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Werner Schubert (Tischtennis)

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Den Ball immer fest im Blick: Auch mit 71 liefert Heiligenrodes Werner Schubert noch starke Leistungen ab.

Werner Schubert ist bei den Deutschen Meisterschaften der Tischtennis-Senioren schon ein regelrechter Stammgast: In den letzten sechs Jahren löste er stets das Ticket und darf sich berechtigte Hoffnungen machen, 2020 seinen siebten Streich zu landen.

Aber blicken wir erst einmal auf das Jahr 2019 zurück. Hier setzte der 71-Jährige nämlich im Dress des TSV Heiligenrode zu einem seiner größten Triumphzüge an. Bei der Landesmeisterschaft in Hameln schnappte sich der Mann mit den butterweichen Topspins in der Ü 70-Konkurrenz gleich drei Goldmedaillen: Im Mixed an der Seite von Karin Flemke (ESC Geestemünde), im Doppel zusammen mit Partner Eckhard Lau (VfL Hameln) und im Einzel dank eines ungefährdeten Dreisatzerfolgs gegen Hans-Peter Schlüter vom VfR Weddel. „Das lief wirklich gut“, erinnert sich Schubert: „Aber im Viertelfinale musste ich gegen den Wolfenbütteler Wolfgang Ahlers schon sämtliche Register ziehen, um einen 0:2-Satzrückstand noch aufzuholen. Da habe ich meinem Ruf als Kampfschwein alle Ehre gemacht.“

Kurz darauf hätte der „Golden Oldie“ fast auch bei der DM in Erfurt für Furore gesorgt. Nur ein Pünktchen fehlte zum Einzug in die Hauptrunde und damit dem Kampf um Edelmetall. Dieses fehlt dem Kirchweyher nämlich in seiner großartigen Karriere noch. „Einmal war ich ganz dicht davor und bin erst im Viertelfinale gescheitert“, seufzt Schubert: „Eine Medaille bei einer DM wäre schon traumhaft.“

Doch was nicht ist, kann ja noch werden. Zuzutrauen ist es dem Evergreen allemal. Schließlich zählt Schubert trotz seiner 71 Lenze beim Bezirksligisten TSV Heiligenrode II unverändert zu den Leistungsträgern und fährt im unteren Paarkreuz positive Bilanzen ein. Vom sportlichen Vorruhestand kann bei ihm also keine Rede sein – und daran soll sich auch in nächster Zeit nichts ändern, wie er glaubhaft versichert: „Ans Aufhören denke ich noch nicht. Tischtennis macht mir dafür viel zu viel Spaß. Außerdem ist Sport mein Leben.“ Ja, daran besteht kaum ein Zweifel.

Es gibt eigentlich keine Sportart, mit der Schubert nichts hätte anfangen können. Schon für den Lahauser Schwimmverein „erkraulte“ er Erfolge, erwies sich beim Handball (damals noch Feldhandball) ebenfalls als Könner, und stellte auch beim Squash oder Badminton sein Talent unter Beweis. Der Mann ist eben ein sportlicher Tausendsassa. „Wenn ein Ball im Spiel ist, komme ich meist gut zurecht“, schmunzelt Schubert: „Im Fußball war ich ebenfalls nicht so schlecht, und beim Tennis habe ich bei den Jungsenioren sogar mal die Ex-Werderlegende Manni Burgsmüller geputzt.“

Nicht übel, doch noch besser beherrscht der 71-Jährige das Geschäft mit dem etwas kleineren Ball.

Schon seit 1962 sammelt Schubert beim Tischtennis Titel und Urkunden wie andere Leute Briefmarken. Nicht von ungefähr prägte er einst in Kirchweyhe die „goldene Generation“ und etablierte die SVK mit Teamkollegen wie Gerd Töbelmann oder Ralf Bokelmann in der Verbandsliga. Natürlich schon länger her, aber von seinem Können hat der Grandseigneur kaum etwas eingebüßt.

Und wer weiß: Vielleicht langt es ja im kommenden Jahr zur ersten Medaille bei einer DM und damit der Krönung einer außergewöhnlichen Karriere.

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