Fußballer spenden Trikots und Trainingsausstattung

Soforthilfe aus Dickel für Sansibars Talente

Gut angekommen: Die Trikots des Kreisligisten SV Dickel tragen jetzt junge Fußballer der „Mwembe Makumbi Soccer Academy“ auf Sansibar. Spiele auf Kunstrasen sind dort allerdings ein seltenes Privileg.
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Gut angekommen: Die Trikots des Kreisligisten SV Dickel tragen jetzt junge Fußballer der „Mwembe Makumbi Soccer Academy“ auf Sansibar. Spiele auf Kunstrasen sind dort allerdings ein seltenes Privileg.

Unbürokratische Hilfe, die bestens ankam: Die Kreisliga-Fußballer des SV Dickel spendeten Trikots und Bälle an eine Soccer Acadamy auf Sansibar. Die Kicker aus Ostafrika reagierten dankbar.

  • Der SV Dickel verschickte ein großes Hilfspaket ins mehr als 10000 Kilometer entfernte Sansibar.
  • Die ausrangierten Trikots und fast neuen Bälle können die dortigen Jugendfußballer bestens gebrauchen.
  • Als die Reaktion aus Ostafrika die Kreisliga-Fußballer erreichte, wussten sie, dass sie das Richtige getan hatten.

Dickel – Die ersten Bilder aus mehr als 10 000 Kilometern Entfernung deuten auf optimale, fast traumhafte Fußball-Bedingungen hin: sattgrüner Kunstrasen in einem schmucken Stadion, strahlender Sonnenschein. Doch inzwischen hat Christian Gießelmann mehr erfahren über die Realität auf Sansibar. „Dort gibt es nur zwei solcher Anlagen mit Kunstrasen – das sind die großen Ausnahmen“, berichtet der Altherren-Spieler des SV Dickel vom ostafrikanischen Eiland Unguja, oft noch immer „Sansibar“ genannt, aber eben „nur“ die größte der Inseln des Sansibar-Archipels.

„Auf den meisten Plätzen ist an vielen Stellen gar kein Rasen, alles ist super-buckelig und natürlich trocken. Nur die ersten beiden Ligen spielen in den zwei Kunstrasenstadien“, schildert der Pressewart des SV Dickel. Fußball ist in dieser Teil-Republik von Tansania zwar die Sportart Nummer eins, die Kicker seien aber „sehr schlecht ausgestattet. Viele spielen dort in irgendwelchen alten, kaputten Turnschuhen.“ Umso sicherer durften sich die Dickeler Kreisliga-Fußballer sein, dass ihre Spende an die richtige Adresse gelangte.

Inzwischen laufen die Akteure der „Mwembe Makumbi Soccer Academy“ in den bisherigen Trikots und Hosen des Clubs aus der Samtgemeinde Rehden auf. Die Bekleidung samt Stutzen spendeten die SVD-Fußballer ebenso wie weiteres Equipment. „Normalerweise tauschen wir die Bälle ja alle zwei, drei Jahre aus, jetzt haben wir welche mitgeschickt, die noch kein Jahr alt waren – und wegen der Corona-Pandemie zwangsläufig kaum benutzt wurden“, erläutert Gießelmann. Denn angesichts der recht hohen Versandkosten von gut 100 Euro „musste sich unsere Lieferung ja irgendwie lohnen“, meint der 35-Jährige.

Trainings-„Spione“: Fürs Fußballgucken kann man schon mal eine Pause einlegen.

Bei der „Mwembe Makumbi Soccer Academy“ handelt es sich um eine Mischung aus Fußball-Camp und Verein. „Die Jugendlichen, die jetzt unsere Trikots tragen, setzen sich aus allen Altersklassen zusammen. Die Trainer versuchen, möglichst alle Jungs aus dem näheren Umfeld spielen zu lassen, wenn sie Lust haben“, schildert Gießelmann: „Sonst haben sie anscheinend oft nicht viel zu tun, und durch tägliches Training versucht man, ihnen einen geregelteren Alltag zu bieten.“

Dickeler Wunsch: Persönliche Hilfe statt bloßer Überweisung

Als im Team des aktuellen Schlusslichts der Kreisliga Süd vor ein paar Wochen die Idee aufkam, dieses Projekt zu unterstützen, seien alle sofort dafür gewesen, erinnert sich Gießelmann. Also packte Spartenleiter Nino Kröger knapp 30 Trikots zusammen, legte noch 20 Bälle dazu und kümmerte sich um die Zoll-Formalitäten. Dies ging ohne bürokratische Hürden über die Bühne. „Der Aufwand war überschaubar, aber mit Blick auf die Gebühren wäre es wohl wirtschaftlicher, gleich Geld zu schicken“, räumt Gießelmann ein. Doch einerseits wisse niemand so genau, ob es dafür vor Ort Sportartikel zu kaufen gebe, zweitens wollten die Dickeler mit etwas Persönlicherem helfen.

Und so posierten die Nachwuchs-Fußballer nun stolz in den Jerseys mit dem Logo der Dickeler Firma „BTR Transportlogistik“ zum Mannschaftsbild für ihre Spender. „Als die Fotos mit den netten Grüßen der Spieler bei uns ankamen, haben wir uns natürlich sehr gefreut“, berichtet der Pressewart über das Feedback.

Und was sagt BTR-Chef Bruno Boes dazu, dass ambitionierte Fußballer nun südlich des Äquators Werbung für ihn laufen? „Oh, den haben wir noch gar nicht gefragt, aber er hat bestimmt nichts dagegen“, denkt Gießelmann – und verspricht grinsend: „Wir bringen ihm noch ein Mannschaftsfoto vorbei!“

Die „Erste“ des Clubs wiederum muss künftig nicht unbekleidet das mögliche Restprogramm der Kreisliga bestreiten. „Nein, nein, wir hatten vorher schon neue Trikots“, beruhigt Christian Gießelmann. Denn bei aller Nächstenliebe: Sicher ist sicher. . .

Die Realität: So sehen die meisten Plätze auf dem ostafrikanischen Eiland aus – „super-buckelig und natürlich trocken“, hat Dickels Pressewart Christian Gießelmann erfahren. Zur besseren Ausstattung schickten die Dickeler auch Trainingsmaterialen mit.

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