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TuS Syke Be Famous (Tanzen/Hip Hop)

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Mit Hip-Hop an die nationale Spitze: Die BeFamous-Crew vom TuS Syke tanzte sich zum Deutschen Meistertitel. J Foto: Krieg

Diese Story ist eine echte Erfolgsgeschichte, geradezu ein modernes Tanzmärchen. Man stelle sich vor: Noch im Februar drohte die BeFamous-Crew komplett auseinanderzufallen. Keine Trainerin mehr, viel Frust. Doch dann ging es doch weiter – und wie! Die Hip-Hop-Gruppe des TuS Syke lieferte ihr bestes Jahr ab, angesichts dieser Umstände absolut bemerkenswert. Deutscher Meister und Platz sechs beim European Masters – das waren die Höhepunkte.

Über die famose Entwicklung ihrer Mannschaft, zu der bei den Wettkämpfen zuletzt 24 Mädchen und ein Junge gehörten, staunt Trainerin Ronja Orf noch immer: „Dass wir in so kurzer Zeit so erfolgreich waren, kam total überraschend. Damit hätte ich niemals gerechnet.“ Als Laura und Susanne Morbach zu Beginn des Jahres als Trainerinnen ausstiegen, gingen auch einige Tänzerinnen weg. Das Ensemble stand vor einer ungewissen Zukunft. Doch dann übernahm Orf. Die Bremerin, im Einzel sehr erfolgreich, hatte im Alter von sechs Jahren mit dem Hip-Hop-Tanzen begonnen und seit 2010 beim TuS Huchting eine Trainingsgruppe. Allerdings keine, die an Wettkämpfen teilnahm. Und genau das fehlte der 23-Jährigen. Deshalb musste die angehende Industriekauffrau (Abschlussprüfung im Januar) beim Syker Angebot nicht lange überlegen: „Der Zusammenhalt dort ist toll, auch die Eltern sind unheimlich aktiv. Und man hat wieder Erfolgserlebnisse.“

Im März saß die neue Choreografie. Im Juni hatte das Team, durch einige Rückkehrerinnen und Neueinsteigerinnen inzwischen deutlich gewachsen, den ersten Auftritt. Und dann folgte der Super-Herbst. Bei den Titelkämpfen der DTHO (Deutsche Tanzlehrer und Hip-Hop-Tanzlehrer Organisation) setzte sich BeFamous im September in Mülheim gegen 18 Konkurrenten durch und krönte sich erstmals zum Deutschen Meister in der Altersklasse Juniors1 (13 bis 15 Jahre). Beim European Masters in Ludwigshafen, bei dem die besten Mannschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz tanzten (nach Version des Veranstalters IVM), sprang Platz sechs und zudem die Qualifikation für die nächste Bundesliga-Saison heraus. „Das war für mich das Highlight“, urteilt Orf, die mit ihrer Crew erneut eine große Herausforderung zu bewältigen hatte. Weil eine Tänzerin mittlerweile 16 war, mussten die Syker in der Juniors2 (16 bis 18 Jahre) antreten und hatten eines der jüngsten von 23 Teams. Und: Um den höheren Anforderungen der höheren Altersklasse gerecht zu werden, war eine schwierigere Choreografie erforderlich. „Die haben wir innerhalb von acht Wochen drauf gehabt, dank vieler Zusatzschichten am Wochenende“, berichtet Orf: „Die brauchten wir auch, denn wir sind eine Leistungsgruppe.“ Teilweise trainierte die junge Mannschaft fünf Stunden am Stück, um die neuen Schritte schnell zu lernen und dann auch noch – das ist das Schwierigste – synchron präsentieren zu können. „Es war ziemlich stressig, aber unter Druck entstehen ja Diamanten“, sagt Orf mit einem Lächeln und schiebt ein dickes Lob an die Elf- bis 16-Jährigen hinterher: „Alle sind sehr fleißig, haben viel Ehrgeiz und Selbstdisziplin. Sie stellen sich zu Hause noch lange vor den Spiegel und üben. Ich zwinge sie zu nichts, sie wollen das einfach. Teamgeist ist alles bei uns.“

Besonders groß ist der sportliche Eifer auch bei Marc Jacobsen, dem einzigen Jungen im Team. „Als ich für meine schriftliche Prüfung lernen musste, hat er mir viel beim Training geholfen“, erzählt Orf. Auch beim Zusammenmischen des Liedes für den EM-Auftritt und der Erarbeitung der Choreografie habe Jacobsen ihr bestens assistiert. Orf: „Dafür bin ich ihm sehr dankbar.“

Nach dem Klasse-Jahr 2017 sind die Ambitionen bei Be-Famous natürlich nicht geringer geworden. Orf: „Bei den Deutschen in der Juniors2 ins Finale und beim European Masters unter die Top vier – das wäre schon was.“

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