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Mathilde Flämig (Turnen)

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In ihrem Element: Mathilde Flämig turnt etwa zwölf Stunden pro Woche – aktuell auch sehr gerne und viel am Stufenbarren.

Wenn sich Mathilde Flämig für etwas begeistert, macht sie keine halben Sachen. Beispiel Musikinstrumente. Seit ihrem fünften Lebensjahr spielt sie Klavier, inzwischen auch Querflöte in der „Big Band“ des Syker Gymnasiums, wo sie die zwölfte Klasse besucht. Und das Gitarrespielen brachte sie sich selbst bei. „Die Lehrer in der Schule sagen mir manchmal, dass ich sehr ehrgeizig bin. Woher es kommt, weiß ich selbst nicht so genau“, sagt die 17-Jährige mit einem Schmunzeln.

Besonders schlägt ihr Eifer und das ständige Streben nach Verbesserung im Sport durch. Einst liebte sie das Voltigieren, 2014 hörte sie damit allerdings auf, „weil ich irgendwie nicht weiterkam und nichts Neues mehr gelernt habe“. Eine Freundin (Lara Sivulka) nahm sie dann im Oktober 2014 mit zum Turnen bei der SV Kirchweyhe. Weil sie schon zwölf und damit recht alt war, um mit diesem Sport anzufangen, war Trainerin Petra Kehlenbeck-Schirmer „zunächst etwas skeptisch“, erinnert sich Flämig: „Aber sie hat die Körperspannung gesehen und gleich gesagt: Du kannst hierbleiben.“

Ein Glücksfall für die SVK – findet auch Kehlenbeck-Schirmer: „Mathilde ist oft noch unzufrieden, wenn ich schon zufrieden bin. Sie ist sehr ehrgeizig, genau und gibt nie auf, auch wenn sie sich am Barren mal eine offene Hand zugezogen hat.“

Flämig fasziniert am Turnen, „dass man dabei Kraft und Eleganz verbinden kann. Man braucht Disziplin, Konzentration und Ausdauer, kann sich auspowern. Aber es soll alles möglichst leicht und elegant aussehen.“ Genau das sei die große Schwierigkeit.

Die Gymnasiastin (macht 2021 Abitur) hat sich in ihren fünf Kunstturn-Jahren stetig gesteigert – und 2019 die bisher dicksten Früchte ihrer harten Arbeit geerntet. Erst holte sie sich beim „Heimspiel“ in Kirchweyhe in der Leistungsklasse 2 den Kreismeistertitel. Dann folgte in Holle der Triumph auf Bezirksebene, „obwohl ich am Anfang zweimal vom Balken gefallen bin. Aber ich habe mir gesagt: ,Mach’ weiter, zieh’ das durch.‘“ Sie zog es durch.

Bei den Landesmeisterschaften in Burgdorf „lief dann alles optimal“. Sehr bescheiden formuliert. Im Geräte-Vierkampf, zu dem noch der Stufenbarren („macht viel Spaß, trainiere ich gerade viel“) und Sprung gehören, schaffte sie am Schwebekalken („schon immer mein Lieblingsgerät“) und am Boden über 14 Punkte – herausragend. Damit hatte sich die Barrierin das Turn-Triple gesichert. On top kam noch der Sieg bei der Bremer Landesmeisterschaft in Bremerhaven, bei der sie auch antreten durfte. Und der Sprung mit der ersten Mannschaft der SVK in die Landesliga 1 (LK 1), wo die Kirchweyherinnen einen sehr respektablen vierten Platz belegten. „Es war alles in allem mein erfolgreichstes Jahr“, sagt Flämig.

Damit es so weitergeht, legt sie den Fokus noch mehr aufs Turnen. Am Klavier sitzt sie seit Sommer eher selten, hat keinen Unterricht mehr. Stattdessen ist sie noch öfter in der Halle, trainiert bis zu fünfmal pro Woche, insgesamt etwa zwölf Stunden. 2020 muss Flämig in einer höheren Altersklasse (18 aufwärts) antreten. Eine neue Herausforderung, auf die sie sich schon freut: „Ich kann überall noch lernen und mich verbessern – und überlege, es mal in der höheren LK 1 zu versuchen.“

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