Stürmer scheitert in 85. Minute an Stuhrs Torhüter Bischoff / Gerechtes 0:0

Timme vergibt freistehend Neuenkirchens Siegtreffer

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Abgeklärt, ruhig und mit großer Ausstrahlung: Neuenkirchens Keeper Dennis Fehner war ein sicherer Rückhalt.

Neuenkirchen - Von Arne Flügge. Es lief die 85. Minute, als Stephan Stindt und Christian Meyer, dem Trainergespann des Fußball-Bezirksligisten TV Stuhr, plötzlich der Atem stockte. Beim Versuch, den Ball nach vorn zu schlagen, rutschte ihr Abwehrchef und Kapitän Janik Troue zentral am eigenen Strafraum aus, der unglückliche Querschläger landete bei Nico Timme. Der Stürmer des TV Neuenkirchen marschierte allein auf Daniel Bischoff zu, zog ab, doch Stuhrs Keeper verhinderte mit einem glänzenden Reflex per Fußabwehr den Einschlag, rettete seiner Mannschaft damit das 0:0.

„Schade, dass sich Nico für seine insgesamt starke Leistung nicht mit dem Tor belohnt hat“, seufzte Neuenkirchens Spielertrainer Michael Geisler, verneigte sich aber gleichzeitig vor Bischoff: „Den hat er weltklasse gehalten.“ Stindt lobte ebenfalls die starke Aktion seines Torhüters: „Das hat er richtig gut gemacht. Durch diese Großchance kurz vor Schluss können wir noch froh sein, 0:0 gespielt zu haben, obwohl wir das Spiel dominiert haben.“

Über weite Strecken zumindest, in der ersten Halbzeit vollends. Stuhr war fußballerisch die bessere Mannschaft, kombinierte klug, presste aggressiv und drückte die Gastgeber damit komplett in die Defensive. „Da ist von uns viel zu wenig gekommen“, räumte Geisler ein. In der Effektivität vom TV Stuhr letztendlich aber auch. Der letzte Pass kam nicht an, Angriffe wurden entweder nicht sauber oder nicht konsequent zu Ende gespielt. „Wenn du dir trotz aller Dominanz keine richtige Torchance erspielst, kannst du ein Spiel auch nicht gewinnen“, monierte Stindt. Neuenkirchen verteidigte aber auch richtig gut. Torben Schoof und Carsten Hildebrandt ließen im Zentrum kaum mal etwas zu. Zudem strahlte Keeper Dennis Fehner eine unglaubliche Souveränität und Sicherheit aus. Und kamen die Gäste doch mal zum Abschluss – es war einfach zu harmlos. Ebenso, wie die wenigen Entlastungsangriffe der Hausherren.

Wer nun gedacht hatte, der TV Neuenkirchen würde sich auch nach dem Wechsel in seiner Defensive einigeln, der sah sich getäuscht. Die Mannschaft kam wesentlich mutiger aus der Kabine, nahm jetzt auch im Mittelfeld die Zweikämpfe an, machte selbst Druck. „Wir hatten in der ersten Halbzeit zu viel Respekt vor Stuhr. Nach der Pause hatten wir eine Phase mit richtig guten Spielsituationen und haben uns auch Chancen herausgearbeitet“, sagte Spielertrainer Geisler. Er selbst kam bis zur 66. Minute drei Mal zum Abschluss, zwischendurch hatte Stuhrs Timo Wetjen aus halbrechter Position knapp am langen Eck vorbeigeschossen (61.). Die klare Überlegenheit der Gäste aus dem ersten Durchgang war wie weggeblasen, Stuhr steckte plötzlich im Infight mit dem Gegner – und nahm ihn auch an. So entwickelte sich eine kampfbetonte und zum Teil auch recht hektische Schlussphase.

Beide Teams wollten sich mit dem 0:0 nicht zufrieden geben, versuchten, den Lucky Punch zu setzen. Neuenkirchen war in der 85. Minute am dichtesten dran, doch TVS-Keeper Bischoff verhinderte das. „Wir haben die Zweikämpfe angenommen, schaffen es aber einfach nicht, Torchancen zu kreieren“, klagte TVS-Trainer Stindt, der angesichts der heiklen Szene kurz vor dem Abpfiff mit dem 0:0 „nicht unzufrieden war“. Kollege Geisler indes war richtig happy: „Das war sehr, sehr gut heute von den Jungs. Wenn mir einer vor der Saison gesagt hätte, wir spielen gegen so eine starke Mannschaft wie Stuhr 0:0, ich hätte es unterschrieben.“

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