Gut 700 Zuschauer sehen Nettelstedter 42:24 gegen Barnstorf / „Da bleibt ein schönes Sümmchen über“

Standing Ovations für guten Zweck

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In seinem vorerst letzten Spiel für die Barnstorfer tauchte Nils Mosel sogar ab und an als Mittelmann auf. 

Rehden - Von Gerd Töbelmann. Am Ende war ihm die Erleichterung anzumerken. „Die ganze Arbeit hat sich gelohnt. Die Leute stehen auf den Rängen und klatschen beiden Teams Beifall“, meinte Andreas Niehoff nach dem gestrigen Freundschaftsspiel des Handball-Bundesligisten TuS N-Lübbecke gegen den Oberliga-Zweiten HSG Barnstorf/Diepholz.

Die 703 Zuschauer in der Rehdener Sporthalle an den Waldsportstätten sahen ein munteres Spielchen, wobei der 42:24 (19:8)-Erfolg der Nettelstedter reine Nebensache war.

Niehoff, innerhalb des TSV Wetschen für den Verein zur Förderung der Handballjugend zuständig, organisierte das Match und meinte strahlend: „Da bleibt nach Abzug aller Kosten noch ein schönes Sümmchen für unsere Jugend übrig, und das ist toll. Nettelstedt und auch Barnstorf sind uns mit ihren finanziellen Forderungen stark entgegengekommen. Ich denke, dass man so ein Spiel ruhig wiederholen kann.“

Den Barnstorfern jedenfalls hat es auch viel Spaß gemacht. „Wir haben mit weniger als 20 Toren verloren – alles gut“, sagte HSG-Trainer Mario Mohrland.

Und die Spieler gaben alles. Zeitgleich saßen da Finn Richter mit Cut am Auge und der nach Kreuzbandriss sein Comeback feiernde Martin Golenia mit blutender Lippe auf der Ersatzbank – und lachten. Wenig später ging’s wieder ab ins Getümmel. Diese Leichtigkeit hätte man sich auf Barnstorfer Seite auch vom in die Schweiz wechselnden Marius Kasmauskas gewünscht, doch der Ex-Profi war unpässlich, so dass die HSG ohne gelernten Halblinken auskommen musste.

Egal, dann tauchte eben der eigentliche Rechtsaußen Nils Mosel im Rückraum auf. „Gewollt war das nicht, hat aber trotzdem Spaß gemacht“, meinte der 31-Jährige in seinem letzten Spiel für die HSG. Doch ein Hintertürchen gibt es. „Sollte Not am Mann sein, werde ich da sein“, erklärte der Linkshänder.

Und wie fanden die Nettelstedter ihren Auftritt? Trainer Dirk Beuchler, vor zwei Jahren mit Lemgo beim Abschied von Tomas Lenkevicius schon mal Gegner der Barnstorfer, lobte den Gegner: „Die haben das gut gemacht und auch einige schöne Tore erzielt. Ich denke, dass das heute eine runde Sache war.“

Nur einer war nicht auf „Daddel-Modus“ gepolt: Frank Loke. Der Mann hat für Norwegen fast 200 Länderspiele am Kreis absolviert und spielte, als wenn es für den TuS noch um den Klassenerhalt gehen würde. Beuchler nahm das schmunzelnd zur Kenntnis: „So ist er eben. Frank kann auch im Training nicht verlieren. Der gibt eben immer Vollgas. Er ist ein toller Typ.“ Mit elf Treffern war er denn auch der beste Schütze der Ostwestfalen. Bei Barnstorf langte Kreisläufer-Kollege Andrius Gervé mit fünf Toren am häufigsten zu.

Und wenn jetzt noch genügend Spendengeld zur Typisierung im Fall der krebskranken Janina zusammen kommt, dann wird der gestrige Abend ohnehin für viele Menschen unvergessen bleiben.

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