Sportgilde rehabilitiert sich gegen Sülfeld für die Niederlage gegen Kriftel

Kostevych & Co. halten dem Druck stand

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Olena Kostevych sprang kurzfristig ein, da Michael Nestruev doch nicht konnte. Gestern zeigte die Ukrainerin in Diensten der Sportgilde ihre Klasse.

Bassum - Von Daniel Wiechert. Der Druck war spür- und sehbar. Artur Gevorgjan pustete immer wieder tief durch, schloss die Augen, ballte seine rechte Faust, um sie dann entspannt auszuschütteln. Gevorgjan und seine Mitstreiter von der Sportgilde Bassum 98 wussten schon beim Einschießen vor der Luftpistolen-Bundesliga-Partie gegen den SV Sülfeld, was die Stunde geschlagen hatte. Weil die Lindenstädter am Samstag gegen den SV 1935 Kriftel mit 1:4 verloren hatten, waren sie in Richtung DM-Viertelfinale unter Zugzwang. Es schien zu beflügeln statt zu hemmen. Mit einem 4:1 behielten die Bassumer die Oberhand.

„Sülfeld hatte heute keine Chance“, pustete Sportgilde-Trainer Michael Meinhard durch: „Sie sind heute sang- und klanglos untergegangen.“ Dafür sorgte auch Olena Kostevych, die mit starken 390 Ringen das Duell auf der Ausländerposition gegen Giuseppe Giordano (387) gewann. Dabei war vor dem Wochenende noch gar nicht geplant gewesen, dass die Ukrainerin überhaupt für Bassum an den Start geht. „Eigentlich sollte Michael Nestruev schießen“, klärte Meinhard auf: „Aber der hat abgesagt. Zum Glück gilt Olenas Visum noch – und so ist sie glücklicherweise nach Bitte von Artur Gevorgjan eingesprungen.“

Vielleicht war es zu kurzfristig. Denn am Samstag gegen Kriftel konnte auch die 29-jährige Olympiasiegerin nicht wie gewohnt glänzen. Ihren Wettkampf gegen Christian Reitz verlor sie an Position eins mit 385:387 Ringen. Auch die anderen Bassumer riefen ihr Potenzial nicht ab, so dass Antje Noeske (372), Gevorgjan (376) und auch Pierre Michel (370) ihre Duelle verloren. Albert Grieskamp konnte mit seinen 367 Ringen ebenfalls nicht zufrieden sein – das Ergebnis reichte aber zum Bassumer Ehrenpunkt. Insgesamt eine enttäuschende Leistung, so betrieb Meinhard auch gestern noch Ursachenforschung: „Vielleicht haben wir uns von der hier herrschenden familiären und heimeligen Atmosphäre zu sehr anstecken lassen“, sagte der Sportgilde-Coach: „Alle laufen rum, schnacken mit Bekannten.“ So habe am Samstag vielleicht etwas die Konzentration auf das Wesentliche gefehlt.

Gestern war die Wachsamkeit zurück. Gegen Sülfeld, das zuvor erst im Stechen gegen Kriftel verloren hatte, waren die Bassumer auf dem Punkt da. Wie Kostevych zeigte sich auch Gevorgjan verbessert, der mit 385:369 gegen Robert Janikulla siegte. Auch Pierre Michel (370) und Sascha Sandmann gewannen ihre Duelle. Einzig Antje Noeske zog gegen Maren Johann knapp den Kürzeren – 377:378. Die Erleichterung im Sportgilde-Lager war groß nach dem Sieg über Sülfeld. „Wenn wir heute auch noch verloren hätten, wäre es wirklich arg schlimm gewesen. So haben wir uns zumindest die Möglichkeit offen gehalten, dass wir wieder einmal zumindest zum Viertelfinale kommen“, sagte Meinhard. Derzeit liegt seine Mannschaft mit 6:4-Gesamtpunkten auf Rang fünf der Bundesliga Nord, die ersten Vier qualifizieren sich direkt für die Deutsche Meisterschaft am 7. und 8. Februar in Rotenburg an der Fulda.

Den nächsten Schritt dahin möchten die Lindenstädter am 17. Januar gegen den SV Falke Dasbach und den PSV Olympia Berlin machen. „Dieses Jahr ist es eine verrückte Welt. Die Tabelle ist total offen“, sagte Meinhard: „Deshalb darf man sich jetzt keinen Ausrutscher mehr erlauben.“

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