Startnummer 25

Horst Wittmershaus (Triathlon)

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Ein Lächeln auf Hawaii: Mit seiner Darbietung beim Ironman war Horst Wittmershaus zwar nicht ganz glücklich – aber letztlich doch stolz, gefinished zu haben.

Der älteste Finisher beim Ironman 2019 auf Hawaii (Al Tarkington aus den USA) war 80 Jahre alt. Der älteste Teilnehmer (Hiromu Inada aus Japan) sogar 87. Dimensionen, in die Horst Wittmershaus als Triathlet nicht vorstoßen möchte.

„Großer Respekt für diese Leute, aber ich kann mir das für mich nicht vorstellen“, sagt der Syker mit einem Schmunzeln. Wer den 51-Jährigen allerdings über seinen Sport reden hört, merkt schnell: Die Hingabe ist nach wie vor groß, ein paar aktive Jährchen mit Schwimmen, Radfahren und Laufen dürfen es schon noch werden.

Und dann möglichst so überzeugend wie 2019. „Da lief es insgesamt rund“, urteilt Wittmershaus. Einzige Ausnahme: das Saisonhighlight auf Hawaii. Mit seinem Auftritt war und ist der ehrgeizige Triathlet vom SC Weyhe unzufrieden – obwohl er wieder das Ziel auf dem Ali’i Drive in Kona erreichte. Wie schon bei seiner Premiere 2006.

Zu dieser Zeit, vor 13 Jahren, war Wittmerhaus schon ziemlich lange im Geschäft. „Ich bin jetzt schon seit genau 30 Jahren dabei“, erzählt er. Seinen ersten Triathlon absolvierte er im August 1989. Es waren die offenen Polizeimeisterschaften in Eschwege, olympische Distanz: „Das Ergebnis war durchschnittlich“, erinnert sich Wittmershaus, „aber meine Lust war geweckt“.

Er blieb dran und entwickelte sich zum besten Triathleten im Landkreis Diepholz. Auch 2019 feierte der Polizeibeamte beachtliche Erfolge. Im Sommer krönte er sich im heißen Hannover auf der Mitteldistanz zum Niedersachsenmeister (aller Altersklassen!) und schnappte sich dann beim Ironman in Klagenfurt als Altersklassensieger zum zweiten Mal den Slot für Hawaii. Zudem war er Sechster beim Ostseeman (Mitteldistanz) und gewann einen Triathlon in Otterndorf. „Das hat mir noch mal einen Kick gegeben“, meint Wittmershaus: „Für Hawaii war ich gut vorbereitet und selbstbewusst.“

Eine Zeit um die 9:30 Stunden hatte er sich vorgenommen, doch daraus wurde nichts. Nach dem Schwimmen (3,8 Kilometer) bekam er am Ende der 180 Kilometer langen Radstrecke Probleme am Oberschenkel. Beim abschließenden Marathon (42,195 Kilometer) musste er – völlig erschöpft – zwischendurch immer wieder gehen und dachte an Aufgabe, ehe ihn seine Frau Steffi zum Weitermachen aufforderte. Nach 10:09,35 Stunden und dem – wegen der Umstände – härtesten Wettkampf seiner langen Karriere hatte er es geschafft. Platz 30 in seiner Altersklasse, 647. im Gesamtklassement. Aber er haderte: „Wenn man seine Ziele nicht erreicht, ist man enttäuscht. Das geht auch nicht weg – das weiß ich von 2006. Das Gefühl ist immer noch da.“ Die 9:24 Stunden damals hatten ihn nicht rundum glücklich gemacht. Aber er ergänzt: „Wieder gefinished zu haben in einer halbwegs ordentlichen Zeit, macht mich stolz.“

Die Frage, die nun natürlich kommen muss, ist diese: Wird Wittmershaus einen dritten Anlauf nehmen, um endlich das perfekte Hawaii-Rennen hinzulegen? Der 51-Jährige lächelt und sagt: „Das ist nicht mein Ziel, nicht für 2020, auch eher nicht für 2021. Wenn es sich irgendwann aber noch mal ergibt, würde ich vermutlich nicht Nein sagen. Sport ist schon so etwas wie ein Jungbrunnen für mich, deshalb will ich auch weitermachen.“ Bester Beleg für seinen ungebrochenen Ehrgeiz: Wittmershaus hat sich gerade ein neues Rennrad gegönnt . . .

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