Brinkumer Sprinterin wagt Neustart in Wendlingen am Neckar

Anna-Lena Freese zieht es in den Süden

Sprinterin Anna-Lena Freese in Starterpose.
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Neuer Lebensmittelpunkt: Sprinterin Anna-Lena Freese wohnt und trainiert nun im Schwabenland.

Sie verlässt Hannover und startet künftig auch nicht mehr für ihren Heimatverein FTSV Jahn Brinkum: Sprinterin Anna-Lena Freese verschlägt es aus privaten Gründen nach Wendligen am Neckar nahe Stuttgart. Dort fühlt sich die 27-Jährige bereits heimisch.

  • Anna-Lena Freese zieht „der Liebe wegen“ ins Schwabenland.
  • Ihr Freund Markus wird auch ihr Trainer sein – aber nicht alleine.
  • Beim FTSV Jahn Brinkum ist die 27-Jährige künftig passives Mitglied.

Brinkum/Hannover/Stuttgart – Die Kisten sind schon gepackt und warten auf den Umzug. Mitte März holt Anna-Lena Freese alle Kartons aus ihrer Wohnung in Ricklingen, belädt den Transporter und macht sich damit auf den Weg Richtung Süden. In der Nähe von Stuttgart wird die 27-jährige Sprinterin künftig leben und trainieren. Sie verlässt ihren Heimatverein FTSV Jahn Brinkum – und der Kreis Diepholz verliert eine sehr bekannte und erfolgreiche Leichtathletin.

„Ich ziehe der Liebe wegen dorthin“, bestätigt Freese die – für Außenstehende sicher überraschenden – Neuigkeiten und erklärt: „Nach zweieinhalb Jahren Fernbeziehung sind mein Freund und ich an einem Punkt angekommen, wo wir uns Gedanken gemacht haben, wie es weitergeht. Und Stuttgart passte besser als Hannover.“ Mit ihrem Freund Markus („ein waschechter Schwabe“) wird sie demnächst in eine Wohnung ziehen – in Wendlingen am Neckar, ungefähr 20 Kilometer südöstlich der Landeshauptstadt Baden-Württembergs.

Ihren Job als Industriekauffrau in Hannover hat Freese bereits aufgegeben und befindet sich auf der Suche nach einem neuen. „Ich denke, in Stuttgart habe ich da ganz gute Chancen“, meint sie. Die vierfache „Sportlerin des Jahres“ (und damit Rekordsiegerin bei der traditionsreichen Veranstaltung) weilt bereits seit Anfang des Jahres im Schwabenland und hat sich nach eigener Aussage ganz gut eingelebt.

Neue „Dreier-Konstellation“ mit Björn Sterzel

Wie es sportlich weitergeht, ist auch schon ziemlich klar. Zwar mag Freese den Verein, dem sie in Stuttgart höchstwahrscheinlich beitreten wird, noch nicht nennen – „weil es eben noch nicht ganz perfekt ist und ich nichts unterschrieben habe“. Aber fest steht bereits, dass sie weiterhin mit ihrem bisherigen Trainer Björn Sterzel zusammenarbeiten wird. „Wir werden uns seltener sehen, aber weiterhin täglich telefonieren“, sagt Freese. Für ihre Einheiten vor Ort wird künftig zudem ihr Freund Markus zuständig sein, der nebenberuflich ebenfalls Leichtathletik-Coach ist. „Mal gucken, wie es in dieser Dreier-Konstellation klappt“, ist die 27-Jährige selbst schon gespannt auf das neue Modell: „Ich glaube aber, dass es keinerlei Probleme geben wird.“

Wenn mit ihrem neuen Verein die letzten Details geklärt sind, kann Freese bei Wettkämpfen starten. Dass die Frist für einen Wechsel (in der Leichtathletik der 30. November) längst verstrichen ist, macht in diesem Fall nichts. Weil sie seit mehr als neun Monaten keinen Wettkampf mehr für Brinkum bestritten hat, darf sie sich auch jetzt einem neuen Verein anschließen – wenn der bisherige Club zustimmt. Und das tut er, betont Brinkums Trainer Klaus Lange: „Es gab keinen Knatsch, ich habe sie sofort unterstützt. Es ist alles ganz lieb und artig abgelaufen. Anna hat mich angerufen und zuerst ein bisschen rumgedruckst.“ Als es dann raus war, reagierte Lange mit Verständnis und kündigte an: „Wir werden auf jeden Fall in Kontakt bleiben.“

Für Freese war es eine schwere Entscheidung, den Club zu verlassen, „in dem ich groß geworden bin“. Angefangen hatte sie beim LC Hansa Stuhr, knapp 15 Jahren startete sie danach für Brinkum – auch noch, als sie längst in Hannover lebte, arbeitete und sprintete. „Es ist mein Heimatverein“, betont sie: „Und ich werde passives Mitglied bleiben.“ Wegen der nun viel größeren Entfernung nach Brinkum sei es aber an der Zeit, mal einen Schnitt zu machen.

Hier gibt es mehr Sonnentage als im Norden, es gefällt mir sehr gut. Ich fühle mich schon heimisch.

Anna-Lena Freese, die bisher in Hannover wohnte, über ihren neuen Lebensmittelpunkt nahe Stuttgart.

In Stuttgart möchte Freese schnell einen Job finden und auf den Sprintstrecken durchstarten. „Die Deutschen Meisterschaften sind zum Beispiel immer ein Thema, da möchte ich dabei sein.“ Dann aber nicht mehr für Brinkum. „Anna war jahrelang das Aushängeschild unseres Vereins, ganz klar“, bedauert Lange den Abschied – er sagt aber auch: „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.“

Heißt: Er hofft, dass bald ein neues Brinkumer Talent für Furore sorgt – etwa Samira Heygster (15), die gerade aufs Sportinternat nach Hannover gewechselt ist und damit den gleichen Karriereweg eingeschlagen hat wie einst Freese.

Impfen und Urlaub

„Erst mal, finde ich, sollten alle geimpft werden, die es nötiger haben als ich. Alle, die zur Risikogruppe gehören. Wenn wir ,normalen‘ Leute an der Reihe sind, wüsste ich noch nicht, ob ich mich sofort impfen lassen würde“, sagt Anna-Lena Freese über eine Corona-Impfung, fügt dann aber an: „Um meiner Familie und den Großeltern ein gutes Gefühl zu geben, würde ich es machen. Aber ich würde nicht direkt zum Arzt rennen.“ Natürlich vermisst auch die 27-Jährige Freizeitaktivitäten, denen sie sonst gerne nachgeht. Stadion, Konzert, Theater, Urlaub? Was macht sie zuerst, wenn es wieder erlaubt ist? „Eine schöne Frage“, findet Freese und sagt mit einem Lächeln: „Alles auf einmal.“ Auf jeden Fall würde sie ziemlich schnell einen Urlaub buchen. jdi

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