Freese Kandidatin für Olympia

Sprint-Bundestrainer Ronald Stein freut sich über die Erfolge von Anna-Lena Freese.

Brinkum - Von Arne Flügge. Die Nominierung von Anna-Lena Freese für die Weltmeisterschaften der Leichtathleten in Peking war für Ronald Stein nur die logische Konsequenz einer bärenstarken Saison der 21-Jährigen. Im Interview spricht der Sprint-Bundestrainer über Freeses Entwicklung und was der 51-Jährige der Brinkumerin noch zutraut.

Herr Stein, wie beurteilen Sie die Entwicklung von Anna-Lena Freese in den vergangenen Wochen und Monaten?

Ronald Stein: Wenn ich sagen würde, ich wäre überrascht, sage ich das etwas zwiegespalten. Ihr Potenzial ist ja bekannt. In der Jugend hat sie schon richtig auf sich aufmerksam gemacht. Nun wurde sie letztes Jahr durch eine Verletzung ausgebremst. Die Leistungen, die Anna-Lena jetzt zum Ende der Saison zeigt, auf welchem Niveau sie sich weiterentwickelt hat, welchen Leistungsschub sie bekommen hat, nachdem sie ein jahr verletzungsfrei durchtrainieren konnte – das ist schon beeindruckend.

Mit dem Höhepunkt Platz zwei über 200 Meter und Rang drei über 100 Meter bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg.

Stein: Ihre Bestleistung von 23,08 Sekunden über 200 Meter hat mich gar nicht einmal so sehr überrascht. Die 11,30 Sekunden in Nürnberg über die 100 Meter waren dagegen phänomenal. Anna-Lena ist nicht unbedingt die beste Starterin, aber auch hier hat sie sich verbessert. Entscheidend ist, dass sie im fliegenden Bereich, ohnehin ihr Stärke, noch einmal zugelegt hat. Das war bislang eine blitzsaubere Saison. Ich hoffe, dass sie das Potenzial halten und im Hinblick auf Peking noch steigern kann.

Welche Chancen hat Anna-Lena Freese, in Peking dann auch die Staffel zu laufen. Immerhin sind sechs Sprinterinnen nominiert?

Stein: Gute Chancen. Mit den 11,30 über 100 Meter, dem zweiten Platz in Nürnberg über 200 Meter und dem Staffelsieg bei der U 23-Europameisterschaft hat sie Zeichen gesetzt. Kommende Woche gehen wir ins Kurztrainingslager nach Mannheim, haben am 8. August ein WM-Teilnehmer-Abschiedssportfest. Und dann werde ich letztendlich entscheiden, wer in der Staffel läuft.

2016 sind die Olympischen Spiele in Rio. Haben Sie Freese für dieses Großereignis bereits im Auge?

Stein: Natürlich, logisch. Mit den Leistungen ist sie eine Kandidaten für Olympia. Wichtig ist, dass sie gesund durchkommt und ihre Leistungen in der kommenden Saison bestätigt und sogar noch etwas schneller wird. Das würde ich mir wünschen.

Zusammen mit Rebekka Haase hat Freese die U 23-Europameisterschaften bestimmt und jetzt auch in Nürnberg ein Zeichen gesetzt. Trauen Sie den beiden zu, den Sprint der Frauen in den nächsten Jahren zu dominieren?

Stein: Ich möchte nicht von dominieren sprechen. Es geht am Ende immer um die Leistung. Da stellt sich die Frage, ob Verena Sailer (Deutschlands Nummer eins/d. Red.) ihre Karriere 2016 beendet oder bis zur EM 2018 weitermacht. In Gina Lückenkemper haben wir bei der U 20 ein großes Talent. Für mich als Bundestrainer ist wichtig, dass wir in der Gesamtkonstellation für die nächsten Höhepunkte in Rio und Berlin sehr gut aufgestellt sind. Wir haben viele Athletinnen, die um die Einzel- und Staffelplätze kämpfen. Das kann dem Konkurrenzkampf und letztlich auch dem Leistungsniveau nur guttun.

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