Startnummer 4

Anna-Lena Freese (Leichtathletik)

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Häufig ganz vorn dabei: Die Brinkumerin Anna-Lena Freese (Mitte) legte ein starkes Jahr 2019 hin.

Bevor die Fernsehkamera auf Deutschlands Sprintstars Gina Lückenkemper und Tatjana Pinto zoomt, visiert sie Anna-Lena Freese an. Während der Sprecher im Berliner Olympiastadion die Brinkumerin auf Startbahn eins vorstellt, winkt die 25-Jährige mit ihrem rechten Arm ins weite Rund und strahlt dabei über das ganze Gesicht. „Das erste Mal da unten im Olympiastadion zu stehen, war natürlich ein Riesen-Erlebnis für mich“, sagt Freese.

In diesem Moment auf der berühmten blauen Bahn waren die tristen, oft einsamen Trainingsstunden vergessen. Es war Freeses Comeback auf der größten Sprintbühne Deutschlands. Als Sechste über die 100 Meter präsentiert sie sich stark bei der Deutschen Meisterschaft in der Hauptstadt. Es ist der Höhepunkt eines an guten Momenten reichen Jahres. „Anna hat den Anschluss an die nationale Spitze wieder hergestellt“, betont ihr Trainer Björn Sterzel.

Schon im Januar kommt Freese schnell wie nie aus den Startblöcken. Sie verteidigt in Hannover ihren Landesmeistertitel über die 60 Meter. Und das in neuer persönlicher Bestzeit von 7,39 Sekunden; drei Zehntel schneller als ihre vorherige Marke anno 2015. Im Gegensatz zu vielen anderen Athleten sei ihr die Hallen-Saison „immer sehr wichtig“, betont Freese: „Es ist einfach eine gute Möglichkeit, zu schauen, wo man wirklich steht.“ Gerade deshalb sei der 60-Meter-Lauf in ihrem Wohnort Hannover ein Knackpunkt gewesen. „Dass ich da direkt im ersten Lauf des Jahres eine persönliche Bestleistung heraushauen konnte, hat mir natürlich noch mal Extra-Motivation für den Sommer geliefert.“ Für Sterzel war es der „perfekte Einstieg“ ins Jahr.

Und Freese lässt es weiter knallen. Bei ihrem ersten Freiluft-Start macht sie in Weinheim direkt die Norm für die Deutsche Meisterschaft perfekt. Zwei Wochen später bleibt die Uhr in Zeven nach 100 Metern bei 11,29 Sekunden stehen. Nie war die Athletin des FTSV Jahn Brinkum schneller. Da der Wind etwas zu stark war, findet sich diese Zahlenkombination jedoch nicht in Freeses Bestenliste wieder. Spätestens jetzt war aber klar: Die Form ist formidabel.

Freese bleibt auf dem Gaspedal, liefert – wie eingangs erwähnt – bei der DM in Berlin ab. Als Belohnung flattert die Einladung für das Istaf ins Haus. Beim berühmtesten deutschen Leichtathletik-Meeting ist sie auch für die Staffel nominiert, könnte vielleicht doch noch auf den WM-Zug gen Doha aufspringen. Doch nach ihrem 100-Meter-Lauf zwickt es in der Muskulatur. Freese will nichts riskieren, verzichtet auf das Staffel-Rennen.

Für das Jahr würde sich die Industriekauffrau als Schulnote eine „Zwei minus“ geben. Eigentlich passe das Prädikat „gut“ für die vergangenen zwölf Monate: „Das Minus ergibt sich aus der kleinen Verletzung, die mich beim Istaf gehemmt hat. Das hat mir schon die Möglichkeit geraubt, auch mal wieder international dabei sein zu können.“ Statt WM in Doha heißt es dann Urlaub an der Nordsee. „Einfach mal nicht an den Sport, nicht an die Arbeit denken“, lautet die Devise. Und das klappt: „Ich habe es genossen, nicht immer von A nach B hetzen zu müssen.“

Mit dem Herumlungern ist es längst wieder vorbei. Seit Oktober wird rangeklotzt. „Es läuft super, auch Björn ist zufrieden.“ Das stimmt. Trainer Sterzel spricht von einer „sehr erfreulichen Saison“. Diese gebe auch Rückenwind für die Aufgaben 2020: „Anna hat gemerkt, dass ihr alle Türen wieder offen stehen.“

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