Dogan Dal trifft für den FC Sulingen II sechs Mal / „Ein richtig schönes Gefühl“

Ein Sixpack zur Hochzeit

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Kfz-Mechaniker Dogan Dal zeigt es an: Sechs auf einen Streich. Für das Wechseln von ebensoviel Autoreifen würde der Stürmer des FC Sulingen II vermutlich etwas länger brauchen, als für seine sechs Tore gegen den SV Dickel. ·

Sulingen - Von Arne FlüggeAls Dogan Dal gestern Morgen zur Arbeit kam, wurde er von seinem Chef bereits schmunzelnd empfangen. „Ich hatte schon überlegt, ihm Autogrammkarten zu drucken“, grinst Manfred Fano von der Sulinger Autoverwertung. Sein Angestellter hatte schließlich am Sonntag in der Fußball-Kreisliga gegen den SV Dickel beim 7:1 gleich sechs Tore für den FC Sulingen II geschossen – und war natürlich in aller Munde.

„Das war schon ein richtig schönes Gefühl. Sechs Tore schießt man ja nicht immer“, sagt Dal. Der Kfz-Mechaniker war nach einem Wadenbeinbruch 2011 im vergangenen Sommer vom SV Mardin gekommen. Weil er aber für seinen Ex-Club bereits ein Pokalspiel absolviert hatte, war er erst im Winter spielberechtigt. „Das war schon eine harte Zeit. Nur trainieren und nicht spielen“, sagt der 24-Jährige: „Doch ich habe es durchgezogen.“

In dieser Saison nun startet er durch. Nach zwei Toren zum Saisonauftakt hakte es allerdings. „Vor dem Spiel gegen Dickel hat mir der Trainer gesagt, es wird mal wieder Zeit“, grinst Dal. Gesagt, getan. Und wie!

Sein Trainer, das ist Pedro Pinheiro – und der hält große Stücke auf seinen Stürmer. „Er hat mit rechts einen mordsmäßigen Hammer, ist trainingsfleißig, ein vernünftiger Junge mit dem richtigen südländischem Temperament“, beschreibt der Coach den in Sulingen geborenen Kurden.

Während seiner unfreiwilligen spielfreien Zeit ist Dogan Dal von der Mannschaft „unheimlich super aufgenommen worden. Es macht richtig Spaß, mit den Jungs zu spielen“. Und daher widmet er seinen Sixpack gegen Dickel auch dem Team: „Ohne die Mannschaft hätte ich die sechs Tore nie geschossen.“

Dass Dal nun abheben könnte, ist nicht zu erwarten. „Ich bin nicht der Typ dafür. Ich bin ein Teamplayer“, sagt er.

Freilich hat Dal auch sportlichen Ehrgeiz. „Natürlich möchte ich irgendwann auch mal in der Ersten in der Bezirksliga spielen. Das ist doch klar“, meint der Angreifer, der Cristiano Ronaldo als Vorbild hat. „Aber nur fußballerisch“, schränkt er ein, „ansonsten ist der mir zu eingebildet.“

Dogan Dal ist es nicht. Und er hat in der nächsten Zeit noch einiges vor – sportlich wie privat. In zwei Wochen heiratet der 24-Jährige seine Freundin Hüyla. Es wird eine kurdische Hochzeit mit rund 800 Gästen. „Das ist bei uns so Tradition“, schmunzelt Dal. Und natürlich hat er zu dem Fest die gesamte Mannschaft des FC Sulingen II eingeladen. „Ehrensache“, wie er sagt.

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