Startnummer 30

RSV Bruchhausen-Vilsen (Ernst/Pleuß, Radsport)

+
Freude und Stolz sind ihnen anzusehen: Manja Pleuß (links) und Sabrina Ernst mit dem Siegerpokal des Mountainbike-Rennens um den Alfsee.

Gute Freunde kann niemand trennen, trällerte einst schon Franz Beckenbauer in den 60er Jahren. Eine Weisheit, die das Erfolgsrezept des Vilser Radsport-Duos Sabrina Ernst/Manja Pleuß bestens auf den Punkt bringt.

Denn obwohl sich die beiden Radsportlerinnen noch gar nicht so lange kennen, sind sie schon ziemlich dicke miteinander und feierten mit dem Gewinn des 24-Stunden-Rennens am Alfsee 2019 zusammen einen riesigen Triumph. Als allerbeste Freundinnen.

„Dabei hatte ich zunächst voll Schiss, Manja anzusprechen“, erinnert sich Ernst schmunzelnd: „Immerhin bin ich erst seit rund drei Jahren beim Mountainbike-Fahren dabei – und Manja ist zweifache Weltmeisterin.“ Doch die routinierte Pleuß kannte weder Starallüren noch Berührungsängste und sah zudem bei Ernst großes Potenzial, wie die 48-Jährige schildert: „Dafür, dass Sabrina echt noch nicht lange dabei ist, macht sie es schon sensationell. Deshalb habe ich ihr auch vorgeschlagen, das Rennen am Alfsee zusammen zu fahren. Ich habe es ihr absolut zugetraut.“

Viel mehr Vertrauen geht kaum, da es sich bei der Tour um den Alfsee um eines der anspruchsvollsten deutschen Mountainbike-Rennen handelt. 24 Stunden lang quälen sich die Aktiven in der Nähe von Osnabrück über diverse saftige Steigungen und durch unwegsame Wälder, um genügend Runden für den Sieg herauszufahren.

„Gerade als Duo braucht man dabei eine gute Taktik“, erläutert die 31-jährige Ernst: „Wir hatten abgemacht, uns zuerst alle zwei Runden abzuwechseln. Gegen Ende sollte dann Manja drei Runden fahren und ich zwei.“ Wohlgemerkt: 24 Stunden am Stück, ohne größere Pausen und Schlaf. Für Ernst war es zweifellos das mit Abstand kraftraubendste Rennen ihrer Karriere. „Als OP-Fachschwester bin ich ja einiges gewohnt“, lächelt die Debütantin: „Aber das ging schon an die Substanz. Gerade das nasskalte Wetter in der Nacht zehrte an meinen Kräften. Ausruhen konnte ich mich ja zwischendurch kaum. Wenn Manja auf dem Rad unterwegs war, habe ich nur kurz was gegessen und getrunken. Und danach ging es sofort wieder weiter.“

Doch die beiden Freundinnen erwiesen sich als perfekt harmonierendes Team. Schnell fuhren die Aktiven des RSV Bruchhausen-Vilsen in der Zweierwertung einen komfortablen Vorsprung heraus, als kurz vor Schluss das Undenkbare geschah und das Rad von Pleuß plötzlich streikte. Nichts ging mehr beim Vehikel der Ex-Weltmeisterin, sodass Ernst den Gesamtsieg alleine perfekt machen musste. „Ich war mir aber sicher, dass Sabrina es packen würde“, avancierte Pleuß zur Hellseherin.

Denn: Ernst mobilisierte die letzten Körner und fuhr die noch fehlenden letzten zwei Runden zum Triumph ein. „Das war für mich ein ganz besonderer Erfolg“, strahlt die 31-Jährige auch Monate später noch wie ein Honigkuchenpferd: „Sich zusammen mit einer so guten Freundin durchgebissen zu haben, bedeutet mir wirklich viel.“

Pleuß natürlich ebenfalls. Und dennoch: Dieses Jahr wird das Duo seinen Titel nicht verteidigen können. „Ich habe solo mit dem Rennen noch eine Rechnung offen“, gibt sich Sachbearbeiterin Pleuß schon jetzt kämpferisch: „Nächstes Jahr fahre ich den Alfsee wieder im Einzel, aber mit Sabrina trete ich bestimmt auch noch mal an. Es hat uns beiden ja riesigen Spaß gemacht.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Coronavirus-Verdacht: Züge aus Italien am Brenner angehalten

Coronavirus-Verdacht: Züge aus Italien am Brenner angehalten

Morsumer Kinderkarneval beim TSV Morsum

Morsumer Kinderkarneval beim TSV Morsum

Kinderfasching bei Puvogel

Kinderfasching bei Puvogel

Bielefeld feiert nach drohender Spielabsage

Bielefeld feiert nach drohender Spielabsage

Meistgelesene Artikel

Stuhr greift nach Pause wieder an

Stuhr greift nach Pause wieder an

Halbfinal-Aus für Anna-Lena Freese bei den „Deutschen“ nach Sportlerwahl-Sieg

Halbfinal-Aus für Anna-Lena Freese bei den „Deutschen“ nach Sportlerwahl-Sieg

HSG Barnstorf/Diepholz gegen „Schwäne“ unter Zugzwang

HSG Barnstorf/Diepholz gegen „Schwäne“ unter Zugzwang

Ein starker Dück allein reicht nicht – 30:32

Ein starker Dück allein reicht nicht – 30:32

Kommentare