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Spieler des Wochenendes: Twistringens Zehner Aaron Djulic überzeugt auch im Sturm

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Von: Cord Krüger

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Aaron Djulic (rechts) und Tom Thiede (zweiter von links)
So jung – aber schon seit langem Weggefährten: Aaron Djulic (rechts) dankt Doppel-Vorbereiter Tom Thiede. Beide spielen seit der Jugend zusammen. © Krüger

Aaron Djulic glänzt beim SC Twistringen in ungewohnter Rolle. Statt auf der Zehn spielte der 20-Jährige beim 3:0-Sieg gegen den MTV Almstedt im Sturm – und schwang sich dort zum „Spieler des Wochenendes“ auf.

Twistringen – Stefan Thelken hätte gern auf diese Zwickmühle verzichtet – doch er musste einen Vertreter für Lennart Bors finden. Jenen Knipser des SC Twistringen, der vor gut einer Woche per Doppelpack in Rinteln maßgeblich zum ersten Sieg in der Bezirksliga-Abstiegsrunde beigetragen hatte. Doch seitdem laboriert Bors an einem Außenbandanriss, und fürs Spiel gegen den MTV Almstedt „mussten wir halt jemanden für Lennart da vorn im Sturm finden“, schildert Interimscoach Thelken: „Dabei hat Aaron im Training den besten Eindruck hinterlassen.“ Und Aaron, Djulic mit Nachnamen und bisher als Zehner hinter den Spitzen, bestätigte am Samstag diesen Eindruck überzeugend. Er schoss ein Tor, leitete ein Eigentor ein, machte Bälle fest, beschäftigte oft mehrere MTV-Verteidiger gleichzeitig – und feierte hinterher mit seinem Team einen 3:0-Heimerfolg.

„Ja, es hat ganz gut geklappt“, urteilte der „Beförderte“ bescheiden: „In diese Position musste ich mich erst wieder ein bisschen reinfinden, aber da vorn mit Tom Thiede macht das richtig Bock. Das Zusammenspiel funktioniert.“ Wie wahr. Schließlich bereitete ihm Thiede das 2:0 und dessen Szene vor Almstedts Eigentor mit Zucker-Steilpässen vor. Er kennt eben die Wege des Abnehmers, „denn wir kicken ja auch bestimmt schon sechs, sieben Jahre zusammen“, verrät Djulic.

Die Nachwuchsabteilung liefert Leistungsträger

Eine lange Zeit für einen erst 20-Jährigen – beim SCT in seiner aktuellen Besetzung aber nichts Ungewöhnliches. Djulic, Thiede, Felix Meyer, Marvin Schwenker und Benno Schmidt durchliefen zusammen die Jugend der JSG Twistringen/Mörsen. „Hoffentlich habe ich jetzt keinen vergessen“, sinniert der Offensivmann und grinst: „Aber am längsten spiele ich mit Benno. Seit der E-Jugend. Wir zwei kommen ja aus Mörsen.“ Und der SV Mörsen-Scharrendorf zählt traditionell zu dieser Jugendspielgemeinschaft. Was für ein wertvolles fußballerisches Eigenkapital!

„Die Jungs sind heiß aufs Spiel, geben keinen Ball verloren, jeder gönnt dem anderen alles – ob auf dem Platz oder von draußen auf der Bank“, schwärmt Thelken von seinem Team, das er als Interimscoach Anfang April vom entlassenen Uwe Küpker übernommen hat.

Djulic: „Wir schaffen es, im Bezirk zu bleiben“

Warum es seitdem mit zwei Siegen so gut läuft, kann sich Djulic nicht so recht erklären: „Stefan ist ein superguter Trainer. Als solchen habe ich Uwe aber auch sehr wertgeschätzt und gemocht. Aber vielleicht kam der Wechsel für uns als Mannschaft zum richtigen Zeitpunkt. Womöglich brauchten wir wirklich diesen neuen Impuls.“

An seiner Einstellung hat die Umstellung nicht viel verändert: „Für Abstiegsgedanken ist in meinem Kopf kein Platz. Es hat mit Uwe Spaß gemacht und macht jetzt auch Spaß. Wir schaffen es, im Bezirk zu bleiben“, sagt der Azubi zum Bankkaufmann im Brustton der Überzeugung. Und neben diesem Ziel mit der Mannschaft will er auch weiter an seinen eigenen arbeiten: „Ich kann mich noch in jedem Bereich verbessern – aber an meinem Kopfballspiel und der Zweikampfstärke sollte ich vor allem arbeiten. Und ich muss körperlich zulegen“, findet der 20-Jährige. Dafür pumpt er regelmäßig im Kraftraum.

Trainer Thelken schwärmt von seinem „Macher“

Thelken muss ihn da ein wenig bremsen: „Der Junge ist unwahrscheinlich ehrgeizig. Aber er muss nicht die Statur eines Stürmers wie Lennart haben. Seine technischen Fähigkeiten sind überragend, er ist stark im Dribbling – und er traut sich was: Aaron versucht, beidfüßig zum Abschluss zu kommen. Er ist ein Macher – und ein fröhlicher, guter Typ.“

So fröhlich war der Mörsener jedoch nicht immer. Etwa, als er zum Ende seiner A-Jugend-Zeit mit Knöchelproblemen aussetzen musste. „Dabei dreht sich bei mir das Meiste meiner Freizeit um Fußball“, verdeutlicht der Techniker. Doch eine Spritzentherapie mit Eigenblut, das Spezialisten in seinen Knorpel injizierten, wirkte. „Jetzt habe ich keine Beschwerden mehr, und alles gilt als geheilt“, fasst Djulic das Ergebnis der jüngsten MRT-Untersuchung zusammen. Weiteren Toren und genialen Momenten für den SCT steht also nichts im Weg.

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