Startnummer 13: Jens Voß

Jens Voß

Jens Voß ist ein durchaus erfolgreicher Altersklassen-Schütze. Aber der 51-Jährige kümmert sich beim SV Bassum von 1848 auch noch um viele Vereinsangelegenheiten. - Foto: Wiechert

BASSUM - Von Gerd Töbelmann. Der Heim-Wettkampf der Bundesliga-Schützen war der beste Beweis für die These, dass beim SV Bassum von 1848 ohne Jens Voß kaum etwas geht. Der 51-Jährige kümmerte sich um den Aufbau, die Werbung, die Unterbringung der Offiziellen – und so ganz nebenbei musste Voß als Bassumer Trainer auch noch entscheiden, wer denn nun auf den Stand durfte, um zu trainieren und später den Wettkampf zu bestreiten.

„Heim-Wettkämpfe sind schon besonders anspruchsvoll“, gab Voß denn auch zu – ohne allerdings bei all dem Trubel hektisch zu werden. Kommt da seine Berufsmentalität als Beamter der Deutschen Bahn zum Ausdruck? Voß lacht und sagt: „Auch auf der Arbeit geht es manchmal turbulent zu. Und auch dort bewahre ich eigentlich immer die Ruhe.“

Die Bassumer Schützen jedenfalls können sich froh schätzen, Voß in ihren Reihen zu haben. Seit 1975, also seit mehr als 40 Jahren, ist der 51-Jährige nun schon Mitglied bei den 1848igern. Irgendwie scheint das in der Familie zu liegen, denn auch der um ein Jahr jüngere Bruder Uwe war dem Schießsport verbunden und mischte mit der Freien Pistole und Luftpistole sogar in der deutschen Spitze mit.

Jens Voß indes beschränkte sich seit der Jugend nicht nur auf den reinen Sport, sondern engagierte sich auch in der Vereinsarbeit. 1980 wurde er zum Jugendvertreter gewählt, fünf Jahre später folgte die Ausbildung zum Sportleiter und danach das Ablegen der C-Lizenz.

In diesem Tempo der immer neu hinzukommenden Aufgaben ging es weiter. 1988 wurde er als stellvertretender Schießwart in den Bassumer Vorstand gewählt. Zwei Jahre später wurde er Leiter des Bassumer Landesstützpunktes der Schüler und Jugend. Ab 1992, dann schon mit der B-Lizenz ausgestattet, übernahm Voß das Landeskader-Training des Nachwuchses. 1999 folgte der Job als Sportleiter und Trainer der Luftpistolen-Mannschaft, die Gründungsmitglied der Bundesliga war. Auch die A-Lizenz (2000) ließ nicht lange auf sich warten. Schließlich folgte 2004 noch die Ausbildung zum Kampfrichter.

Diese Funktionen erfordern natürlich sehr viel Zeit, doch Voß, der übrigens ledig ist, zählt die Stunden nicht: „Der Schießsport ist eben mein Leben und meine Leidenschaft.“ Dass er dafür schon mal die Hälfte seines Jahresurlaubs in Anspruch nimmt, stört ihn nicht. So ist Voß im August auch immer Stammgast bei den Deutschen Meisterschaften in München. „Manchmal bin ich sogar zwei Wochen am Stück da“, sagt der Schießsport-Enthusiast.

Mit den eigenen sportlichen Leistungen durfte Voß in diesem Jahr auch zufrieden sein, holte er sich doch mit 290 von 300 möglichen Ringen die Altersklassen-Landesmeisterschaft im Wettbewerb mit der aufgelegten Luftpistole. So ganz nebenbei stellte er damit auch noch einen neuen Landesrekord auf.

Zu einem Bundesligaeinsatz mit „seiner“ Truppe hat es bisher aber nicht gereicht. Dabei war Voß einmal ganz, ganz dicht dran. Das war im Jahre 2004. Voß erinnert sich noch ganz genau daran: „Ich war wirklich für einen Einsatz vorgesehen. Aber ausgerechnet an jenem Tag hat meine rechte Schulter nicht mitgespielt. Ich hätte auch mit links schießen können, um wenigstens einmal Bundesliga-Luft zu schnuppern, aber das wollte ich dann doch nicht.“ Typisch Jens Voß. Geschenkt möchte er nichts bekommen – da lässt er lieber anderen den Vortritt.

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