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Stammgast im „Ally Pally“: Fußballer Alec Kuhlmann vom TuS Wagenfeld und seine Darts-Leidenschaft

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Von: Malte Rehnert

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Bei der Darts-WM im berühmten „Ally Pally“ in London gehören Verkleidungen der Zuschauer zum Pflichtprogramm: Alec Kuhlmann (3.v.l.) und seine Freunde, alle Fußballer von seinem Heimatverein TSV Jahn Ströhen, gingen auch schon mal als Video Assistent Referees (VAR).
Bei der Darts-WM im berühmten „Ally Pally“ in London gehören Verkleidungen der Zuschauer zum Pflichtprogramm: Alec Kuhlmann (3.v.l.) und seine Freunde, alle Fußballer von seinem Heimatverein TSV Jahn Ströhen, gingen auch schon mal als Video Assistent Referees (VAR). © kuhlmann

Alec Kuhlmann vom TuS Wagenfeld ist ein Fan von Darts, Schalke und Gosens. In unserer Rubrik „Mein Fußball“ spricht der 25-Jährige über seine größten Stärken, Schwächen und seine „Macke“.

Wagenfeld – Seine Eltern haben ein Faible für amerikanische Vornamen. „Sie sollten besonders sein und möglichst kurz“, erzählt Alec Kuhlmann. Der 25-Jährige spielt mit seinem Bruder Ike (gesprochen Eik) beim TuS Wagenfeld und hat in unserer Rubrik „Mein Fußball“ noch einige interessante Geschichten parat. Etwa, dass er gerne im legendären „Ally Pally“, der Darts-Hochburg in London, zu Gast ist. Oder die Story vom Schalke-Trikot, das er eigentlich in einer anderen Farbe haben wollte. Oder vom Nebelchaos in Heiligenfelde.

Name: Alec Kuhlmann

Verein: TuS Wagenfeld

Alter: 25

Größe: 1,72 Meter

Position: Meistens Rechtsverteidiger – mit Offensivdrang, denn das macht doch am meisten Spaß.

Beruf: Controlling, LLOYD Shoes GmbH.

Meine Hobbys: Meine Freizeit besteht zum Großteil aus Fußball (Spieler, Jugendtrainer, Jugendwart) – was bei meiner Freundin schon dazu geführt hat, mich spaßeshalber zu fragen, ob ich mir nicht ein Schlafzimmer im Sportheim einrichten wolle. In der Winterpause steht aber auch Darts ganz hoch im Kurs, von 2017 bis 2019 war ich mit ein paar Freunden bei der Darts WM in London. Danach wegen der Corona-Pandemie leider nicht mehr.

Mein Spitzname: Mein Name ist so selten und kurz, dass ich keinen Spitznamen habe.

Meine größte Stärke: Kondition und Ehrgeiz.

Meine größte Schwäche: Mein Ehrgeiz ist auch gleichzeitig meine größte Schwäche, weil ich auf dem Platz eine ziemliche Dreckssau sein kann und mich aus der Emotion heraus manchmal nicht ganz im Griff habe. Wegen des Adrenalins bin ich während der 90 Minuten ein anderer Mensch – aber nach Abpfiff dann schnell wieder der Kumpeltyp.

Rechtsverteidiger: Auf dieser Position spielt Alec Kuhlmann meistens in Wagenfeld.
Rechtsverteidiger: Auf dieser Position spielt Alec Kuhlmann meistens in Wagenfeld. © Diekmann, Julian

Meine Lieblingstore: Da ich eher selten Tore schieße, ist für mich jedes ein besonderes. Aus dem Profifußball steht das Finaltor von Mario Götze bei der WM 2014 weit vorne – nicht, weil es besonders schön war. Aber eben wichtig, es hat uns zum Weltmeister gemacht.

Mein schönster Sieg: Am 29. November 2015 habe ich im Kreisliga-Derby gegen den SV Dickel völlig überraschend gleich zwei Tore geschossen. Wir gewannen das Spiel letztlich mit 4:3. Der Sieg wurde danach so ausgelassen auf dem Wagenfelder Weihnachtsmarkt und in unserem Vereinslokal gefeiert, dass ich auch heute noch regelmäßig auf die Feier danach angesprochen werde – und weniger auf das Spiel.

Mein bestes Spiel: Ich werde nie über mich persönlich sagen, dass ich mein bestes Spiel gemacht habe, denn Fußball ist und bleibt ein Teamsport. Die Mannschaft hat in der Saison 2014/15 gegen den TSV Schwarme ihr bestes Spiel gemacht, finde ich. In der ersten Halbzeit ist mir ein Eigentor unterlaufen, wir lagen zur Pause mit 1:3 zurück. Doch dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung hieß es am Ende 6:3 für uns.

Meine bitterste Pleite: In der Saison 2019/20 haben wir als klarer Außenseiter mit unserer „Ostkurve“ im Rücken gegen Tabellenführer FC Sulingen einen super Fight abgeliefert – und in der letzten Minute der Nachspielzeit das 1:2 kassiert. Der Sulinger Martin Roughley hatte diesen Treffer bei „Mein Fußball“ als sein Lieblingstor angegeben.

Mein bester Mitspieler: Mein erstes Herrenjahr mit Marc Pallentien und Ali-Jakob Döpke war schon eine Hausnummer, aber von der fußballerischen Qualität und seinem Spielverständnis her ist es Joshua Wiedemann. Leider ist er verletzungsanfällig und fehlt häufig.

Mein härtester Gegner: Am unangenehmsten war es für mich, gegen Felician Günther zu spielen. Zum einen wegen seiner unfassbaren Schnelligkeit. Zum anderen, weil ich ihn damals bei uns im Jugendbereich trainiert habe und die Zweikämpfe daher nicht so intensiv führen konnte oder wollte wie bei anderen Gegenspielern.

Meine Lieblingsschuhe: Kein besonderes Modell, aber am liebsten nicht zu bunt!

Mein wichtigster Pokal: Die Saison 2018/19, als wir Kreismeister und Pokalsieger geworden sind, war etwas ganz Besonderes. Vor allem der Aufstieg in die Bezirksliga hat mich gefreut, zumal ich in meiner ersten Herren-Saison 2013/2014 den freiwilligen Abstieg in Wagenfeld mitgemacht habe.

Mein Lieblingsverein: Definitiv der FC Schalke 04! Dort bin ich seit ein paar Jahren auch Mitglied. Sympathien habe ich zudem für den FC St. Pauli, was in dieser Zweitliga-Saison wegen der Konkurrenzsituation nicht so einfach war. Aber an erster Stelle steht ganz klar Schalke.

120 Minuten Spannung: Schalke-Fan Alec Kuhlmann (rechts) mit seinem Bruder Ike 2017 in der Gelsenkirchener Arena: Das 3:2 nach Verlängerung gegen Ajax Amsterdam reichte nicht fürs Halbfinale.
120 Minuten Spannung: Schalke-Fan Alec Kuhlmann (rechts) mit seinem Bruder Ike 2017 in der Gelsenkirchener Arena: Das 3:2 nach Verlängerung gegen Ajax Amsterdam reichte nicht fürs Halbfinale. © Privat

Mein Lieblingsspieler: Zu Kindheitszeiten Lincoln, der mich bei Schalke immer extrem begeistert hat mit seinem Spielstil und den überragenden Freistößen. Wegen seines Charakters, seiner Einstellung und der etwas defensiveren Position, die ich ja auch spiele, ist mein aktueller Favorit Robin Gosens.

Mein Lieblingsfanartikel: Trikots und Schals besitze ich mehrere, aber das außergewöhnlichste Trikot habe ich mir als Achtähriger gewünscht – und auch „fast“ bekommen. Es war das Auswärtstrikot von Schalke mit der „26“ von Mike Hanke, der gegen Leverkusen direkt nach dem Anstoß von der Mittellinie getroffen hat. Das hat mich damals total fasziniert. Warum es das Orange sein sollte, kann ich mir heute allerdings nicht mehr erklären . . . Und im Nachhinein bin ich froh, dass es dann doch das blaue Heimtrikot geworden ist.

Mein Stadionhighlight: Ich bevorzuge es, mit meinem Bruder, meiner Freundin und Kumpels die Spiele in der Region anzuschauen, bei denen man auch persönlich mal jemanden kennt. Aber einen Stadionbesuch auf Schalke 2017 werde ich trotz des Ausscheidens in der Europa League nie vergessen. Es war das Viertelfinal-Rückspiel gegen Ajax Amsterdam. Schalke egalisierte in der regulären Spielzeit den 0:2-Rückstand aus dem Hinspiel, nach der Verlängerung stand es 3:2 – und wegen der Amsterdamer Auswärtstore war Schalke raus. Wir hatten Sitzplatzkarten, standen aber 120 Minuten. Die Stimmung in der Arena war unfassbar.

Mein Lieblingsbuch: Bis zur Pandemie war ich nicht unbedingt der Vielleser. Aber dann war reichlich Freizeit da – und ich habe mir zwei Bücher gekauft, die mich extrem überzeugen: „Gib alles, nur nie auf!“ von Schalkes A-Jugendtrainer Norbert Elgert und „Träumen lohnt sich – Mein etwas anderer Weg zum Fußballprofi“ von Robin Gosens.

Lesen als neues Hobby: Alec Kuhlmann mit den Büchern von Norbert Elgert und Robin Gosens.
Lesen als neues Hobby: Alec Kuhlmann mit den Büchern von Norbert Elgert und Robin Gosens. © Privat

Mein Lieblingslied: Da kann ich mich mit vielen Songs anfreunden, weil bei uns in der Kabine wirklich jede Musikrichtung gespielt wird – unter anderem rumänische Lieder, die unsere rumänischen Teamkollegen empfehlen.

Mein schrägstes Erlebnis: Wir hatten am 20. November 2019 ein Abendspiel in Heiligenfelde. Schon vor der Abfahrt war uns klar, dass es wegen des starken Nebels nicht stattfinden kann. Trotzdem fuhren wir los. Die Witterungsverhältnisse waren sehr schlecht, gefühlt hat die Anreise drei Stunden gedauert. Vor Ort hat uns der Schiedsrichter dann bestätigt, dass er nicht anpfeift. Also wieder zurück – noch mal gefühlte drei Stunden . . .

Meine „Macke“: Beim Fußball kann ich einfach nicht die Klappe halten. Sobald das Spiel angepfiffen wird, kommt oft viel „Müll“ aus meinem Mund.

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