Startnummer 17

Jakob Lewald (Fußball)

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Vorneweg: Jakob Lewald (am Ball) spielte ein ganz starkes Jahr für den BSV Rehden – ob als Innenverteidiger oder auf der rechten Seite.

Klar, dass er sich einiges anhören musste. Als sich Jakob Lewald vor eineinhalb Jahren für den BSV Rehden entschied, „haben das einige nicht verstanden“, erinnert sich der Innenverteidiger. Er hätte beim SV Werder Bremen bleiben dürfen, für den er zuvor zehn Serien die Nachwuchsteams durchlaufen hatte – bis zur U 19.

Den A-Jugend-Bundesligisten führte er als Kapitän aufs Feld, danach war er für die U 23 eingeplant. „Aber als junger Fußballer will man immer spielen – und diese Chance konnte mir Werder nicht bieten“, erinnert sich der heute 20-Jährige. Also entschied er sich für Rehden – ein Glück für den BSV. Und für Lewald, wie er selbst sagt: „Ich kam in einer richtigen Männermannschaft bisher fast immer zum Einsatz und sehe hier, was manche Teamkollegen neben dem Fußball noch beruflich abreißen müssen. Ich habe mich persönlich weiterentwickelt. So weiß ich mehr zu schätzen, was ich habe.“

Und zwar eine tragende Rolle beim aktuell durchaus überraschenden Achten der Regionalliga. „Jakob ist seit Wochen unser bester Spieler, darüber müssen wir gar nicht lange reden“, adelt ihn sein Trainer Heiner Backhaus.

Schon die vorherige Serie lief für den hoch aufgeschossenen 1,94-Meter-Mann imposant: In 27 von 34 möglichen Spielen stand er auf dem Platz, leistete einen erheblichen Beitrag zur 47-Punkte-Ausbeute des als Achtem eingelaufenen BSV. Die aktuelle Spielzeit verlief für den Rechtsfuß noch besser: In den ersten 19 Partien verpasste der in Barrien aufgewachsene Hüne keine Sekunde, stand dabei stets von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz und hatte erheblichen Anteil daran, dass die Schwarz-Weißen bis zur Winterpause die drittbeste Defensive ihrer Klasse stellten. Dass er dabei unverletzt durchkam, liegt auch daran, „dass wir inzwischen mehr trainieren. Die dazu gewonnene Fitness kam uns in den Englischen Wochen zugute.“ Darüber hinaus arbeitet der BWL-Student intensiv zusätzlich für sich im Fitnessstudio. „Und es kommt auch darauf an, mental frisch zu bleiben – am besten durch Gespräche oder Treffen mit Freunden, die nichts mit Fußball zu tun haben.“

Aktuell vermisst Lewald nichts. Weder die nur fünf Minuten Fußweg von seiner Bremer Wohnung zu seinem bisherigen Verein (der fast tägliche Weg in die Waldsportstätten dauert meist mehr als eine Stunde) noch die vielen Vorzüge als Fußballer bei den Grün-Weißen. „Als junger Spieler lebt man dort in einer Blase. Das ist nicht böse gemeint, denn dort wird einem vieles abgenommen. Aber in Rehden durfte ich einiges an Erfahrung dazugewinnen.“ Unter anderem lässt sich das an zwei Kennzahlen belegen: Im laufenden Wettbewerb erlaubte er sich erst drei Gelbe Karten. So viele waren es im Sommer 2018 bereits nach vier Partien. „Ich habe ein bisschen Abgeklärtheit dazugewonnen“, meint der 20-Jährige. Zudem traf der Rechtsfuß schon zweimal mehr als in der abgelaufenen Spielzeit – insgesamt dreimal. Besonders in Erinnerung blieb ihm dabei der Doppelpack während des 4:1-Siegs beim Hamburger SV II. „Ausgerechnet gegen den HSV – das freut einen alten Werderaner natürlich besonders . . .“

Einen weiteren Treffer ließ er beim 4:1 in Jeddeloh folgen. „Das war, glaube ich, mein erstes Spiel auf der rechten Seite“, erinnert sich der danach öfter als Außenverteidiger oder im rechten Mittelfeld aufgebotene Allrounder.

Mit seiner Kopfball- und Zweikampfstärke, aber auch mit seiner Mentalität hat er sich unter dem auf Leidenschaft bedachten Backhaus einen Stein im Brett erarbeitet. Und dieses Vertrauen tut ihm gut: „Wenn man bei Heiner mal patzt, muss man nicht befürchten, beim nächsten Mal raus zu sein.“

Backhaus verzichtet nur ungern auf seinen Besten mit der überragenden körperlichen Präsenz und gutem Auge beim Spielaufbau. Doch Jakob Lewald bleibt selbstkritisch: „Ich muss immer dran bleiben und noch vieles verbessern – unter anderem meinen linken Fuß. Aber ich kann in meinem Alter ja noch nachlegen.“

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