Falck spielt als Nummer eins eine starke Saison

Werders Tischtennis-Macher Tamas und Greber ziehen Bundesliga-Bilanz

Werders Coach Cristian Tamas (l.) im Gespräch mit Manager Sascha Greber.
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Playoffs verpasst, trotzdem sehen Coach Cristian Tamas (l.) und Manager Sascha Greber ihren SV Werder Bremen in der Spitzengruppe der Tischtennis-Bundesliga etabliert.

Bremen – Eine Saison ganz im Zeichen der Corona-Pandemie liegt hinter Tischtennis-Bundesligist SV Werder Bremen. Am Ende sprang für die Hanseaten ein sechster Tabellenplatz heraus mit nur zwei Punkten Abstand zum Dritten. Wie Trainer Cristian Tamas und Manager Sascha Greber die Spielzeit bewerten und wie ihr Urteil zum Hygienekonzept ausfällt – darüber gibt das Duo im folgenden Gespräch ausführlich Auskunft.

Herr Greber, Herr Tamas, was überwiegt nach der Serie? Die Zufriedenheit über einen prima sechsten Platz? Oder doch die Enttäuschung, die Playoffs nur um zwei Pünktchen verpasst zu haben?

Cristian Tamas: Etwas traurig sind wir schon. Wir hätten uns gerne wie im Vorjahr erneut für die Playoffs qualifiziert. Aber wir müssen akzeptieren, dass die Teams vor uns noch einen Tick konstanter waren.

Sascha Greber: Und insgesamt war das ja auch eine starke Runde von uns. Wir haben den vierten Rang der Vorsaison bestätigt und uns in der absoluten Spitzengruppe etabliert. Auch wenn es natürlich schade ist, die Playoffs so hauchdünn verpasst zu haben.

Gab es Gelegenheiten, denen Sie in der Nachbetrachtung hinterhertrauern?

Tamas: Wir haben beide Spiele gegen Mühlhausen unglücklich mit 2:3 verloren. Geht davon nur eine Partie an uns, sind wir in den Playoffs. Da fehlte schlichtweg das nötige Spielglück.

Greber: Ja, die beiden Niederlagen waren ärgerlich. Aber für mich war der Knackpunkt die Hinrundenniederlage gegen Fulda. Die war unnötig. Da haben wir zwei Punkte liegengelassen.

In Schulnoten ausgedrückt – welche Zensur würden Sie für die Saison verteilen?

Greber: Puh, mit Noten tue ich mich etwas schwer. Aber es war eine insgesamt gute Serie von uns. Keine perfekte, aber eine gute.

Tamas: (schmunzelt) Ich bin zwar nicht in Deutschland zur Schule gegangen, doch eine 2- würde ich durchaus vergeben. Es hätte auch eine glatte 2 werden können, aber leider sind wir im Pokal recht früh an Bergneustadt gescheitert. Auch da fehlte das letzte Quäntchen Fortune.

Kommen wir mal zu den vier Spielern. Hat Mattias Falck seine Spitzenposition bestätigen können?

Tamas: Auf jeden Fall. Sein erstes Jahr in Deutschland war schon gut und diese Saison sogar noch besser. Mattias hat das Team geführt und überragend abgeliefert.

Greber: Stimmt. Besser geht es kaum. So eine Nummer eins wünscht sich jeder Verein.

Die zweitbeste Bilanz erzielte Kirill Gerassimenko.

Tamas: Über die tolle Entwicklung von Kirill freue ich mich besonders. Anfangs ist er noch bei jedem Ballwechsel sofort in die Halbdistanz gegangen. Aber mittlerweile bleibt Kirill viel dichter am Tisch und spielt aggressiver. Außerdem schlägt er immer besser auf.

Greber: Bei Kirill sieht man, welch guter Trainer Cristian ist. Er hat aus ihm einen bärenstarken Bundesligaspieler gemacht, der jederzeit stark positive Bilanzen einfahren kann. Seine Weiterentwicklung ist beachtlich.

Wie würden Sie das Abschneiden von Marcelo Aguirre und Hunor Szöcs bewerten? Szöcs blieb ohne Einzelsieg, und Aguirre kommt auf zwei Erfolge.

Greber: Beide hatten viel Pech. Ich finde, man muss das über einen längeren Zeitraum betrachten. In der Vorsaison zählten sie zu den besten Doppeln der Liga und konnten auch im Einzel voll überzeugen. Aber diese Saison teilten sich Hunor und Marcelo über die gesamte Serie die Position zwei und mussten so immer gegen den gegnerischen Spitzenspieler ran. Das ist höchst undankbar.

Tamas: Zudem fielen aufgrund von Corona fast alle internationalen Turniere aus. Da hätten sich beide sonst Spielpraxis und Selbstvertrauen holen können. Leider ging das nicht. Aber sowohl Hunor als auch Marcelo haben einen großen Stellenwert fürs Team.

Deshalb wurden auch beide Verträge verängert?

Greber: Ganz genau. Schließlich steht ein Verein wie Werder für Kontinuität. Gerade Hunor werden wir wieder aufbauen, dass er zu alter Stärke zuückfindet.

Tamas: Zumal Hunor bereits neun Jahre im Verein ist. Wir stehen als Mannschaft zusammen. Dieser Zusammenhalt ist für uns extrem wichtig. Der Teamspirit ist Teil unseres Erfolges.

Wäre mit Zuschauern denn ein noch größerer Erfolg möglich gewesen? Immerhin verfügt Werder über eine sehr treue Fangemeinde.

Greber: Wir vermissen die Zuschauer auch sehr – jeden einzelnen davon. Aber das geht den anderen Mannschaften ja nicht anders. Deshalb kann ich diese Frage nicht seriös beantworten.

Tamas: Und insgesamt sind wir heilfroh, dass während Corona überhaupt gespielt werden konnte. Wir konnten doch unseren Beruf ausüben. Viele andere leider nicht.

Trotz Corona in der Halle sicher gefühlt

Hat sich denn das Hygienekonzept der TTBL bewährt? Oder war es ein Risiko, dass gespielt werden durfte?

Greber: Es gab ja bei uns sogar zwei Konzepte. Eines von der TTBL und eines von Werder als Verein. Beide haben super gegriffen. Schließlich sind in der gesamten Saison bei uns und auch bei allen anderen Mannschaften so gut wie keine Coronafälle aufgetreten. Bei uns nicht ein einziger sogar.

Tamas: Deshalb auch ein großes Lob an die Jungs. Sie haben sich vorbildlich verhalten. Alle Vorgaben wurden penibel umgesetzt. Deshalb haben wir uns trotz Corona in der Halle immer sicher gefühlt.

Greber: (lächelt) Für die Konzepte würde ich sogar Schulnoten verteilen. Beide bekommen eine glatte 1 mit Sternchen.

Und nun wird nach einer anstrengenden Bundesliga-Saison der Schläger zur Seite gelegt? Oder was steht für den Trainer und Manager in den nächsten Wochen an?

Greber: Nach der Serie ist eigentlich schon wieder vor der Serie. Arbeit gibt es noch genug.

Tamas: Den Schläger packe ich tatsächlich erst einmal in die Ecke. Aber Sascha hat Recht. Es gibt trotzdem genug zu tun, gerade im organisatorischen Bereich. Schließlich muss die neue Saison ja vernünftig vorbereitet werden.

Werders Punktebank: Mattias Falck spielte eine starke Bundesliga-Saison.

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