START IN DIE SAISON Okels Spielertrainer will 20 Tore schießen – und schwört auf das „Rathaus“

Selbst ist der (Volk-)Mann

Da ist Rico Volkmann besonders stolz drauf: Das Werder-Trikot zum 111. Jubiläum der Grün-Weißen hat er sich extra einrahmen lassen.
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Da ist Rico Volkmann besonders stolz drauf: Das Werder-Trikot zum 111. Jubiläum der Grün-Weißen hat er sich extra einrahmen lassen.

Okel – Ein Jahr des Abenteuers Bezirksliga haben die Fußballer vom TSV Okel hinter sich – in der zweiten Saison bleibt das Ziel gleich. „Für uns zählt nur der Klassenerhalt“, meint Spielertrainer Rico Volkmann. Erreicht werden soll das Ziel mithilfe der „jungen wilden“ Neuzugänge vom TuS Sudweyhe, die nicht nur das Potenzial zu Senkrechtstartern haben, sondern auch „noch lernen (müssen), dass Handy früh genug in der Tasche verschwinden zu lassen“, erklärt Volkmann.

Die neue Saison

Mit welcher Stimmung gehen Sie nach monatelanger Corona-Zwangspause den Fußball-Neustart an?

Jeder freut sich einfach, wieder Fußball spielen zu dürfen. Die Pause hat mir deutlich gezeigt, dass der Fußball ein ganz großer Bestandteil meines Lebens ist und wie abhängig wir doch sind. Ich hoffe, wir lernen als Gesellschaft aus dieser Pause.

Worauf oder auf wen freuen Sie sich am meisten?

Ich freue mich auf unsere Fans am meisten. Unsere Heimspiele sind immer ein Highlight. Natürlich freuen wir uns auf die Derbys gegen den TuS Sudweyhe und den SV Heiligenfelde noch etwas mehr.

Welche war/ist die fieseste Übung in der Vorbereitung?

Beep-Test. Schrecklich.

Wer aus Ihrem Team trifft zweistellig?

Rico Volkmann. Ich habe mir selbst als Ziel 20 Tore gesetzt.

Wer schafft die meisten Kopfballtore?

Jörn Kastens macht mindestens drei „Dinger“.

Wer wird der Senkrechtstarter?

Die jungen Wilden aus Sudweyhe haben das größte Potenzial. Mathis Wernicke und Florian Maeße habe ich da besonders auf dem Zettel. Durch ihre gute Ausbildung im Jugendbereich traue ich ihnen dies zu.

Wer muss am meisten in die Mannschaftskasse zahlen – und wofür?

Auch da sind die jungen Wilden aktuell vorn. Sie müssen sich noch etwas an das verschärfte Programm im Herrenbereich gewöhnen. Sie müssen noch lernen, das Handy früh genug in der Tasche verschwinden zu lassen, auch wenn Instagram, Snapchat und Co. versorgt werden wollen.

Wie oft spielt Ihr Torwart zu null?

Hoffentlich öfter als in der vergangenen Saison. Ich hoffe auf mindestens fünfmal.

Angenommen, Sie dürfen sich einen Spieler eines Liga-Konkurrenten aussuchen: Wen würden Sie nehmen? Und warum?

Ich würde mich für Jan-Ove Bäker vom TuS Sudweyhe entscheiden. Er spielt schon sehr lange in der Bezirksliga, bringt eine wahnsinnige Präsenz mit und ist sehr robust in den Zweikämpfen. Ebenso besitzt er einen überragenden linken Fuß.

Wer wird Vorrundenmeister – und wie lautet Ihr Saisonziel?

Ich tippe in unserer Liga auf den SV Heiligenfelde. Wir werden probieren, die bestmöglichste Platzierung zu erreichen, und dann in der Abstiegsrunde zählt nur der Klassenerhalt für uns.

Die Mannschaft

Was darf an einem Spieltag auf keinen Fall fehlen? Bestimmte Rituale, besondere Glücksbringer?

Jeder Spieler besitzt mindestens eine Aufgabe. Fängt bei der Wasserkiste für das Spiel an und hört bei den aufgepumpten Bällen für das Spiel auf. Das klappt bisher sehr gut. Wir haben die Aufgaben auf viele Schultern verteilt.

Was ist in der Kabine verboten? Was passiert bei Verstößen?

Dafür haben wir uns als Team einen Strafenkatalog erstellt. Dieser regelt jegliche Verstöße. Geldbeträge oder Bier werden dann gefordert.

Welche ist die Lieblingslocation für Team-Abende/Siegesfeiern?

Das „Rathaus“ in Okel. Wer es nicht kennt, hat was verpasst. Der „Bürgermeister“ versorgt einen mit allem, was man nach dem Spiel benötigt. Es kann schon mal spät oder auch früh werden . . .

Welches Vereinslied wird im Mannschaftskreis am häufigsten gesungen?

Ein Grabstein. Legendäre Auftritte auf dem Brokser Markt haben wir zur Not sicherlich auf Video . . .

Welches Lied darf vor/nach Spielen in der Kabine nicht fehlen? Und wer ist der Kabinen-DJ?

Wir haben über einen Streaming-Anbieter eine eigene Playlist erstellt. Jeder darf dort seine Wünsche platzieren, und diese Playlist wird beim Spiel abgespielt.

Der Trainer

Wer war das Vorbild als Spieler? Wer ist das Vorbild als Trainer?

Rico Volkmann: Als Spieler besitze ich kein Vorbild. Bei den Trainern sind es Jürgen Klopp und Pep Guardiola.

Lutz Schröder: Als Spieler Zico und als Trainer Guardiola.

Marlon Reyher: Als Spieler Michael Ballack und als Trainer Thomas Schaaf.

Welche Fan-Artikel Ihres Vereins besitzen Sie? Gibt es ein Lieblingsstück?

Volkmann: Ich besitze unzählige Dinge von Werder Bremen, aber mein liebstes Stück ist ganz klar das 111-Jahr-Sondertrikot. Vom TSV Okel besitze ich unter anderem das Buch über das Aufstiegsjahr in die Bezirksliga.

Schröder: Bayern-Schal.

Reyher: Trikots und Schals von Werder und Okel.

Welche Marotte haben Sie als Trainer?

Volkmann: Immer die Kabine nach der Ansprache/Umziehen als Letzter verlassen.

Schröder: Ich arbeite vor jedem Spiel eine To-Do-Liste ab.

Reyher: Bei mir steht Pünktlichkeit über allem.

Was muss passieren, damit Ihnen die Hutschnur reißt?

Volkmann: Ist mir in meiner Trainerkarriere in Okel noch nie passiert. Ich denke aber, es wird passieren, wenn mich ein Spieler anlügt.

Schröder: Da ist manchmal nur eine Kleinigkeit notwendig – technischer Fehler, übersehen der besser postierten Mitspieler.

Reyher: Saufen vor dem Spiel.

Wenn wir unser Saisonziel erreichen, werden wir als Trainer . . .

. . .  den Jungs einen Grillabend und 50 Liter Bier spendieren (Volkmann).

. . . die Jungs mit etwas Erfreulichem überraschen. Das hier zu nennen, wäre keine Überraschung mehr (Schröder).

. . . auf der Abschlussfahrt mal richtig eskalieren! (Reyher).

Schlag auf Schlag

Keine Spitznamen – dafür aber zwei „verbotene“ HSV-Fans

. . . ist der schnellste Spieler im Kader? Leon Helmke – kommt wegen seiner kleinen Körpergröße . . . . . . hat den härtesten Schuss? Ralf Hüneke: Der schießt im Training mal gerne die Tornetze kaputt. . . . ist der Gute-Laune-Beauftragte? Besonders stechen Hasan Sabehaioun, Kai Quast und Manuel Hopp heraus. Alle drei sind immer für völlig sinnbefreite Kommentare zu haben. Kai erzählt auch gerne von seinen Wochenendgeschichten. . . . hat den außergewöhnlichsten Spitznamen? Woher kommt er? Wir arbeiten tatsächlich kaum mit Spitznamen. . . . braucht vor und nach Spielen am längsten in der Kabine? Komischerweise gibt es diese Person bei uns tatsächlich nicht. . . . hat den ungewöhnlichsten Lieblingsclub? Und das skurrilste Idol? Hier im Bremer Raum ist es natürlich verboten, Fan vom HSV zu sein – daher Kai Quast und David Doormann. . . . ist die größte Sportskanone? Das ist Jörn Kastens. Er betreibt zwar nicht klassisch andere Sportarten, aber er besucht regelmäßig das Fitnessstudio. . . . hat den aufregendsten Job? Wir haben einige Leute, die bei der Polizei oder der JVA arbeiten. Diese Leute erleben teilweise skurrile, aber auch nicht so schöne Dinge. . . . ist der musikalischste? Clemens Backhaus: Er ist der Einzige im Team, der ein Instrument spielt – Klavier. . . . ist am aktivsten in den Sozialen Medien? Die jüngere Generation ist da sehr aktiv, daher müssen sie aktuell häufiger in die Mannschaftskasse zahlen . . .

Wer ersetzt Zwiebler?

Falkenstern „löst unser Torwart-Problem“

Okel – Beinahe hätte ein Neuanfang her gemusst beim TSV Okel. Lange sah es danach aus, dass der Bezirksligist nicht nur Angreifer Marvin Zwiebler, sondern auch Coach Lutz Schröder verliert. Schröder jedoch trägt für eine weitere Saison (gemeinsam mit den Spielertrainern Rico Volkmann und Marlon Reyher) die Verantwortung, und so müssen die Fußballer „nur“ den Abgang von Zwiebler kompensieren.

Doch das wird schwierig genug. Schließlich ist der Top-Stürmer, den es zum TuS Sudweyhe zog, gemeinsam mit Volkmann das Herzstück der Okeler Offensive gewesen. „Wir werden ihn nicht eins zu eins ersetzen können“, weiß Schröder: „Das Spiel, das wir gespielt haben, war auf die Stärken und Fähigkeiten von Marvin mit abgestimmt.“ Der TSV-Coach hat aber schon ein paar Ideen für die vorderste Reihe.

„Mit Ralf Hüneke haben wir einen ähnlichen Typen, er ist schnell und körperlich robust“, erklärt Schröder: Außerdem könnte Marlon weiter vorne spiele, oder wir versuchen es mit Hasan (Sabehaioun, d. Red.), der als anderer Typ eher mit dem Rücken zum Tor agieren würde.“

Auf der Suche nach einer Lösung des Puzzles spielt es den Okelern in die Karten, dass sie vorhaben, „etwas anders Fußballzuspielen als im letzten Jahr“, meint Schröder: „Wir wollen aktiver sein und weniger reaktiv spielen. Ich möchte, dass wir flexibler agieren können.“

Dabei sollen auch die Neuzugänge helfen. Besonders viel erwartet sich der Trainer von den Mittelfeldspielern Florian Maeße und Matthis Wernicke, die beide von den Sudweyher A-Junioren kommen: „Flo ist für sein Alter taktisch sehr weit und sehr lernwillig. Matthis ist sehr laufstark, vielseitig einsetzbar und macht den Arrivierten Feuer unterm Hintern.“

Neben Maeße und Wernicke kamen Torwart Maarten Falkenstern (Schröder: „Mit ihm haben wir unsere Probleme auf der Position gelöst, gerade wenn Stammkeeper Lucas Feldmann fehlt“), Stürmer Dilcan Ablak („Ein abschlussstarkes Talent“), Mittelfeldspieler Ahmad Al Adile („Er hat leider wahrschenlich einen Meniskusriss und fällt lange aus“) und Innenverteidiger Fynn Seidel („Wir nennen ihn ,Süle‘, das passt einfach perfekt“) von Sudweyhes A-Junioren.

Außerdem holten die Okeler Verteidiger David Doormann von den A-Junioren des SC Itzehoe („Er hat uns bislang überrascht, ist laufstark und beidfüßig“) und Flügelspieler Kenneth Lange (hat zuletzt pausiert) zurück. „Kenneth tut uns sehr gut“, freut sich Schröder: „Er hat gleich wieder den Anschluss gefunden und ist ein prägender Spieler für uns.“ Daniel Schumacher (kam aus der eigenen 2. Herren) komplettiert das Torwart-Gespann. fs

STENOGRAMM

Zugänge: Maarten Falkenstern, Dilcan Ablak, Ahmad Al Adile, Florian Maeße, Fynn Seidel, Mathis Wernicke, Philip Meyer (alle A-Junioren Sudweyhe), Kenneth Lange (reaktiviert), Daniel Schumacher (eigene 2. Herren), David Doormann (A-Junioren Itzehoe).

Abgänge: Manic Alms (Karriereende), Marvin Zwiebler (TuS Sudweyhe), Benjamin Pinzer (SV Bruchhausen-Vilsen), Julian Röpke (Karriereende), Dennis Maibach (SC Vahr/Blockdiek).

Restkader: Lucas Feldmann, Kai Quast – Steffen Quast, Dennis Dahme, Kevin Volkmann, Ahmed Khatib, Rico Volkmann, Jörn Kastens, Leon Helmke, Marlon Reyher, Tom Holthusen, Janek Eggers, Manuel Hopp, Alexander Kühn, Ralf Hüneke, Thimo Eggers, Clemens Backhaus, Hasan Sabehaioun, Alexander Leder.

Trainer: Lutz Schröder (53), im dritten Jahr; Rico Volkmann (28), im vierten Jahr und Marlon Reyher (24), im ersten Jahr.

Saisonziel: Klassenerhalt.

Favoriten: SV Heiligenfelde, TuS Sudweyhe.

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