die Klagelieder über Nachwuchsmangel und nötige Reformen im Deutschen Fußball-Bund (DFB) ertönten, überraschte Hermann Schlake nicht. Der Trainer am Sulinger DFB-Stützpunkt für die besten Talente im Kreis kennt dieses Problem schon länger. „Früher haben die Verantwortlichen aus den Vereinen und Verbänden gesagt: ,Die Kleinen kommen sowieso zu uns.‘ Aber das ist nicht mehr so“, weiß der Twistringer. Doch Schlake ist viel zu begeistert von diesem Sport, als dass er ein solches Dilemma einfach so hinnehmen will. Sein Fußball-Enthusiasmus hat den A-Lizenz-Inhaber schon auf viele neue Einfälle für attraktive und altersgerechte Trainingsformen gebracht. Seine neueste Kreation ließ er sich sogar patentieren.

Vor 15 Jahren, zur WM 2006 im eigenen Land, hatte der handwerklich geschickte Familienvater erste Stationen für eine Fußball-Minigolfanlage ausgetüftelt – einfach auf- und abzubauen, fast überall einsetzbar, mit schnellen Erfolgserlebnissen für Spieler aller Altersklassen und Talente. „Was als kleines Extra auf dem Trainingsplatz begann, wollte dann mal der eine Verein für seine Sportwerbewoche haben, dann ein anderer für sein Sommer- oder Dorffest“, beschreibt Schlake die Anfänge dessen, was später in seiner Firma „Fußball-Idee“ mündete. Mit der bietet der hauptberufliche Gruppenleiter der Bassumer Delme-Werkstätten inzwischen mehr als 60 Minigolfmodule fürs runde Leder an, vermietet eine Fußball-Billard-Anlage.

Fußball-Minigolf soll technische Fähigkeiten fördern

Die Spiele fördern bereits die technischen Fähigkeiten der Kinder, schildert Schlake: „Dazu zählt das Passen oder das Gefühl, ob man lieber mit dem Innen- oder Außenrist schießen soll“, erläutert Schlake. Das Fußball-Billard hingegen diene auch als Taktik-Schule: „Da kommt es dann darauf an, welchen Ball Du wie spielst, ohne den Gegner beim nächsten Zug zu einem Vorteil kommen zu lassen.“

Inzwischen verkauft der 53-Jährige auch Trainingszubehör – mit Fokus auf die Kleinsten, um ihnen mehr Spaß an ihrem Sport zu ermöglichen. Seit vier Jahren bietet Schlake daher Bälle der Größe 3 mit einem Gewicht von 290 Gramm an – für die neue Saison für den F- und G-Jugend-Spielbetrieb vom DFB vorgeschrieben. Laut Schlake eine überfällige Entscheidung. „Denn es ist doch klar, dass ein Junge in diesem Alter nicht viel Lust hat, gegen einen schweren Ball zu kloppen, der ihm mit seinen 23 Zentimetern Durchmesser bis an die Knie reicht“, verdeutlicht der Stützpunkttrainer.

Hilfe für Keeper: „Wer sich 18 Dinger fängt, verliert schnell die Lust“

Seine neueste Erfindung will die jungen Keeper vor traumatisierenden Ergebnissen bewahren: „Wir müssen die Torhüter ein Stück weit abholen“, urteilt Schlake: „Wer in der F-Jugend beim Spiel auf ein großes Tor 18 Dinger fängt, weil er gar nicht so hoch kommt, wie das Tor ist, verliert schnell die Lust.“ Also entwickelte er ein spezielles Banner aus winddurchlässigem Gewebe, das sich mit kurzen Gummigurten unter der Latte befestigen lässt und so die Höhe reduziert. „Das nimmt den Druck vom Torwart bei hohen Bällen, zwingt den Angreifer aber auch dazu, spielerische Lösungen zu finden, um näher vors Tor zu kommen – weil er nicht mehr aus der Ferne abziehen und treffen kann“, nennt der erfahrene Coach die Vorteile dieser Torhöhenbegrenzung, die er sich unter dem Namen „Goalminator“ patentieren ließ.

Bei einigen Stützpunkt-Übungseinheiten mit der U12 nutzte Schlake das Banner auch, um den unteren Bereich des Kastens zu sperren und seine Keeper damit vorwiegend auf hohe Bälle zu trainieren. Abwechslung muss eben sein – vor allem bei zeitlichen Einschränkungen wie denen, unter denen zu Corona-Zeiten auch das Stützpunkt-Training zu leiden hatte.

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